Audi A3 2.0 TDI gegen VW Golf 2.0 TDI

Der Kopf sagt Golf, der Bauch A3 Der Kopf sagt Golf, der Bauch A3

Audi A3 2.0 TDI gegen VW Golf 2.0 TDI

— 30.10.2003

Der Kopf sagt Golf, der Bauch A3

Eine Basis – zwei Welten: die ungleichen Brüder Audi A3 und VW Golf. automobil TEST ließ sie gegeneinander antreten.

Audi A3 verlangt Kompromissbereitschaft

Der deutsche Durchschnittsmann heißt Michael Müller. Er hat ein Kind, Schuhgröße 42 und einen kleinen Bauch. Sein liebstes Auto: der VW Golf. Eine Statistik, die gilt. Seit Jahren. Sie wollen kein deutscher Normmann sein? Dann probieren Sie doch mal den Audi A3. Der trägt unter seinem Blechdach die gleiche Technik wie der Golf – da sollte sich das Risiko in Grenzen halten, oder?

Ein Blick in die aggressiv gezeichneten Scheinwerfer des Audi weckt erste Zweifel. Der A3 als sportlicher Dynamiker verlangt Kompromissbereitschaft. Etwa bei jenen, die die Rückbank entern wollen. Gelenkigkeit kann beim Hineinzwängen nicht schaden. Der Golf macht einem diese Übung nicht leichter, aber für 995 Euro zusätzlich öffnen sich hinten zwei Extra-Türen.

Nicht so beim A3, den es momentan nur als Dreitürer gibt. Ganz gleich wie viele Türen er hat: Der VW bietet hinten mehr Platz. Zwar bekommt Herr Müller seine Beine in beiden Autos gleich gut unter. Viel mehr als die durchschnittlichen 1,77 Meter sollte er aber nicht messen. Sonst stößt er mit dem Kopf ans A3-Dach.

Nüchternes Armaturenbrett-Design im Golf

Vorn herrscht dagegen Einigkeit unter den Familienmitgliedern. Dass man sich im Audi trotzdem wohler fühlt, hat mit dem Platzangebot nichts zu tun: Während das Golf-Armaturenbrett ungefähr so aufregend gezeichnet ist wie das Jahrbuch des Statistischen Bundesamtes, wagt der Audi einen flotteren Strich. Runde Lüftungsdüsen wie im Audi TT bringen Pfiff in die Bude, Details wie der Alu-Öffner am Handschuhfach-Deckel Eleganz.

Beim Qualitätseindruck schneiden beide gut ab, wenngleich der deutschlandweite Sparwahn auch vor den VW-Entwicklungsabteilungen nicht Halt macht: Die Sonnenblenden bezieht VW in Golf und A3 nur noch mit billig wirkender Folie. Und für die Mittelkonsolen wünschen wir uns in dieser (Preis-)Klasse ein anderes Material als Hartplastik.

Die Sitze im Golf sind gut – jene im Audi besser. Straff gepolstert und perfekt um den Leib geschneidert, betten sie den Fahrer auf der Autobahn ebenso bequem wie auf der Kurvenhatz. Die Golf-Sitze wirken dagegen etwas "verweichlicht", aber durchaus passend gepolstert für den bequemen Deutschen mit Bäuchlein.

Fahrwerk, Motoren und Preise

Dem dürfte auch die Fahrwerksabstimmung besser schmecken: Der Golf federt komfortabel wie eine Limousine. Sportliche Einsätze macht er aber auch mit – anders als Herr Müller, der ja am liebsten fernsieht. Der Audi spielt dagegen den harten Typen, in der sportlichen Version Ambition sogar den auf dem Asphalt klebenden Bürgerschreck. Dafür fühlt sich der A3 in Kurven so wohl wie Müllers Kind auf dem Abenteuerspielplatz. Sogar die Lenkung, baugleich mit jener im Golf, wirkt im A3 direkter: Eine modifizierte Software für die Servohilfe macht's möglich.

Beim Motorenprogramm sind die Unterschiede deutlicher: Während VW einen preiswerten Einstieg mit 75 PS für 15.220 Euro ermöglicht, müssen es im A3 mindestens 102 PS sein: macht 18.850 Euro. Auch bei vergleichbaren Motoren bleibt der Audi auf Distanz: Der beliebte 2.0 TDI Ambiente kostet stolze 24.000 Euro, der mit dem Diesel genauso temperamentvoll (und unkultiviert) motorisierte Golf Comfortline 22.625 Euro.

Beide haben Elementares wie ABS, ESP, Kopfairbags oder elektrische Fensterheber serienmäßig. Beiden fehlt – dem Premiumanspruch der Marken zum Trotz – Radio und Klimaanlage. Rechnet man das hinzu, wird Michael Müller heftig schlucken: Der bezahlt ungern mehr als 22.100 Euro für sein Auto. Rein statistisch gesehen.

Fazit, Technische Daten und Ausstattung

Fazit Vernunftmenschen kommen am Golf kaum vorbei: Er bietet mehr Platz als der A3 und mehr Komfort. Und das zum günstigeren Preis. Aber der sportlicher abgestimmte A3 macht mehr Spaß. Und er ist eben nicht das Auto, das fast jeder hat.

Audi A3 oder VW Golf V – Ihr Urteil

Testwerte sind harte Fakten. Ob ein Auto letztlich ankommt, wissen aber nur die Verbraucher selbst – also Sie. Deshalb ist uns Ihre Meinung wichtig. Vergeben Sie eigene Noten für Audi A3 2.0 TDI und VW Golf 2.0 TDI. Den Zwischenstand sehen Sie direkt nach Abgabe Ihrer Bewertung.

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