Audi A3 (8V): Kaufberatung
— 16.08.2012Nummer A drei
Der neue A3 ist der wichtigste Audi nach dem A4. Neu? Moment, der Kompakte sieht auf den ersten Blick gar nicht so neu aus. Auf den zweiten Blick wirkt er dafür knackfrisch. Unsere Kaufberatung mit den wichtigsten Infos.
Im Überblick: Alle Tests zum Audi A3
Ein Fortschritt ist die neue, elektromechanische Lenkung. Sie arbeitet weniger leichtgängig als rückmeldungsaktiv. Weil die Elektrik – anders als eine Hydraulikpumpe – nur beim Lenken arbeitet, spart der Servomotor nebenbei Sprit. Theoretisch. Denn während erster Testfahrten auf mallorquinischen Landstraßen gab es kaum ein gerades Stück Straße, das die Lenkung zu einer Pause gezwungen hätte. Dafür haben die schmalen, gewundenen und geschundenen Inselwege einen Vorteil: Sie decken schlecht abgestimmte Fahrwerke ohne Gnade auf. Beim A3 haben sie sich umsonst zu allen möglichen Gemeinheiten verabredet: Manche Kurven ziehen sich zu, ein paar hängen lässig nach außen, andere ziehen und hängen. Wenn eine sich zuziehende Serpentine nun besonders fies hängt, kommt bestimmt ein Radfahrer oder ein Bus um die Ecke. Kein Problem, der A3 stoppt sicher. Wir brauchten sie nicht, aber gut zu wissen und erstmals in einem Auto: die Multikollisionsbremse. Käme es zu einem Unfall mit ausgelösten Airbags, würden die Bremsen arretiert. Das soll ein Weiterrollen und damit eine Folgekollision verhindern.
Im Video: So fährt der neue Audi A3

Video: VW Golf, BMW 1er, Audi A3
Ist der A3 reif für die Krone?
Dynamischer wirkt der A3 nun auch. Präzise lässt er sich durch Kurven zirkeln, bleibt lange neutral und jederzeit berechenbar. Zartes Untersteuern kündigt den Grenzbereich an, das ESP zupft den A3 sachte auf die richtige Linie. Speziell auf kurvigen Straßen sind die leichtere Karosserie und die verbesserte Gewichtsverteilung spürbar. Die Vorderachse rückte vier Zentimeter weiter nach vorn; das verringert die Last dort und die Trägheit beim Einlenken. Kurz: Kurven machen richtig Spaß. Auch wenn der modulare Baukasten die Produktion verbilligt, an den Kunden gibt Audi die Ersparnis nicht direkt weiter. Je nach Modell kostet der Neue 150 bis 1100 Euro mehr. Die endlich serienmäßige Klimaanlage relativiert den Aufschlag, bisher waren 1450 Euro für eine Klimaautomatik fällig, jetzt sind es 550 Euro. Sparen lässt sich eher im Betrieb, Audi verspricht im Schnitt einen zwölf Prozent niedrigeren Verbrauch.
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Sparsamstes Modell wird ab Herbst der 1.6 TDI mit 3,8 Liter Normverbrauch bei 99 Gramm CO2. Zum Modellstart im August sind zwei Benziner und ein Diesel im Angebot. Die vorläufige Basis mit 1,4 Liter Hubraum und 122 PS kennen wir aus dem A1. Der 1,8-Liter-Benziner der Baureihe EA 888 ist aus A4 und A5 bekannt. Im A3 ist die dritte Generation des 888 zum ersten Mal quer eingebaut. Kombinierte Saugrohr-Direkteinspritzung, ein wasserumspülter Abgaskrümmer und die Ventilsteuerung Valvelift sind Kennzeichen dieser Ausbaustufe. Mit reinrassiger Direkteinspritzung und zwei Liter Hubraum steckt dieser Motor unter anderem im Golf GTI. Auch der A3 soll 2013 den Zweiliter bekommen – ist schließlich eine Audi-Entwicklung. Vorher kommt der S3. Auch mit zwei Liter Hubraum, aus denen etwa 280 PS quellen werden. Bis dahin gibt der 1.8 TFSI das Spitzenmodell. Für sich betrachtet, macht der 1.8 einen guten Job, bringt sogar etwas Feuer in die Bude. Doch lichterloh brennt's hier nicht, alles läuft in geregelten, kultivierten Bahnen ab, nicht einmal der Sound entflammt den Fahrer. Doch wie gesagt, es ist noch Raum für einen S3, dem schneller als bisher ein RS 3 folgen wird. Beschlossen ist dieser zwar noch nicht, doch der Erfolg des bisherigen RS 3 dürfte die Entscheidung leicht machen. Vernünftig und ab Start zu haben: der 2.0 TDI. Er ist von Grund auf neu konstruiert, leistet 150 PS, läuft dank zweier Ausgleichswellen vibrationsarm und leise. Eine geräuschdämmende Zwischenfolie in der Frontscheibe beruhigt die Fahrgastzelle zusätzlich. Ruhig grummelnd entfaltet der Diesel seine Kraft, zieht subjektiv mindestens so gut wie der 180-PS-Benziner. Beide Maschinen sind ein Beispiel dafür, dass sich Benziner und Diesel angleichen. Vorbei die Zeiten ruppiger Leistungsentfaltung nach dem Erst-nichts-und-dann-alles-Prinzip früher TDI-Tage.
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Routiniert und gleichmäßig schaufelt der Zwo-null seine Kohlen aus dem Keller. Mit der Wucht von 350 Newtonmetern zieht er, wie es früher nur ein Achtzylinder konnte. Bleibt dabei sparsam. Ein ECE-Normwert von 4,1 Litern steht auf dem Papier. Bei der zügig und zu großen Teilen bergauf bewegten quattro-Variante zählte der Bordcomputer 7,5 Liter, beim 1.6 TDI waren es 6,3. Den kleinen Diesel – im Prinzip aus diversen Konzernmodellen bekannt – reicht Audi im Herbst nach. Wir fuhren ihn vorab, und er macht einen guten Eindruck. Ruhig, spontan, bescheiden treibt er den A3 an. Reichen am Ende 105 PS für den Ingolstädter? Ja, danke, es genügt. Die Anschlüsse des leicht und präzise schaltbaren Sechsganggetriebes passen, und die Übersetzung ist nicht zu lang. Starker TDI und quattro bieten Fahrspaß und Traktion, erhöhen aber auch das Gewicht. Wodurch sich die relative Leichtigkeit des A3 etwas verliert. Ein schwerer Brocken ist er jedoch nicht, im Fall des Basismodells (1.4 TFSI, 122 PS, 1175 Kilogramm) feilten die Entwickler 80 Kilo ab. Die Kofferraumklappe schließt mit einem ähnlich satten Geräusch, wie es von den Portalen alter Mercedes-Limousinen zu hören ist. Der Kofferraum bietet neben Klassenüblichem nette Lösungen für den Alltag. Der Boden kann in zwei Höhen fixiert werden, maximiert entweder das Kofferraumvolumen oder schafft ein Zusatzfach. Klappnasen links und rechts halten den Boden aufgestellt, so können beidhändig flache Kleinigkeiten im Zusatzfach verschwinden. Die 365 Liter Volumen erweitern umgeklappte Lehnen auf 1100. Das entspricht in etwa dem bisherigen Sportback. Doch der kommt ja noch. Für Menschen mit mehr Platzanspruch.
Ein Artikel aus AUTO TEST
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