Audi A1 Sportback Facelift (2015): Fahrbericht

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Audi A1 Sportback Facelift (2015): Fahrbericht

— 05.12.2014

Erste Fahrt im aufgefrischten Audi A1

Audi hat den A1 geliftet. Mit zwei neuen Dreizylindern soll der Kleine aus Ingolstadt sparsamer werden. Wie er sich fährt, zeigt der erste Fahrbericht.

Durch eine überarbeitete Front- und Heckschürze wächst der kleine Ingolstädter um zwei Zentimeter auf 3,98 Meter.

Zwei mal Drei gleich Eins – mit dieser Zauberformel will Audi beim gelifteten A1 künftig Spaß und Sparsamkeit unter einen Hut bringen. Denn nach mehr als 500.000 Exemplaren in vier Jahren bringen die Ingolstädter ab Februar 2015 den überarbeiteten A1 zu Preisen ab 19.300 Euro an den Start. Dann will der Benjamin der Bayern vor allem mit zwei neuen Dreizylindern punkten, die Herz und Hirn gleichermaßen ansprechen sollen. Nicht umsonst senken sie den Verbrauch bei den Benzinern auf 4,3 und bei den Dieseln auf 3,4 Liter und wollen trotzdem auch in der Dynamikwertung weit vorne mitfahren.
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Was die Vernunft betrifft, geht die Formel tatsächlich auf. Denn der 1,4 Liter große und 90 PS starke Diesel gehört dann zu den sparsamsten Motoren in dieser Klasse. Und der 95 PS starke 1,0-Liter-Benziner setzt sich sogar einsam an die Spitze und lässt Autos wie den Mini munter hinter sich.

Die Papierwerte des Dreizylinder-Benziners sind akzeptabel

Im Innenraum ist das Facelift an zusätzlichen Chromleisten erkennbar. Darüber hinaus bietet Audi eine Palette an Individualisierungsmöglichkeiten an.

Beim Vergnügen sollte man die Erwartungen dagegen nicht ganz so hoch schrauben. Denn selbst wenn die Papierwerte für den neuen Basis-Benziner mit einem Sprintwert von bestenfalls 10,9 Sekunden und ein Spitzentempo von 186 km/h allemal akzeptabel sind und man mit bis zu 160 Nm auf feuchtem Untergrund sogar ein bisschen mit den Vorderrädern quietschen kann, fühlt sich der vermeintliche Kraftknirps in der Praxis, nun ja, ein bisschen koffeinarm an. Sonderlich aufgeweckt jedenfalls wirkt der kleine Audi nicht, wenn man flott über die Landstraßen räubern und sich im Feierabendverkehr an den müden Pendlern vorbei in die Pole-Position mogeln möchte.
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Dafür allerdings wird der Fahrer nicht so schnell müde. Erstens, weil auch der Audi-Motor klingt, wie Dreizylinder nun mal klingen und deshalb munter aus dem Bug schnattert. Und zweitens, weil man ohne den Aufpreis für die Doppelkupplung mit fünf Gängen Vorlieb nehmen und entsprechend oft schalten muss. "Alles eine Frage des Gewichtes", rechtfertigt ein Entwickler diesen Rückschritt, weil nur ein leichtes Auto ein sparsames Auto sei und ohne den Geiz ums letzte Gramm das als Ziel gesteckte "Ultra"-Siegel für besonders sparsame Audi-Modelle nicht zu holen gewesen wäre.

Topmotor im gelifteten A1 ist ein 192-PS-Vierzylinder-Turbo

Der neue 1,0-Liter-TFSI-Dreizylinder leistet 95 PS und sich soll laut Audi mit 4,3 Litern auf hundert Kilometern begnügen.

Aber keine Sorge, der A1 kann ja auch anders. Nicht umsonst steht auf der Kehrseite der neuen Öko-Gleichung auch weiterhin der S1, der mit 231 PS, bitterbösem Design, knochentrockenem Fahrwerk und standesgemäßem Allradantrieb mehr Vergnügen bietet, als man es einem Kleinwagen zutrauen würde – selbst wenn man dafür mindestens 29.950 Euro investieren muss. Zwischen diesen beiden Extremen gibt es noch vier weitere Motorvarianten, die ebenfalls neu oder zumindest gründlich überarbeitet sind. Bei den Dieseln ist das ein 1,6-Liter mit 116 PS. Und bei den Benzinern bieten die Bayern zusätzlich die Wahl zwischen dem 1,4-Liter mit jetzt 125 oder 150 PS, der in der stärkeren Version mit Zylinderabschaltung ausgestattet ist, oder dem gerade auch im Polo GTI eingeführten 1,8-Liter, der den S1 mit seinen 192 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 234 km/h beinahe überflüssig macht.

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Weniger Zylinder, höherer Preis

Dass man dann allerdings schon ohne die vielen neuen Design-Variationen an dem ansonsten eher mäßig modifizierten Yuppie-Flitzer und ohne neue Extras wie den WLAN-Hotspot, das Dynamikpaket Drive Select oder die einstellbare Stoßdämpfer schon bei 25.900 Euro für den Dreitürer ist und für den fünftürigen Sportback noch einmal 850 Euro einplanen muss, darf stilbewusste Städter da nicht stören. Überhaupt lehrt einen der A1 eine gewisse Demut gegenüber dem Kontostand. Denn nur weil das Auto klein ist und die Motoren geschrumpft wurden, sollte man nicht gleich auf sinkende Preise hoffen. Zwar leistet sich Audi bei der Modellpflege nur einen moderaten Aufschlag. Doch was die Bayern beim Downsizing sparen, geben sie an die Kunden nicht weiter. Im Gegenteil: Für weniger Zylinder zahlt man künftig sogar mehr Geld.

Autor: Thomas Geiger

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