Audi A3 2.0 TDI Ambition

Audi A3 2.0 TDI Ambition Audi A3 2.0 TDI Ambition

Audi A3 2.0 TDI Ambition

— 08.04.2003

Golf im Audi-Look

Der neue A3 bringt schon die Technik des Golf V. Im Test der Power-Diesel 2.0 TDI mit 140 PS.

Hohe Gürtellinie und schmale Fenster

Auffallen mit Audi geht selbst mit knalligem Brillantrot nicht. Bestes Beispiel: der rote Testwagen, einer der ersten neuen A3 überhaupt auf Deutschlands Straßen. Keiner nimmt von ihm Notiz. Kein Wunder: Denn auf den ersten Blick sieht der jüngste Spross aus Ingolstadt sehr vertraut aus. Unter dem Blech gibt es dafür viel Fortschritt. Reicht das aus, um in der hart umkämpften Kompaktklasse vorn mitzufahren?

Karosserie Mehr Radstand (plus 65 mm), mehr Breite (plus 30 mm) – der Audi legt hier deutlich zu. Nur nicht in der Höhe (minus sechs Millimeter). Die hohe Gürtellinie und schmale Fenster stärken das Gefühl von Geborgenheit im Innenraum. Der Blick durch die hintere Schießscharte – pardon Heckscheibe – an den ausgeprägten C-Säulen vorbei verstärkt den Eindruck. Den Einstieg nach hinten erleichtert die serienmäßige Easy-Entry, die Ausformung im Dach schafft selbst für Großgewachsene Platz.

Lob verdienen die verwendeten Kunststoffe – ein Haptik-Highlight und Eldorado für Genussmenschen. Der auf Antippen dreimal blinkende Richtungsanzeiger verstärkt den hochwertigen Eindruck. Das Kofferraumvolumen blieb mit 350 Litern im Vergleich zum Vorgänger gleich. Enttäuschend: die Variabilität. Lediglich eine geteilt klappbare Rückbank (1/3 zu 2/3 oder ganz) mit Durchladeeinrichtung ist für ein ganz neues Modell eher dürftig. Zumal selbst die Kopfstützen beim Umklappen der Bank entfernt werden müssen. Wertung: 80 von 100 Punkten

140-PS-Diesel mit hoher Laufkultur

Antrieb Der 2,0-Liter-TDI ist derzeit der Top-Diesel im Audi, und zugleich der erste mit Vierventil-Zylinderkopf. Auspuffrohre ähnlich denen des C 30 CDI von AMG lassen auf einen potenten Power-Diesel hoffen. 140 PS stehen auf der Habenseite. Aber die 1,4 Tonnen Leergewicht unseres Testwagens vereiteln Temperamentausbrüche.

Dennoch: Der Fortschritt zum 1,9-Liter-Pumpe-Düse-Diesel ist spürbar. Der Gewinn liegt vor allem in der Laufkultur und der Sparsamkeit. Die leichte Antrittsschwäche und das schmale nutzbare Drehzahlband, in dem das maximale Drehmoment anliegt, kaschiert das kurz übersetzte Sechsganggetriebe gekonnt. Bis 180 km/h geht es recht flott voran, erst danach wirkt der Audi merklich zäher.

Der Spritkonsum bleibt unter dem des 130 PS starken Vorgängers. Maximaler Minimalverbrauch: 4,7 Liter auf 100 Kilometer. Im Schnitt waren es 8,2 Liter. Wertung: 81 von 100 Punkten

Sportfahrwerk nichts für Sensibelchen

Fahreigenschaften Audi hat seine Hausaufgaben gut gemacht. Gezielter Leichtbau und technischer Feinschliff reduzieren die Wankbewegungen der Karosserie auf ein Minimum und lassen den A3 direkt einlenken. Die elektromechanische, schnell ansprechende Servolenkung tut ein Übriges und unterbindet wirkungsvoll Antriebseinflüsse. Erst spät kündigt sich der Grenzbereich an – gutmütig untersteuernd. Lastwechsel sind dem Audi fremd. Wertung: 86 von 100 Punkten

Fahrkomfort Für sensible Naturen ist das serienmäßige Sportfahrwerk der getesteten Ambition-Version nicht zu empfehlen. Speziell auf kurzen Wellen bockt der A3 wie ein tiefer gelegter Vierte-Hand-Golf. Über jeden Zweifel erhaben sind die Sitze – auch auf langen Strecken. Die Ausstattung ist gut, die Liste möglicher Optionen jedoch Audi-typisch lang. Als kleinen Stilbruch kann man die Holz-Dekoreinlagen für die sportliche Ausstattungslinie auslegen. Wertung: 75 von 100 Punkten

Sicherheit Alles drin, alles dran. Ab Werk kommt der A3 sowohl mit Front- als auch Seitenairbags, einem Kopfairbagsystem für Front- und Fondpassagiere (Sideguard) und aktiven Kopfstützen vorn. ABS, ESP und fünf Dreipunktgurte sind selbstverständlich. Wertung: 89 von 100 Punkten

Ausstattung, Preis und Kosten

Wirtschaftlichkeit 24.100 Euro kostet der 2.0 TDI – mindestens. Lange Serviceintervalle (50.000 Kilometer) und niedriger Verbrauch schonen den Geldbeutel. Angaben über den zu erwartenden Wertverlust gibt es noch nicht, eine Verschlechterung zum Vorgänger ist kaum denkbar. Wertung: 86 von 100 Punkten

Technische Daten im Überblick

Flott unterwegs: Der A3 2.0 TDI Ambition sprintet in 9,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Sehr gut: 37,1 Meter Bremsweg (aus 100 km/h).

Fazit und Punktewertung

Fazit Der neue Audi A3 ist ein Allrounder. Viel Pfiff gibt es nicht – weder optisch noch technisch. Ambiente und Handling überzeugen. Tadel muss das Sportfahrwerk des Ambiente einstecken: Die Abstimmung ist unharmonisch. Gesamtwertung: 497 von 600 Punkten

A3 gegen Peugeot 307 und Renault Mégane

Premium-Bier, Premium-Hotel, Premium-Ansprüche – ganz klar, Sie sind selbstverständlich auch Premium-Kunde. Als Premium-Angebot in seiner Klasse ist der neue A3 dann genau das richtige Auto. Oder doch nicht? automobil bat deshalb die bisherigen Abräumer bei den Kompakten zu einem ersten Treffen. Renault Mégane und Peugeot 307 sind das Maß der Dinge.

Zurückstecken müssen die Spitzenreiter derzeit noch in der Motorisierung. Weder mit 107 PS (Peugeot) noch mit 120 PS (Renault) kann einer der beiden die Leistung von Audis Pumpe-Düse-Diesel übertrumpfen. Anders sieht es da schon mit der Karosserie aus. Besonders der Peugeot überragt in diesem Kapitel den Audi beachtlich. Das beschert dem Franzosen auf den vorderen Sitzen ein sehr großzügiges Raumgefühl, hinten bietet der Mégane mehr. Sowohl subjektiv als auch objektiv kann der A3 in diesem Kapitel nicht mithalten. Im Vergleich wirkt seine knapp geschnittene Karosserie mit dem niedrigen Dach dafür ungemein dynamisch. Die konventionelle Fenstergröße suggeriert Geborgenheit.

Praktisch: Im Heck verbirgt er den größten Kofferraum in diesem Trio. Mit 350 Litern sticht der Audi seine Mitbewerber knapp aus (Renault 330 Liter, Peugeot 341 Liter). Doch das allein zählt im Alltag nicht. Zusätzlich dazu hätten dem A3 ein paar praktische Details mehr gut getan. Wo der Mégane mit pfiffiger Anordnung der Sitzverstellung punktet (an der Front des Sitzes), per Knopfdruck und Chipkarte gestartet wird und über einen Tankdeckel-Mechanismus verfügt, an dem nie mehr Finger schmutzig werden, gibt sich der Audi betont konventionell.

Erst bei Qualität und Haptik der verwendeten Materialien erreicht der Audi wieder die Spitzenposition. Keiner der Franzosen kann hier Schritt halten. Mithalten kann auch keiner beim Handling. Besonders in der von uns getesteten Ambition-Variante mit serienmäßigem Sportfahrwerk distanziert er sich klar. Obwohl er über 150 Kilo schwerer als 307 und Mégane ist. Also wieder ein klarer Durchmarsch für den Newcomer? Nach dem ersten Schlagabtausch stehen die Chancen zumindest nicht schlecht. Ein harter Vergleichstest mit allen Fakten und Daten wird in einem der nächsten Hefte wieder einen Superstar finden. Dann vielleicht einen neuen.

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