Audi A3/BMW 1er/VW Golf: Vergleich

— 13.04.2012

Wie gut ist der neue Audi A3?

Mit dem neuen A3 präsentiert Audi das jüngste Mitglied der gehobenen Kompaktklasse. Wie schlägt sich der Ringträger im ersten Vergleich mit BMW 1er und Konzernbruder VW Golf?



Für Audi ist 2012 das Jahr der Erneuerung. Anfang des Jahres positionierte sich die Mittelklasse-Baureihe A4 mit frischer Optik und erneuerter Technik gegen den neuen 3er von BMW. Im Sommer soll dann die dritte Generation des A3 auf Eroberungskurs gehen. Und davon hängt einiges ab, denn der edle Kompakte stellt bislang über 20 Prozent des Audi-Absatzes und holt die meisten Erstkäufer zur Marke. Er und der BMW 1er sollen vor- wiegend die junge Klientel begeistern. Beide pflegen einen gewissen Hipster-Anspruch – beim BMW reicht dieser bis zur Ausstattung "Urban Line" mit gewagten weißen Akzenten. Dabei ist dieser dank munterer Motoren und Hinterradantrieb die eigentliche Fahrmaschine des Segments. Als solche beglückt er Dynamik-Fans mit sensiblen Reaktionen auf Gas, Lenkung und Bremse – beste Grüße an den Hinterradantrieb.

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Behutsame Evolution: Beim Design bleibt der neue Audi A3 seiner bekannten Linie treu.

Der ist – genau wie Allradantrieb beim 1er – für den Audi A3 gar nicht vorgesehen. Womit der Charakter der beiden bereits grob umrissen wäre. Der 1er tarnt sich nur als hippes Szenewägelchen, ist trotz vernünftigem und verbrauchsarmem Downsizing-Benziner ein Auto für Fahrernaturen, jederzeit bereit, in Serpentinen das Heck sanft rauszuhängen. Selbstverständlich immer sicher und ESP-kontrolliert. Der A3 hingegen gefällt sich als Wunschauto für Juristinnen und junge Zahnärzte. Er ist die randlose Brille der Kompaktklasse, passt zu jedem Anlass und schmückt seinen Besitzer, ohne zu übertreiben. Entsprechend ist der Neue eine Evolution. Auf den ersten Blick entsteht gar der Eindruck, neue Linien hätten überhaupt nicht zur Debatte gestanden. Auf den zweiten Blick auch noch. Selbst Länge und Höhe sind fast identisch. Der A3 ist so sehr A3 geblieben, dass der Verdacht entsteht, die Designer peilten eine ähnliche Konstanz an wie Porsche mit dem 911. Mit dem er sogar etwas gemein hat: Die Außenspiegel sitzen seit dem Modellwechsel auf den Türen.

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Oldie but Goldie: Mit einem VW Golf VI fährt man ein im Laufe der Jahre gereiftes Auto.

Neu sind beim A3 vor allem die geteilten, horizontalen Heckleuchten. Statt Revolutionen anzuzetteln, haben sich die Karosseriedesigner vier Jahre lang um jedes Detail gekümmert. Haben jede Kante so lange geschliffen, bis sie saß wie bei einem frisch gebügelten Maßanzug. Alten Muff durften die jungen Wilden von der Interieurabteilung ausfegen. Das seit 2003 bekannte Cockpit flog raus. Designer und Ingenieure debattierten um jeden Millimeter Bauraum – bis das Ziel erreicht war, mit dem Armaturenträger "eine neue Art von Leichtigkeit in das Fahrzeug hineinzubekommen", wie Designer Torsten Gallitzdorfer erklärt. Leichtigkeit ist nicht das vorderste Attribut für den Golf. Dessen sechste Generation führt die seit 1974 gepflegte Linie fort und wirkt so erzsolide, dass man mit ihm alt werden möchte. Er wirkt so ernsthaft konstruiert, dass man sich fragt, ob er nicht mitverantwortlich ist für das Vorurteil, Niedersachsen seien humorlos. Falsch, vermutlich gibt es in Wolfsburg keine andere Abendbeschäftigung, als den Golf immer besser zu machen.

Und so steht er in Graumetallic neben dem trendig-weißen A3 und dem 1er in kräftigem Rot. Grau steht dem Golf sehr gut, lässt ihn edel wirken und autoritär. Was also kann man besser machen am Golf? Modularer Querbaukasten (MQB) heißt die Antwort des VW-Konzerns. Also Hauben auf zum Aggregatevergleich, denn der neue A3 ist das erste MQB-Modell. Die neu konstruierten Motoren – Diesel von 90 bis 150 PS und Benziner von 60 bis 180 PS – sind bei allen MQB-Modellen gleich ausgerichtet: Vorn saugt der Motor seine Luft an, der Abgastrakt sitzt vor der Spritzwand. Der Abstand zwischen Pedalerie und Radmitte der Vorderachse ist stets gleich, alles andere variabel. Der Baukasten spart Kosten, denn bei viel weniger Varianten sind die Rabatte im Einkauf höher, die Produktion wird effizienter.

Überblick: Alle News und Tests zum BMW 1er

Getrimmt auf Dynamik: Der BMW 1er ist der einzige Hecktriebler im Testfeld.

Gleichzeitig können die Autos mit dieser Technik völlig unterschiedlich aussehen und theoretisch doch auf derselben Linie gebaut werden. Theoretisch können die Golf-Werker in Wolfsburg also auch den A3 bauen. Oder den Polo. Oder den Passat. Und alles gleichzeitig. Leichter sollen die Baukasten-Autos außerdem werden. Im Vergleich zum Vorgänger will Audi bis zu 80 Kilogramm eingespart haben. Das geht nicht ohne ganzheitlichen Ansatz, jedes Teil kam auf die Waage. Eine Übung, die Ferdinand Piëch als Porsche-Rennwagenkonstrukteur auf die Spitze trieb, indem er 1969 zum Beispiel den Schalthebel des Extrem-Rennwagens 917 aus ultraleichtem Balsaholz fertigen ließ. Einen Schalthebel aus Balsaholz hat der A3 nicht, doch der Stützfuß der Mittelarmlehne besteht aus Magnesium-Druckguss. Vorderer Hilfsrahmen, vordere Kotflügel und Motorhaube sind aus Aluminium. Darunter arbeiten effizientere Aggregate. Etwa der 1.4 TFSI, dessen 122 PS auf 1175 Kilogramm Leergewicht treffen. Zweiter Benziner zum Start im Sommer ist der 1.8 TFSI mit 180 PS – der Vierzylinder mit kombinierter Saugrohr-Direkteinspritzung und der Ventilsteuerung Valvelift arbeitet seit dem Facelift schon im A4, ist dort allerdings längs eingebaut. Weitere Details zu den drei Kompakten gibt es in der Bildergalerie.

Ein Artikel aus AUTO TEST

Zusammentreffen der Meister-Klasse

Audi A3 1.8 TFSI, BMW 118i, VW Golf 1.4 TSI:
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Veröffentlicht:

13.04.2012

Preis:

2,00 €

Autor:

Andreas Of

Fazit

Audi hat den A3 in ein neues Jahrzehnt gebeamt. Die Kanten sind schärfer, die Technik auf dem neuesten Stand. Der BMW 1er wurde in seiner aktuellen Generation geräumiger, ohne Charakter zu verlieren. Der VW Golf ist in Würde gereift. Im Herbst kommt Nummer VII mit neuer Technik.



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