Audi A4 2.4 gegen Saab 9-3 2.0t

Audi A4 Cabriolet 2.4 gegen Saab 9-3 2.0t Cabrio Audi A4 Cabriolet 2.4 gegen Saab 9-3 2.0t Cabrio

Audi A4 2.4 gegen Saab 9-3 2.0t

— 22.09.2003

Frisherman's Friends

Audis A4 Cabriolet und der neue offene Saab 9-3 verwandeln selbst trübe Tage noch in einen goldenen Herbst.

Wie Kim Basingers Strip in "9 1/2 Wochen"

Was war das für ein Sommer! Von List auf Sylt bis Oberstdorf im Allgäu mutierte eine ganze Republik zu einem Volk völlig hemmungsloser Sonnenanbeter: bauch-, bedenken- und blechdachfrei. Doch vorbei – der Herbst steht vor der Tür. Und das Cabrio damit wieder in der Garage?

Von wegen! Echte Open-Air-Fans frönen auch weiterhin dem Offenfahren – allen Herbststürmen zum Trotz. Also nichts wie runter mit dem Oberteil und ab an den Strand – der in St. Peter-Ording, wo unser Foto entstand, allen Bedenken der Naturschützer zum Trotz ganz offiziell befahren werden darf. Audi A4 2.4 und Saab 9-3 2.0t ließen sich vom klammen Klima an der Nordseeküste nicht beeindrucken und legten mutig ihre Oberteile ab. Beiden reicht dazu ein Knopfdruck. Schon falten sich die dicken Stoffkappen mit ihren heizbaren Glasheckscheiben – elektronisch perfekt arrangiert – in die Verdeckkästen.

Die oft als kühl verkannten Schweden legen dabei eindeutig den heißeren Strip aufs Parkett, Pardon, auf die Straße. Beim Saab öffnet die Verdeckklappe nicht wie bei Audi nach oben, sondern schiebt sich über den Kofferraumdeckel. Ein Schauspiel, so verführerisch wie Kim Basingers Strip in "9 1/2 Wochen", nur viel schneller: Gerade mal 20 Sekunden dauert der Sonnentanz, für den bis 30 km/h nicht mal gestoppt werden muss.

Sturmfreie Zone im Audi A4

Dass der A4 sich hier vier Sekunden mehr Zeit nimmt, muss uns aber nicht wirklich stören. Denn der elegante Ingolstädter weiß genau, worauf es bei einem Cabrio wirklich ankommt. Fast perfekte Verarbeitung, feine Materialien, exklusives Interieur – der A4 markiert die Sonnenseite des Offenfahrens, stellt den alles andere als schlecht gemachten Saab 9-3 in den Schatten.

Außerdem entwickelt der Audi in jedem Aggregatzustand mehr Verwöhnaroma. Geschlossen schmeichelt er selbst auf der Autobahn noch flüsterleise unseren Ohren, die offene Landpartie verursacht kaum mehr Fahrtwind als ein sanft geschwungener Palmwedel. Und wer 290 Euro ins Windschott investiert (Saab 429 Euro), kommt sogar bis Tempo 180 ohne Sturmschäden davon.

Im Saab rüttelt der Wind dagegen stärker an Verdeck und Haaren. Besonders beim gemütlichen Bummel auf der Landstraße stören leichte Fallwinde hinter dem Scheibenrahmen den Oben-ohne-Genuss.

Fahrverhalten und Komfort

Trotz deutlich verbesserter Verwindungssteifigkeit fehlt dem 9-3 auch die unverwüstliche Solidität des A4. Wo der Audi immer noch steif wie ein Stahlträger über die Piste bügelt, befällt den Saab schon mal ein leichtes Zittern.

Die komfortable Federung des Schweden erreicht ebenfalls nicht ganz Audi-Niveau. Zusammen mit den gemütlichen Sitzen hält sie uns leichte Schläge souverän vom Leib, gerät auf Holperstrecken aber schon mal ins Stolpern und lässt die Vorderachse unfein poltern.

Töne, die dem Audi fremd bleiben. Das straffe Fahrwerk schüttelt den schwierigen Spagat zwischen sportlicher Straßenlage und kommodem Komfort wie selbstverständlich aus den Federn. Trotz der im Vergleich zum Saab etwas kurzen Sitzflächen (dafür mehr Seitenhalt) lässt sich der Sommer kaum entspannter genießen als im A4 Cabrio.

Motor und Getriebe

Zu diesem coolen Credo passt der gemütlich agierende 2,4-Liter-V6 wie Sahne zum Eis. Nach einer leichten Anfahrschwäche schmeicheln sich die 170 PS mit kernigem Knurren in unser Gehör und bringen den Audi flott in Fahrt. Nur die Schaltwege des Fünfganggetriebes fallen (wie bei Saab) zu lang aus – doch seit dem Modelljahr 2004 vertraut Audi hier auf die neue Sechsgangbox ML 310.

Auch der Vierzylinder-Turbo aus dem Hause Saab agiert nicht gerade bissig, sorgt mit seinen 175 PS aber für ausreichend Druck und flieht bei Bedarf im Eiltempo vor nahenden Tiefdruckgebieten. Dabei überrascht der Vierventiler mit gleichmäßiger Kraftentfaltung, toller Drehfreude und moderatem Verbrauch. Von wegen Turbo läuft, Turbo säuft – knapp zehn Liter gehen in Ordnung.

Über den stattlichen Preis von 34.750 Euro für den Saab 9-3 2.0t Linear müssen wir dagegen noch mal reden. Der besser ausgestattete Audi A4 2.4 kostet nur 150 Euro mehr. Da kommen wir doch glatt schon wieder mächtig ins Schwitzen.

Technische Daten und Testwerte

Mit einem Brems-Mittelwert von 40,8 Metern liegt der Audi gerade noch am Rande dessen, was akzeptabel ist. Der Saab bietet mit einem Durchschnitt von 38,5 Metern dagegen keinen Grund zur Kritik.

Kosten und Ausstattungen

Die Grundpreise unterscheiden sich gerade mal um 150 Euro. Doch dafür bietet Audi die etwas bessere Komfortausstattung.

Fazit und Wertung

Fazit Das neue Saab 9-3 Cabrio lässt zwar leider das markante Design seiner Vorgänger vermissen, kann sonst aber alles besser. Vom Antrieb über Steifigkeit bis zum Fahrwerk. So gut, dass er dem Audi A4 gefährlich nahe rückt. Doch die Produkte der Ingolstädter besitzen mittlerweile ein Maß an Perfektion, vor dem die Schweden letztendlich kapitulieren müssen. Qualität und Solidität des A4-Cabrios liegen mindestens eine halbe Klasse über dem Saab, dennoch kostet der zudem besser ausgestattete Audi nur unwesentlich mehr als der Saab.

Welches Cabriolet gefällt Ihnen besser?

Spätestens beim Design von neuen Autos scheiden sich bekanntlich die Geister. Ob ein Auto letztendlich ankommt, das wissen nur die Verbraucher selbst – also Sie. Deshalb ist uns Ihre Meinung wichtig: Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, und vergeben Sie eigene Noten für den oder die Test-Teilnehmer. Den Zwischenstand sehen Sie direkt nach Abgabe Ihrer Bewertung.

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