Audi A3 (1996-2003)

Gebrauchtwagen Audi A3 1.9 TDI Gebrauchtwagen Audi A3 1.9 TDI

Audi A3 (1996-2003)

— 25.02.2002

Fein, aber voller Fehler

Das verführerische Design kann täuschen: Unter seinem eleganten Blechkleid verbirgt der Audi A3 zahlreiche lästige Technik-Flöhe.

Motor und Antrieb

Dem A3 gebührt die zweifelhafte Ehre, als erster Audi nennenswerte Lieferzeiten verursacht zu haben. Wer im Oktober 96 einen neuen 1.9 TDI haben wollte, konnte sich erst ein Dreivierteljahr später über die Lieferung freuen. Inzwischen hat sich die Situation entspannt, neue A3 purzeln zügig vom Band, und auch die Gebrauchtwagenhöfe sind gut mit kompakten Ingolstädtern bestückt. Zumindest mit Benzinmodellen. Denn die beiden TDI sind seltener im Angebot, teilweise führen die Händler Wartelisten für Suchende. Weil auch das Preisniveau so hoch ist wie die Nachfrage, kann bei näherer Betrachtung ein Benziner die günstigere Alternative sein. Trotzdem verweisen wir in der Modellempfehlung auf den TDI - weil Diesel auch in einem immer satteren Automarkt beim Wiederverkauf weniger Probleme bereiten.

Für die Technik dagegen gilt dies nicht mehr – gerade die TDI sind für böse Überraschungen gut. Größter Störenfried ist der Zahnriemen für den Nockenwellenantrieb, der laut ADAC die meisten Motorschäden verursacht. Audi hat daher den Wechselintervall von vormals 90.000 auf 60.000 Kilometer reduziert - diese Kosten gilt es zu berücksichtigen. Rund 600 Mark kostet ein Wechsel, inklusive der Spannrolle. Meistens wird es noch einen Hunderter teurer, weil während der Reparatur ein Öl schwitzender Dichtring von der Nebenwelle ans Tageslicht kommt. Weitere schwere Defekte an den Dieseln sind selten. Inzwischen verlieren sie kaum noch Öl, und selbst Defekte an der Einspritzpumpe finden nur im Promillebereich statt.

Grundsolide sind die Benziner, mechanische Schäden nahezu unbekannt, und erst tiefes Graben in unserem Kummerkasten fördert ein abgerissenes Ventil an einem 1.8T zutage. Kann mal vorkommen an einem forsch gefahrenen Turbo.

Karosserie und Technik

Häufiger sind da schon Schäden an der Peripherie. Die Kupplung zum Beispiel ist ein Schwachpunkt. An unserem Dauertest-A3 war sie schon nach 87.000 Kilometern fertig - etwas früh für ein Premium-Fahrzeug. Störend ist auch eine Eigenart der 1,6-Liter: Bewegungen des Leerlaufstellers übertragen sich via Seilzug bis ins Gaspedal – das so unter der Fußsohle ein reges Eigenleben entwickelt. Keine Regung zeigt dagegen das Fahrwerk. Sämtliche Gelenke sind großzügig bemessen, Verschleiß daran tritt frühestens nach Taxi-mäßigen Kilometerleistungen auf. Einzig die Kunststoff-Verbindungsstäbe des vorderen Stabilisators können mit der Zeit Spiel bekommen - hörbar am Klappern.

Mit diesem Stichwort wechseln wir zum Interieur. Merke: Was hochwertig aussieht, muss nicht zwangsläufig auch so zusammengebaut sein. Nicht umsonst hat Audi nach Anlauf des A3 eine schnelle Eingreiftruppe organisiert – das Knister-Team. Seit ungefähr Mitte 98 sind erste Erfolge spürbar, solche Fahrzeuge machen deutlich weniger Nebengeräusche. Geblieben ist allerdings die Maserung der Armaturentafel mit der vielsagenden Bezeichnung Düne – tatsächlich sammelt sich dort jede Menge Staub. Pflegetipp: Die feinen Rillen mit einem Mikrofasertuch auswischen. Und vielleicht bei der Wahl ein Nichtraucherfahrzeug bevorzugen: schon weil der Aschenbecher bei intensiver Nutzung ausleiert und sich dann nicht mehr schließen lässt.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 10/96 Modell-Neueinführung des kompakten Dreitürers, Benzinmotoren von 101 bis 150 PS, ein TDI mit 90 PS, drei Ausstattungsversionen: Attraction, Ambition und Ambiente 7/97 Seitenairbags Serie, TDI mit 110 PS lieferbar 10/98 Einführung der quattro-Version, 1.8T auch mit 180 PS lieferbar 2/99 Einführung S3: 210 PS und Allradantrieb 9/99 Vorstellung Fünftürer, ESP Serie ab 1.8T, sonst gegen Aufpreis 10/00 Modellüberarbeitung. Neue Scheinwerfer, geänderte Heckleuchten, ESP Serie, neuer Pumpe-Düse-TDI mit 130 PS 5/03 Nachfolger als Dreitürer eingeführt 9/04 neuer Fünftürer als Sportback

Schwachstellen • Auspuffanlage rostet zwar kaum, zeigt aber eine Neigung zum Durchblasen, die zu Problemen bei der Abgasuntersuchung führen kann • Zahnriemen ist die Achillesferse der TDI, muss alle 60.000 Kilometer erneuert werden. Bei Riss droht ein Totalschaden des Motors • Bremsanlage fällt beim TÜV oft mit verschlissenen Scheiben auf. Als Ursache kommen die langlebigen, aber auch recht harten Beläge in Frage, die stärker an den Scheiben nagen • Elektrik zeigt keine herausragenden Schwächen, aber viel Kleinärger mit ausfallender Instrumentenbeleuchtung, bei Nässe verrückt spielenden Fensterhebern oder versagender Funkfernbedienung

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Audi A3 1.9 TDI, 66 kW/90 PS, Baujahr 1998. Mit der Preisgestaltung der Ersatzteile untermauert Audi seinen Premiumanspruch. Einzig Verschleißteile bleiben im Rahmen der Kompaktklasse.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "In nahezu allen Kapiteln schneidet der Audi A3 besser ab als der Durchschnitt der geprüften Fahrzeuge. Rost ist dank Vollverzinkung überhaupt kein Thema, auch das Fahrwerk ist sehr stabil. Auffällig: Das Abblendlicht ist häufig falsch eingestellt, und die Blinker werden doppelt so oft beanstandet wie im Schnitt. Überdurchschnittlich oft werden auch die Bremsscheiben moniert, ausgesprochen solide zeigt sich die Auspuffanlage." Werner Lyrmann, Gutachter TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung Audi A3 1.9 TDI (66 kW/90 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 513 Mark im Jahr/Euro 3 Testverbrauch: Werksangabe 4,9 Liter, gemessen 6,1 Liter (Diesel) Versicherung: Vollkasko (19/1000 Mark SB): 2070 Mark. Teilkasko (33/300 Mark SB): 641 Mark. Haftpflicht (15): 1485 Mark (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 350 bis 550 Mark Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 33 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 2000 Mark Verlust

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