Audi A4 FSI gegen Mercedes C 180 Kompressor

Audi A4 FSI gegen Mercedes C 180 Kompressor

— 05.08.2002

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Zwei edle Frachter haben jetzt modernste Motorentechnik an Bord: Audi setzt im A4 auf Direkteinspritzung, Mercedes beim C-Modell auf Kompressor. Was bringt mehr?

A4 FSI: Im Leerlauf fast wie ein Diesel

Der Fortschritt ist nicht aufzuhalten. Wo frher die Schauerleute Kisten und Scke ber schwankende Planken schleppten, surren heute Portalkrne und stapeln die Container gleich zig Etagen hoch. hnlich rasant wie bei den Frachtern entwickelt sich die Lade-Technik auch im Autobau. Aus Kombis wurden feine Edel-Laster, mit bestem Teppich ausgeschlagen wie der Audi A4 Avant und das T-Modell der Mercedes C-Klasse.

Auch bei ihren jngsten Motoren geht es um Ladungen: Der neue Einstiegsbenziner C 180 setzt auf den Kompressor. Die Benzin-Direkteinspritzung, auf die viele Kunden warten, kommt erst Ende des Jahres im C 200 CGI. Audi ist da schon weiter. Der 2.0 FSI im A4 ist nach dem 1,6-Liter im A2 schon der zweite Benzin-Direkteinspritzer. Dabei geht es ebenfalls um Ladungszustnde: Motorenexperten sprechen vom Schichtladebetrieb, im Teillastbereich soll der Zweiliter besonders sparsam arbeiten.

Bleibt die Frage: Was bringt uns der ganze Fortschritt im Alltag? Im Audi dachte ich zuerst, ich sitze im falschen Auto. Der FSI erwacht kernig zum Leben. Fast wie ein Diesel im Leerlauf, luft er nicht ganz sauber. Spter beruhigt er sich, behlt aber die Umgangsformen eines Hafenarbeiters: rau, aber herzlich. Gerade im Vergleich mit dem Mercedes ist er eigentlich immer der Lautere. Und dieser Unterschied ist subjektiv grer, als es die Messwerte aussagen. Der Mercedes luft weicher und runder, bleibt brav und unauffllig wie der Disponent aus dem Bro. Nach Gnsehaut, wie frher beim Kompressor, klingt das wirklich nicht, immerhin verleiht ihm der metallische Klang eine interessante Note.

C 180 Kompressor: krftiger(er) Antritt

Mit seinen 143 PS scheint der C 180 Kompressor gegenber dem 150-PS-A4 etwas im Nachteil, im Alltag sieht das anders aus. Der Mercedes tritt bei weniger Touren krftiger an und gefllt dann mit gleichmigem, harmonischem Kraftaufbau. Stoisch wie der Schlepper im Hafen zieht er los: bedchtig, aber unaufhaltsam. Mit seinen Fahrleistungen liegt er nher am bisherigen Basis-180 mit 129 PS als beim C 200 Kompressor mit 163 PS, dem nchstgreren Motor. Das Sechsganggetriebe passt mit seiner Abstufung gut dazu und lsst sich zudem da hat Mercedes wirklich Fortschritte gemacht passabel schalten. Hier htte sonst immer die Empfehlung fr die Fnfgangautomatik (2007 Euro) gestanden, wir sparen sie uns diesmal.

Den Audi gibt es gar nicht erst mit Automatik. Wozu auch? Seine fnf Gnge rasten fast von allein ein, so leicht und locker geht der Schalthebel zur Hand. Der Zweiliter-FSI wirkt bei niedrigen Drehzahlen zunchst lahm und unbeholfen wie ein Tanker auf Reede, wird erst bei etwa 3500 Touren richtig lebendig. Dann dreht er allerdings lockerer und leichter weiter als der Mercedes-Motor.

Insgesamt kann man mit ihm etwa so schnell unterwegs sein wie mit dem C 180 Kompressor. Um es klar zu sagen: Angesichts der 150 PS mssen die Fahrleistungen des Audi enttuschen. Der nominell gleich starke, aber viel bissigere 1.8 T zum Beispiel fhrt in einer ganz anderen Liga. Wo bleibt also der Fortschritt? Schlielich versprachen uns die Entwickler, dass die Motoren mit der neuen, aufwendigen Technik auch sprbar an Leistung und Drehmoment zulegen wrden.

Der Fortschritt kommt in kleinen Schritten

Grerer Zweifel schleicht sich auch angesichts der Verbruche beider Autos ein, wo ja der entscheidende Vorteil liegen sollte. Sollte. Tatschlich verbrauchte der Mercedes im Test 9,6 Liter Super auf 100 Kilometer, der Audi 9,9 Liter Super plus. Von den geizigen Dieseln will ich an dieser Stelle gar nicht reden, der Vergleich wre ungerecht. Aber ein Basis-C-180-T-Modell mit, wie gesagt, vergleichbaren Fahrleistungen haben wir zuletzt mit 10,0 Litern gemessen. Und der temperamentvolle 1,8-Liter-Turbo genehmigte sich im A4 Avant auch nur 10,1 Liter. Der Fortschritt kommt in kleinen Schritten, so viel haben wir verstanden. Aber ehrlich, einen etwas greren Effekt hatten wir uns schon erhofft.

Das wre dann das Tpfelchen auf dem i, denn abgesehen von den wenig begeisternden Motoren spielen die beiden Kombis ihre Rolle als noble Lastentrger nahezu perfekt. Der wohnlich eingerichtete Mercedes hat mehr Platz als der Audi, den mit 470 Litern greren Kofferraum, und er darf mit 500 Kilo auch mehr einpacken. Der auffallend streng mblierte Audi verblfft ein weiteres Mal mit der akribischen Sorgfalt, mit der er gebaut ist. Wen strt es da, dass er etwas enger geschnitten ist, das kleinere Ladeabteil hat (442 Liter) und mit 440 Kilo auch nicht allzu viel zuladen darf? Passend zu seinem schlankeren, kernigeren Auftritt, liegt der Audi straffer auf der Strae als der Mercedes, die Lenkung reagiert genauer und spontaner. Die Kehrseite: Audi-Kenner werden immer noch entfernt eine polternde Vorderachse hren, auch Bodenwellen nimmt der A4 eher harsch als verzeihend.

Der C 180 federt ausgewogener, komfortabler. Er fhrt sich gelassen und ausgesprochen gutmtig. Im direkten Vergleich wirkt er eine Spur behbiger als der sehr handliche Audi. Doch solche Finessen bleiben vor allem eine Frage des Geschmacks. Billig ist das Vergngen mit den Nobel-Frachtern aber in keinem Fall: Der A4 Avant 2.0 FSI kostet 28.080, der Mercedes C 180 Kompressor T Elegance 30.276 Euro. Von einer Matrosen-Heuer kaum zu finanzieren.

Fazit und Technische Daten

Fazit Eigentlich ist dieser Zweikampf eine Frage des Geschmacks, weniger der Eigenschaften. Spitzen-Autos sind beide. Hier der Mercedes: gerumiger und komfortabler. Dort der Audi: mit Top-Design,-Qualitt und der agileren Straenlage. Und die Motoren? Tolle Technik, aber nocht fehlt die Reife. Ganz ehrlich, das kann erst der erste Schritt in diese Richtung sein ...

Ausstattung und Kosten

Das Preiskapitel gewinnt eindeutig der A4 Avant: Er ist gut 2000 Euro billiger und bringt im Gegensatz zur C-Klasse serienmig eine Klimaautomatik mit.

Wertung und Zeugnis

Wir orientieren uns am Mastab. Heit: Das jeweils meistverkaufte Modell in Deutschland markiert in jedem der fnf Wertungskapitel 100 Prozent. Fr diesen Vergleich bedeutet das: Ma der Dinge bei den noblen Mittelklasse-Kombis ist der C-Klasse-Mercedes, hier in der Wertung als C 180 Kompressor T. In den jeweiligen Kapiteln zeigt sich, ob der Herausforderer Audi Avant 2.0 FSI jeweils besser oder schlechter abschneidet als der Mercedes C 180 Kompressor. So knnen Sie Ihren persnlichen Favoriten kren.

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