Audi A1: Kaufberatung

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Audi A1: Kaufberatung

— 18.05.2015

Gesucht: Der beste Audi A1

Mit dem A1 zielt Audi auf die junge Käuferschaft. AUTO TEST hat überprüft, was der geliftete A1 zu bieten hat.

Fällt es Ihnen schwer, die Begriffe "Kleinwagen" und "Premium" in einen Zusammenhang zu bringen? Ersterer steht für den günstigen, funktionalen Einstieg in die Automobilität, Letzterer für Materialien und Optionen, die weit über das Notwendige hinausgehen. Bei Audi mündete die schwierige Synthese aus beiden Begrifflichkeiten 2010 im A1. Das hehre Ziel, vom Verkaufsstart im August bis zum Jahresende in Europa 50.000 Fahrzeuge abzusetzen, musste Audi-Chef Rupert Stadler aber deutlich nach unten korrigieren. Der Premiumköder für junge Audi-Erstkäufer hatte mit leichten Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen. Erst Ende 2014 knackten die weltweiten Verkaufszahlen die Marke von 500.000 Fahrzeugen, wobei rund zwei Drittel auf den fünftürigen Sportback entfallen.
Im Überblick: Alle News und Tests zum Audi A1

Das ultra-Zeichen markiert Aggregate mit geringstem Verbrauch

Video: Audi A1 Facelift (2015)

Schminke für den A1

Zur selben Zeit präsentierte Audi das Facelift, das seit Ende Februar 2015 bei den Händlern steht. Die wichtigste Neuerung steckt bei dieser Überarbeitung unter der Haube: Erstmals bietet Audi zwei Dreizylindermotoren an. Beide schmücken sich mit dem ultra-Abzeichen, damit markiert Audi die Aggregate mit dem geringsten Verbrauch innerhalb der Modellpalette. Der Einstiegsbenziner 1.0 TFSI leistet 95 PS und soll sich im Schnitt mit 4,2 Litern begnügen. Der Motor läuft auffallend leise und ist gut vom Innenraum entkoppelt, beim Blick unter die Haube werkelt das Aggregat aber sichtlich. Das weit gestufte Fünfganggetriebe trägt zum geringen Verbrauch bei. Für das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe werden 1700 Euro berechnet, es ist für alle Motorisierungen wählbar. In Verbindung mit dem 1.4 TDI sollten Sie diese Investition tätigen; dank zweier Gänge mehr kann der Dreizylinder seine 230 Newtonmeter bei nur 90 PS spürbar besser in Szene setzen als mit dem manuellen Fünfganggetriebe, das mit seiner deutlich weiteren Spreizung dem Motor viel von seiner Agilität nimmt. Das zweite verfügbare Dieselaggregat ist der 1.6 TDI mit 116 PS und 250 Newtonmetern. Der Vierzylinder weckt mit seinem rauen und unkultivierten Lauf jedoch wenig Freude. Speziell im Stadtverkehr kann man es schon mal als Wohltat empfinden, wenn die – für alle Motorisierungen serienmäßige – Start-Stopp-Automatik den Motor abschaltet.
Preise Audi A1
Benziner-Varianten
1.0 TFSI ultra 1.4 TFSI 1.4 TFSI cod 1.8 TFSI 2.0 TFSI
ab 17.800|19.500 Euro ab 20.150|21.850 Euro ab 22.150|23.850 Euro ab 26.750 Euro ab 30.800 Euro
Diesel-Varianten
1.4 TDI ultra 1.6 TDI
ab 20.050|21.750 Euro ab 21.150|22.850 Euro

"Blutunterlaufene" Xenonscheinwerfer kennzeichnen das angriffslustige Gesicht des 231 PS starken Audi S1. Startpreis: 30.800 Euro.

Die Benzinerpalette ist umfangreicher, reicht in fünf Leistungsstufen vom 1.0 TFSI bis zum Zweilitermotor mit 231 PS im S1. Der Einstiegsbenziner ist bedenkenlos allen zu empfehlen, die sich überwiegend im urbanen Bereich bewegen. Wer jedoch mehr und öfter auf der Langstrecke unterwegs ist, sollte sich dagegen den 1.4er mit Zylinderabschaltung genauer ansehen. 150 PS und 250 Newtonmeter bewegen den Premiumzwerg so souverän wie fahrspaßig. Mit 4,7 Liter Normverbrauch benötigt er zudem 0,4 Liter weniger als der 1.4er ohne Zylinderabschaltung mit nur 125 PS. Der Aufpreis für den technischen Vorsprung beträgt glatte 2000 Euro. Der 192 PS starke 1,8-Liter-Vierzylinder ist der gleiche wie im aktuellen Polo GTI. Im Stadtflitzerverkehr wirkt dieser A1 permanent unterfordert, erst auf Überlandstrecken, idealerweise mit reichlich Kurven, kann er sich entfalten. Auf die knackige, drehmomentstärkere Sechsganghandschaltung, die im Polo angeboten wird, müssen A1-Käufer indes verzichten. Neben der Zwangskopplung an die Siebengang-S tronic gibt es das Kraftpaket zudem nur mit der neuen Ausstattungslinie "sport". Derartige Verknüpfungen bedingen den hohen Startpreis ab 26.750 Euro.
Überblick: Alles News und Tests zum Audi S1

Die neuen Linien "design" und "sport" lohnen sich fast immer

Mit dem Facelift wird die geschwindigkeitsabhängige, jetzt elektromechanische Servolenkung Standard. Mit drive select (150 Euro) ist sie sogar einstellbar.

Bei allen anderen A1 berechnet Audi für die optionalen Linien "design" oder "sport" 1500 Euro Aufpreis. Beide Pakete erheben den A1 von den 15-Zoll-Stahlrädern auf 16-Zoll-Aluräder (1100 Euro) und platzieren Fahrer und Beifahrer auf komfortablen Sportsitzen (340 Euro) – damit ist der Aufpreis schon fast erreicht. Zudem umfassen beide Pakete den Bordcomputer (180 Euro), Lederlenkrad (160 Euro) und Aluelemente im Innenraum (120 Euro). Die LED-Rücklichter (250 Euro) sind dem "design"-Paket vorbehalten, dafür enthält "sport" Audi drive select (150 Euro), Nebelscheinwerfer (120 Euro) und Sportfahrwerk (200 Euro). Der Preisvorteil für "design" beläuft sich auf 860, für "sport" sogar auf 1210 Euro – beide Pakete bilden, je nach Geschmack, eine gute Basis. Ein Komfortpaket für weitere Annehmlichkeiten im A1 bietet Audi nicht an. Deshalb müssen Sie bei Bedarf die Klimaautomatik (350 Euro), den Komfortschlüssel (390 Euro), die Sitzheizung vorn (290 Euro) oder den Tempomat (250 Euro) einzeln dazuwählen.

Ein Artikel aus AUTO TEST

Auch für die Bluetoothschnittstelle (300 Euro) und einen USB-Anschluss inklusive nötiger Adapterkabel (300 Euro) bittet Audi die Kundschaft zur Kasse. Dabei sind es gerade diese Extras, die für die junge Zielkundschaft in einem Auto unerlässlich sind. Beim Erzkonkurrenten Mini und in Kleinwagen fernöstlicher Provenienz sind diese Schnittstellen selbstverständlich. Auch der Bordcomputer (180 Euro) will extra gezahlt werden. Die günstigste Navigationslösung hält für 1160 Euro Einzug, erfordert aber das MMI Radio (425 Euro), eines der Multifunktionslenkräder (ab 235 Euro) und den Bordcomputer – macht zusammen 2000 Euro. In Verbindung mit dem 900 Euro teuren Media-Paket, das die drei Pflichtoptionen mit dem Connectivity-Paket (Bluetooth, USB, Navi-Vorbereitung, sonst 570 Euro) zusammenfasst, zahlen Sie fürs Einbaunavi nur noch 590 Euro extra, also 1490 insgesamt. Unser Tipp: Zum kleinen Auto passt ein kleines, mobiles Navi. Zumal der Griff zum winzigen MMI-Controller in der Mitte der Mittelkonsole schnell lästig fällt.

Mehr als 100 Lacktöne: Individualisierung ist die Passion des A1

Die Luftausströmer und die Manschetten lassen sich farbenfroh individualisieren (100 Euro).

Statt übermäßiger Technisierung stand bei der Überarbeitung des A1 vielmehr die lifestylige Individualisierung des Wagens im Vordergrund. Kunden können zu über 100 Lacktönen (ab 500 Euro) verschiedene Kontrastfarben für den Dachbogen des A1 (350 Euro) oder die Dachkuppel des Sportback wählen (400). Alternativ wird für 300 Euro nur der Dachbogen farbig foliert. Das kontrastierende Stylepaket (1675 Euro) setzt Frontspoilerlippe, Heckdiffusor, Seitenschweller und Endrohrblenden auffällig ab. Die gesamte Kontrastpalette lässt sich für 105 Euro auch über die Außenspiegel ergießen. Mehr als ein Kontrastton am Fahrzeug ist aber nicht möglich. Dafür können Sie sich im Innenraum kreativ austoben – die Variantenvielfalt ist fast genauso groß wie bei den Lackfarben. So sind einfarbige Dekorblenden für Innenspiegel, Luftausströmer, Mittelkonsole und Türzuziehgriffe für 495 Euro zu haben, dazu beleuchtete Einstiegs leisten – 230 Euro im A1, 410 Euro beim Sportback. Von all den schönen, aber nicht notwendigen Extras empfehlen wir Ihnen das Panoramadach (900 Euro) – das lässt sich anheben oder öffnen und sorgt für ein luftiges Raumgefühl.
Im Überblick: Alle News und Tests zum Audi A1 Sportback

Mit dem Facelift ist der A1 in der Länge um zwei Zentimeter gewachsen – das Längenwachstum streckt aber nur die Schürzen, an den Innenraummaßen hat sich nichts geändert. Der fünftürige Sportback (plus 850 Euro) ist ebenso lang, bietet auf Grund des etwas höheren Daches aber etwas mehr Kopffreiheit im Fond. Diese genügt sogar dem Redakteur mit 1,86 Metern, auf längeren Strecken würde hier eher die Beinfreiheit zum Problem. Dass mit den Fondtüren der Einstieg nach hinten bequemer gelingt, versteht sich von selbst, ist aber dennoch erwähnenswert, weil sich der Einstieg in den Dreitürer bei bezeichneter Größe umso komplizierter gestaltet. Verzicht lohnt sich in diesem Falle nur, wenn Sie im A1 überwiegend zu zweit unterwegs sind. Ab Werk sind sowohl Drei- als auch Fünftürer als Viersitzer ausgelegt. Für den Sportback ist die Zwei-plus-eins-Sitzkonfiguration im Fond aber ohne Aufpreis zu haben. Die erste Reihe bietet ausreichend Platz, große Fahrer sitzen aber relativ hoch – darunter leidet jedoch nicht die Kopffreiheit, sondern die Übersichtlichkeit; Ampeln geraten schnell aus dem Blickfeld. Gut gefallen hat uns am A1 hingegen die vom Aussterben bedrohte manuelle Handbremse. Deren Hebel wird für 750 Euro, ebenso wie Lenkradkranz, Schaltknauf und -manschette, in farbigem (Wild)-Leder ausgeführt.

Weitere Infos zum Audi A1 und seinen wichtigsten Konkurrenten finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.

Audi A1: Kaufberatung

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Fazit

Der A1 ist ein sympathischer kleiner Flitzer, die Antriebspalette bis auf ein paar kleinere Mankos gelungen. Audi-typisch bewegen sich Material- und Verarbeitungsqualität auf hohem Niveau. Aber so viel Premium schlägt sich eben im Preis nieder – und damit könnte Audi an der jungen Erstkäuferschaft vorbeizielen. Ob die sich mit den preistreibenden Individualisierungsoptionen locken lässt, sei einmal dahingestellt, denn ein quietschbunter Gebrauchter ist nicht jedermanns Geschmack. Ein dicker Wermutstropfen sind auf jeden Fall die Aufpreise für Bluetooth und USB-Schnittstelle – das ist kein Vorsprung durch Technik, sondern ein Rückschritt durch Controlling.

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