Audi 80 Avant (1992-1995)

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Audi 80 Avant (1992-1995)

— 25.02.2002

Fit fürs Alter

Dank Zink-Karosserie und solider Verarbeitung gehört die letzte Generation des Audi 80 längst noch nicht zum alten Eisen.

Fahrwerk und Technik

Sein wahres Alter verschleiert der letzte Audi 80 geschickt. Denn spätestens mit dem großen 91er Facelift lösten sich die Ingolstädter vom Rentner-Image, spendierten ein knackiges Outfit, das den 80er selbst vier Jahre nach Produktionsende zeitlos schick kleidet. Doch auch wenn Korrosion nie ein Thema war, offenbart die Karosserie eine Schwäche: Die komfortable Abstimmung an der Vorderachse führt mit der Zeit zu ausgeschlagenen Motor- und Getriebelagern. Beim Beschleunigen oder Bremsen wird das an den Bewegungen des Schalthebels deutlich.

Ebenfalls eine Folge der weichen Achse: In den Buchsen der Radaufhängung verschleißen die Gummis und bekommen zuviel Spiel. Das unschöne Ergebnis ist ein schwammiges Fahrgefühl in Kurven, was der TÜV häufig als erheblichen Mangel ankreidet. Da auch die Karosserie eher weich gearbeitet ist, verwindet sie sich im schlimmsten Fall durch die harten Beschleunigungs- und Bremskräfte so sehr, daß die Windschutzscheibe aus Verbundglas undicht wird. Feuchtigkeit kann eindringen und weiße Streifen oder Flecken hinterlassen.

Ein anderer konstruktiver Mangel bei den ersten Modellen nach dem 91er Facelift: die Bremsschläuche. Sie waren an den Vorderrädern zu kurz, standen deshalb unter Spannung und konnten im schlimmsten Fall reißen. An der Hinterachse scheuerten dagegen zu lange Schläuche oft am Rad. Audi reagierte schnell und änderte alle Bremsschläuche in der Serie.

Karosserie und Motor

Im Innenraum schleift, quietscht oder klappert dafür normalerweise nichts. Fast perfekt verabeitet und zudem aus hochwertigen Materialien gefertigt. Dennoch bleibt ein Wunsch: eine Klimaanlage. Denn wegen der stark geneigten Windschutzscheibe heizt sich der Innenraum im Sommer stark auf. Komfortabler als bei den Modellen von 86 bis 91 geriet mit dem Facelift der Limousinen-Kofferraum. Er ist weniger zerklüftet und weitgehend geglättet. Nicht unbedingt geräumiger, aber praktischer ist die Kombiversion "Avant", die ab Mitte 92 verfügbar war. Kaufinteressenten sollten besonders den hinteren Stoßdämpfern einen prüfenden Blick gönnen. Regelmäßig vollgepackte Vertreterautos sind oft weich geritten, worunter die Fahrsicherheit leidet.

Sieben verschiedene Motoren stehen zur Auswahl: vom alten Turbodiesel mit 75 PS bis hin zum raketengleichen Avant RS 2, bei dem 315 Pferdchen unter der Haube schlummern. Besonders empfehlenswert sind der 90 PS starke TDI, dem rund 6,5 Liter Diesel genügen, oder der laufruhige V6 mit 2,6 Liter Hubraum, der mit zwölf Litern im Schnitt gefüttert werden will. Starke Motoren, gutes Handling, sicheres Fahrwerk – der Audi besticht mit seinen Fahreigenschaften. In der quattro-Version fährt die Mittelklasse wie auf Schienen.

Solide, sicher, schick – der Audi 80 ist meist ein Kurzzeitgast in den Anzeigenblättern und Tageszeitungen. Das hält die Preise stabil, Ausreißer nach unten sind selten und sollten mit Argusaugen nach Unfallschäden abgesucht werden. Wie fast immer gilt auch für den Audi: Das Stufenheck verkauft sich gut, der Kombi aber geht wie geschmiert. Bis zu 5000 Mark beträgt der Unterschied auf dem Automarkt. Denn der Avant ist als flotter Familienlaster genauso begehrt wie als Edelkombi für das kinderlose Pärchen. Allerdings: Wer seinen Audi 80 noch in jungen Jahren kauft, fährt mit ihm sicher bis ins hohe Alter.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 7/72 Vorstellung des ersten Audi 80 – Preise ab 7990 Mark 9/78 zweite Generation (Typ 81) mit eckigen Scheinwerfern 9/86 dritte Version (Typ 89) mit vollverzinkter Karosserie, rundes Design 8/91 großes Facelift, letzte Form des Audi 80 (Typ B4) 7/92 erstmals Kombiversion "Avant" 1/93 ABS serienmäßig (vorher nur bei quattro-Modellen) 7/93 Fahrer-Airbag serienmäßig 11/94 Markteinführung des Nachfolgers A4 (Typ B5) 12/94 Produktionsende Limousine 7/95 Produktionsende Avant

Schwachstellen • Bremsschläuche waren bei den ersten Modellen vorn zu kurz. Sie standen unter Spannung und wurden schnell porös, wie der TÜV bemängelte (AUTO BILD/TÜV-REPORT '99). Bei späteren Modellen änderte Audi die Serie • Motorlager neigen durch die weiche Abstimmung zu frühzeitigem Verschleiß. Nickbewegungen des Motors sind die Folge • Motor- und Getriebeundichtigkeiten sind eine typische Schwachstelle und verstecken sich oft unter der Motorabdeckung • Auspuffanlagen rosten vor allem bei den Modellen der frühen 90er Jahre an den Verbindungsstücken der Rohre sowie den Endtöpfen • Wischwasserschläuche unterhalb der Motorhaube rutschen häufig aus ihrer Führung

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Audi 80 Avant 2.0 E, 85 kW/115 PS, Bj. 94. Schon in der Mittelklasse läßt sich die Nobelmarke von VW nicht lumpen und nimmt für Anlasser, Lichtmaschine und Auspuff stolze Preise.

Fazit und Expertentipp

Fazit "Der Audi 80 ist ein solides Auto. Rost bereitet dank der verzinkten Karosserie keine Probleme, nur die komfortable Abstimmung fordert ihren Preis: Motorlager und Buchsen der Radaufhängungen schlagen mit der Zeit immer stärker aus und machen sich vor allem durch ein schwammiges Fahrgefühl bemerkbar. Ebenfalls auffällig: Die Bremsschläuche neigen besonders bei den ersten Modellen zu frühem Verschleiß, und die Motor-/Getriebe-Einheit verliert oft Öl. Bis auf den Zahnriemenwechsel alle 90.000 Kilometer sind die Triebwerke pflegeleicht. Besonders empfehlenswert sind der sparsame 90-PS-TDI und der kraftvolle 2,6-Liter-Sechszylinder mit 150 PS." Jens Peter Saathoff, Kfz-Gutachter, TÜV Nord

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