Audi A4 allroad (2016): Fahrbericht

Audi A4 allroad quattro (2016): Fahrbericht

— 04.04.2016

Der A4 für alle Fälle

Audi legt den A4 allroad quattro neu auf. Neben Höherlegung und Offroad-Look hat der Crossover eine entscheidende Innovation an Bord. Fahrbericht!

Zwischen Kombi und SUV: Audi legt den A4 allroad quattro neu auf. Ab Sommer 2016 geht der Hochbeiner mit der bewährten Mischung aus Höherlegung und Offroad-Look auf Kundenfang (Einstiegspreis: ab 44.750 Euro). Neben den typischen Crossover-Zutaten hat das allroad-Modell des A4 eine technische Innovation an Bord, die Audi nach und nach in vielen Modellreihen einführen wird. Erste Fahrt im A4 allroad quattro mit ultra-Technologie!

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Innen ist alles typisch A4. Die Materialien sind edel, haptisch top, alles klickt und klackt satt. In diesem Cockpit möchte man sich vor dem Einsteigen am liebsten noch schnell ein Hemd anziehen – sonst fühlt man sich fast eine Spur underdressed im schicken Innenraum. Allroad-typische Ausstattungsmerkmale findet man erst, wenn die Grafik des driveselect-Schalters den offroad-Modus ins Infotainment einblendet. Doch dazu später mehr. Zunächst entführen wir den Crossover auf die Autobahn und die Landstraße.
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Mal Vorderradantrieb, mal Allrad

Insgesamt kommt der neue A4 allroad im beladenen Zustand auf 13,3 cm Bodenfreiheit.

Jenseits der Spritzwand nimmt der 252 PS starke 2.0 TFSI gut gedämmt die Arbeit auf. Als erster Serien-Audi gibt der Benziner im A4 allroad seine Kraft an den neuen Allrad-Antriebsstrang ab. Die sogenannte "ultra"-Technologie wird mit der Zeit in allen neuen Baureihen der Ingolstädter eingeführt und hilft, trotz Allradantrieb Sprit zu sparen, indem die Hinterachse komplett entkoppelt mitläuft, wenn sie nicht benötigt wird. Wie es genau funktioniert, hat sich AUTO BILD bereits angeschaut. Die gute Nachricht: Beim Fahren merkt man überhaupt nicht, dass die Elektronik des A4 allroad die Hinterachse mal zuschaltet und den Crossover ansonsten als Fronttriebler laufen lässt. Wenn es schnell um Ecken geht oder hart beschleunigt wird, bringt das kleine Rechenzentrum den A4 allroad vorrausschauend in den quattro-Modus – noch bevor der Fahrer es ahnt. Dementsprechend gelassen fährt sich der A4 allroad: Über die Traktion muss sich der Fahrer keinerlei Gedanken machen, in flotten Kurven fährt sich der allroad lammfromm und gibt dem Piloten viel Vertrauen.

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3,4 Zentimeter mehr Luft unterm Kiel

Das Cockpit stammt aus dem normalen A4. Neu ist der optionale Anhänger-Einparkassistent.

Beim Abbiegen auf die Landstraße wird deutlich, dass Audi sich beim Fahrwerk eines Kritikpunktes angenommen hat. Denn der allroad der Generation B8 ließ sich nicht mal für Geld und gute Worte mit adaptiven Dämpfern ausrüsten. Das ist jetzt anders: Im Neuen kann der Fahrer – gegen Aufpreis (980 Euro) – die Dämpfer einstellen. Und so viel sei gesagt, im Komfortmodus gleitet man über Unebenheiten, Bahnübergänge und Brückenfugen, dass es eine Freude ist. In Kurven neigt sich der suvige A4 dafür spürbar, der höhere Schwerpunkt (3,4 cm hat Audi die allroad-Karosse nach oben verlegt) macht sich spätestens hier bemerkbar. Im Sportmodus strafft sich der Unterbau dagegen und der Cross-Kombi lenkt williger ein. Sportlich ist der allroad-A4 jedoch nicht. So bleibt der aufgebockte A4 auch dann ein bequemer Reisewagen, wenn "dynamic" im Display leuchtet.

Der A4 allroad ist kein Geländewagen – will er auch nicht sein

Auch im Angebot: der bärenstarke 3.0 TDI mit 272 PS. Er wird mit der Achtgang-Steptronic kombiniert.

Soweit so gut. Das Alleinstellungsmerkmal des A4 allroad liegt im Antrieb verborgen und kommt in leichtem Gelände zum Vorschein, zum Beispiel auf Schotterwegen. Dann steht der "offroad"-Modus zur Verfügung. Ein Druck auf den Fahrmodischalter genügt, schon wechseln Motor und Getriebe in den Feld-, Wald- und Wiesenbetrieb. Auch das ESP passt sich dem losen Untergrund an. Die Dämpfer stellen auf hart, um die erhöhte Bodenfreiheit voll nutzen zu können. Die ist auf Schotterwegen der entscheidende Vorteil des A4 allroad. Mit 133 mm Luft unterm Kiel (beladener Zustand) passt so mancher Brocken unter dem Audi durch. Aber bevor jetzt alle aufschreien: Natürlich ist der A4 allroad kein Geländewagen, gibt auch Audi zu.

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In Kombination mit dem optionalen Bergabfahrtempomaten (wie im Q7) eignet er sich aber durchaus für Waldbewohner und Freizeitsportler, die steile Pfade gelassen meistern möchten. Passend dazu ist auch die robuste Optik, die zumindest in der Basis-Konfiguration mit unlackierten Radläufen (auf Wunsch lackiert Audi das Plastik in Wagenfarbe) auch Steinschläge wegstecken sollte.

Technische Daten Audi A4 allroad quattro ultra 2.0 TFSI Motor: Reihenvierzylinder-Benziner mit Turboaufladung • Hubraum: 1984 ccm • Leistung: 252 PS zwischen 5000 und 6000 U/min • maximales Drehmoment: 370 Nm zwischen 1600 und 4500 U/min • 0–100 km/h in 6,1 s • Vmax 246 km/h • kombinierter Verbrauch 6,6l/100 km • 152 g CO2 • Preis ab 48.750 Euro.
Peter R. Fischer

Peter R. Fischer

Fazit

Der komfortable A4 allroad quattro füllt die Lücke zwischen Kombi und SUV aus, ohne sich Schwächen zu leisten. Der neue Allradantrieb arbeitet unauffällig und somit genau so, wie soll. Der Verbrauchstest muss zeigen, wie viel er wirklich einspart. Und so bleiben der üppige Einstiegspreis und die Frage bestehen, ob Bodenfreiheit und Offroad-Look nötig sind oder ob ein normaler A4 Avant ausreicht.

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