Audi A3 2.0 FSI

Fahrbericht Audi A3 2.0 FSI Fahrbericht Audi A3 2.0 FSI

Audi A3 2.0 FSI

— 27.03.2003

Edel & Stark

Audi A3 zum Zweiten: Der Golf im feinen Zwirn will was Besseres sein. Anmaßung oder berechtigter Anspruch?

Etwas breiter, etwas geduckter, viel besser

Premium – wer etwas auf sich hält, muss Premium sein: ob Sekt oder Selters, ob Kaviar oder Kompakter. Der Audi A3 hat seit 1996 erfolgreich bewiesen, dass Kunden bereit sind, für ein Schrägheck noch mehr zu bezahlen, wenn’s Premium ist. Wird da oben, gegen Golf und A-Klasse, die Luft dünn, wenn am 9. Mai der neue A3 erscheint? "Wir bauen den sportlichsten unter den Premium-Kompakten", so Audi-Chef Dr. Martin Winterkorn. Aha, den Premium-Premium sozusagen.

Egal was dieses Etikett darstellen soll, ein umwerfendes Blechkleid jedenfalls nicht. Beim Neuen regierte die Vorsicht, schließlich ist der Kompakte Audis Goldesel. So steht der Dreitürer dezent in der Form, dafür aggressiv im Detail – wie etwa dem bei Tunern so beliebten bösen Blick. Dass er ein Coupé sein soll, wie Audi sagt, wird wohl erst deutlich, wenn in anderthalb Jahren der Fünftürer folgt – ein deutlich höherer Sport-Avant, der dann Sportsback heißen soll.

Man kann Premium vielleicht nicht sehen, dafür aber fühlen. Die Türen schließen wieder mit dem Klang eines Tresors, die Sitze passen wie eine zweite Haut, jedes Einzelteil sitzt wie festbetoniert. Da ist es wieder, das typische A3-Gefühl: Hier haben kluge Ingenieure jedes Detail durchdacht und ohne Sperenzchen edel zu Ende gebaut.

Bermuda-Dreieck für Schlaglöcher

Der kleine Audi hat etwas von einer hochwertigen Aktentasche für die Ewigkeit. Eine, die schöne Tricks kennt wie die Skiluke (225 Euro), ein schlaues Sonnenschott (110 Euro, Ambition Serie) auf der Hutablage gegen Zugluft oder eine Gepäckmatte zum Wenden – mit einer Dreckseite für Bergschuhe (60 Euro).

Knistern oder Klappern ist in dieser felsenfesten Höhle so unbekannt wie Popmusik im Petersdom. Immerhin hat der A3 um satte 100 Kilo zugelegt – wo bleibt Audis "Leichtbau-Kompetenz"? So viel Luxus-Speck schluckt wieder einmal mehr Sprit und Temperament. Aber er ist ein . Wie der A3 Asphaltsünden schluckt und lange Wellen noch souveräner abreitet, das macht ihm in dieser Klasse keiner vor. Da können wir vom Golf, der im Herbst mit gleicher Technik erscheint, einiges erwarten.

Die sportliche Note, die Audi liefern soll, ist beim A3 mit den Händen zu greifen: Die Servotronic, eine elektromechanische Lenkung, lenkt so agil und leichtfüßig ein, wie es der alte A3 nie konnte. Darin steckt viel vom Focus, schließlich hat VW vor Jahren Fords Chef-Entwickler Dr. Ulrich Eichhorn abgeworben. Manchmal ist Premium halt einfach nur zugekauft.

Hinten heißt es "aua" statt "ahhh"

Hausgemacht ist dagegen der Fortschritt beim 2,0-Liter-Benziner. Der Direkteinspritzer, im A4 noch ein berüchtigter Rüttler, wirkt im A3 so gesittet, dass ich mich frage, ob Audi die Spartechnik im Testwagen abgeschaltet hat. Kein Rumoren, kein Anfahrloch – der FSI geht mustergültig gleichmäßig, lässt nur leise seine 150 PS zirpen und sprudelt locker bis Tacho 220. Mal sehen, ob der Musterknabe auch beim späteren Verbrauchstest glänzen kann.

Denn dieser rollende Felsen verlangt Gas, verlangt Leistung, um Audis Sportlichkeit zu erfüllen. Daher haben die TDI zugelegt auf 105 und 140 PS, als neuer Topmotor folgt im Sommer der 3,2 Liter große Sechszylinder vom Golf R32 – mit 250 PS wie im großen TT. In rund zwei Jahren kommt ein S3, später der RS3 mit 350 PS.

Neben der ganzen Perfektion haben auch ein paar alte A3- Macken überlebt: die hohe Ladekante, schlechte Sicht nach hinten oder wenig Knieraum im Fond. Trotz 65 Millimeter mehr Radstand heißt es hinten "aua" statt "ahhh". Die A3-Käufer leben damit genauso wie mit saftigen Preisen ab 18.850 Euro, die um rund drei Prozent zugelegt haben. Schließlich kommt Premium aus dem Lateinischen und heißt nichts anderes als Preis.

Ausstattungslinien und Technische Daten

Die Ausstattungslinien

"Attraction" Front- und Seitenairbags, Kopfairbags Sideguard, Vordersitze mit aktiver Kopfstütze, ESP, Easy Entry (Vordersitz fährt beim Fondeinstieg vor), Fahrersitz höhenverstellbar, elektrische Fensterheber, 16-Zoll-Räder, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, Interieur in Schwarz oder Tiefblau

"Ambition" Sportfahrwerk, Sportsitze vorn, höhenverstellbarer Beifahrersitz, 17-Zoll-Alus, Nebelscheinwerfer, Alu-Einstiegsleisten, Sonnenschott (sonst 110 Euro extra)

"Ambiente" 16-Zoll-Alu-Gussräder, Holzdekor, Tempomat, Innenlichtpakete (sonst 180 Euro extra) Extras: Bose-Soundsystem 450 Euro, Getränkehalter 15 Euro, Metalliclack 490 Euro, Zwei-Zonen-Klimaautomatik 1390 Euro.

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