Kaufberatung Audi A4

Audi A4 Audi A4 Audi A4 Avant

Audi A4: Kaufberatung

— 25.12.2015

Gesucht: Der beste Audi A4

Der A4 ist mittlerweile in neunter Generation auf dem Markt. Wir haben den BMW-3er- und C-Klasse-Gegner unter die Lupe genommen und fragen: Wie und womit will sich der Audi neu beweisen, um weiter vorne mitzumischen?

Fünfzig Jahre ist die Marke Audi nun schon im Mittelklasse-Geschäft – und das überaus erfolgreich. 1965 debütierte mit dem F103 der Urvater des heutigen A4, 1972 erschien der schlicht geformte Audi 80, der mit lediglich 800 Kilogramm Leergewicht und entsprechend flotten Fahrleistungen eine neue Ära einläutete. Es folgten sportliche GT-Versionen, der quattro-Antrieb, eine aufwendige Vollverzinkung der Karosserie sowie 1990 der erste Turbodiesel im rundlicher gezeichneten B3. Vier Jahre später, bei Auflage Nummer fünf, änderten die Ingolstädter den Namen in A4. Airbags, Servolenkung und ABS für alle Modelle erhöhten die Sicherheit damals deutlich, während sich der Innenraum sichtlich hochwertiger präsentierte. Auch mit dem ersten direkteinspritzenden Benziner (FSI) und einer stufenlosen Automatik, die im Nachfolger B6 zum Einsatz kamen, trug Audi dem seit 1971 bestehenden Grundsatz "Vorsprung durch Technik" Rechnung. Und wie schaut's bei Generation Nummer neun aus?

Novum: Matrix-LED mit dynamischem Kurvenlicht

Video: Audi A4 (2015)

Erste Fahrt im neuen A4

Nun, in grenzenloser Experimentierfreude schienen die Exterieurdesigner jedenfalls nicht zu schwelgen, als sie das neue Gesicht zeichneten. Der Singleframe-Grill, den Audi vor elf Jahren zum Markenzeichen machte, fällt zwar etwas größer und kantiger aus als zuvor, doch prinzipiell sind sie der bisherigen Linienführung treu geblieben. Zwei weitere Sicken auf der Motorhaube und einen Zacken an den Scheinwerfern, die ansonsten an den B8 erinnern – das war's im Wesentlichen. Das wirkliche Novum steckt im Gehäuse: Matrix-LED mit dynamischem Kurvenlicht. Eine Kamera am Innenspiegel erfasst sowohl vorausfahrende als auch entgegenkommende Fahrzeuge und blendet das aus mehreren Sektoren aufgebaute Fernlicht im Teilbereich aus oder dimmt es extra. Zudem wird die Kurve navigationsbasiert schon kurz vor dem Lenkeinschlag ausgeleuchtet. Statisches Abbiege-, Allwetter- sowie Kreuzungslicht sind ebenfalls integriert. Kosten für so viel Technik: 1900 Euro. Günstiger geht's mit den "einfachen" LED-Scheinwerfern für 1190 Euro oder dem serienmäßigen Xenonlicht. Wählt man die Sonderausstattung, strahlen auch die Rückleuchten in LED, die im Vergleich zum Vorgänger etwas tiefer positioniert sind und mit der scharfen Abrisskante eine knackige Heckansicht formen.

Mehr Kopffreiheit vorn und Beinfreiheit im Fond

Die 1,67 Meter große Redakteurin hat reichlich Platz im Fond. Mit der sich absenkenden Dachlinie werden nur Großgewachsene hadern.

Insgesamt wirkt der A4 sportlicher, ist 25 Millimeter länger als der Vorgänger und bietet den Fondgästen dank etwas größerem Radstand mehr Beinfreiheit – in Zahlen: 23 Millimeter. Dazu wuchs die Kopffreiheit vorn um 24 Millimeter – obwohl die Höhe identisch mit der des B8 ist. Nach hinten lässt der Raumgewinn überm Scheitel jedoch wieder nach, weil die niedrige Dachlinie sich recht früh absenkt und Sitzriesen so in leichte Bedrängnis bringt. Der Komfort in zweiter Reihe bleibt mit hohen, fein ausgeformten Lehnen, angenehmer Beinhöhe sowie optionaler Temperaturregelung und Sitzheizung aber keineswegs auf der Strecke. Ins Heck, dessen Klappe gegen eine Zulage von 570 Euro jetzt auch automatisch bei einer Kickbewegung mit dem Fuß öffnet, passen nach wie vor 480 Liter – ebenso wie beim 3er-BMW und Mercedes' C-Klasse. Der VW Passat fasst dagegen 586 Liter.

Immer bestens vernetzt im A4

In der Loge unseres nahezu vollausgestatteten A4 paart sich hochwertige Verarbeitung mit reichlich Infotainment. Das Lederlenkrad schmeichelt, die breite Mittelkonsole versteckt im Fach unter der serienmäßigen Armlehne USB- und AUX-Anschluss sowie eine Smartphone-Ablage mit in duktiver Lademöglichkeit (340 Euro). Der MMI-Regler ist ergonomisch einwandfrei platziert; über ihn lassen sich Radio, Medien und Telefon steuern sowie optional das empfehlenswerte Navi (1480 Euro). Wer lieber Ansagen macht, nutzt die Sprachsteuerung, die nun auch ganze Sätze versteht. Angezeigt wird die entsprechende Funktion auf einem 7-Zoll-Farbdisplay, das beim Top-Infotainmentsystem (2680 Euro) noch eine Nummer größer ausfällt (8,3 Zoll) und zusätzlich ein Touchpad in den Drehdrückregler integriert. Dazu ist der A4 hier per schnellem LTE-Netz immer online. So können Mitfahrer per WLAN-Hotspot mit ihrem Tablet oder Smartphone surfen, der Fahrer die Connect-Dienste wie Wetterabfrage, Kraftstoffpreise, Nachrichtendienst und Reiseinformationen nutzen. Für 400 Euro spiegelt der A4-Bildschirm zudem Inhalte vom Smartphone. Das alles gelingt – wenn man die Fülle an Funktionen einmal überblickt hat – problemlos.

Optional ist der A4 mit etlichen Assistenten ausgestattet

Für 500 Euro gibt's das volldigitale Kombininstrument, das neben Drehzahl und Tempo auch Daten von Medien, Bordcomputer und Navi anzeigt.

Obendrein gibt es jetzt optional ein Head-up-Display sowie das Virtual Cockpit – ein volldigitales Kombiinstrument, das Drehzahlmesser, Tacho, die Daten des Bordcomputers sowie Infos zu Musik, Navigation und Assistenzsystemen anzeigt. Und davon hat Audi gleich eine ganze Armada im Programm. Stets serienmäßig: Müdigkeitswarner, Geschwindigkeitsbegrenzer und Notbremsassistent, der bis 85 km/h Fahrzeuge und Fußgänger wahrnimmt und bei einer drohenden Kollision den Anker wirft. Weitere Unterstützung liefert Audi auf Wunsch: Im Stau fährt der A4 bis 65 km/h autonom, der Ausweichassistent hilft aktiv beim Umfahren eines Hindernisses, der Abbiegeassistent lokalisiert Gegenverkehr und verzögert automatisch bei Gefahr. Zudem erkennt der prädiktive Effizienzassistent basierend auf Navigationsdaten und Verkehrszeichenerkennung Kurvenradien, Gefälle, Ortsschilder, Kreisverkehre sowie Tempolimits und passt die Geschwindigkeit entsprechend an. Paketpreis für alles inklusive Adaptivtempomat und unbegrenzter Notbremsfunktion: 1640 Euro – sinnvoll, aber auch teuer.

Ein Artikel aus AUTO TEST

Gleiches gilt für den Parkassistenten (1050 Euro), der beim Manövrieren in die Lücke und auch wieder heraus hilft, sowie für das Assistenzpaket Stadt (1490 Euro), mit dem der A4 den Querverkehr beim Ausparken beobachtet, den toten Winkel im Blick hat und vor herannahenden Autos oder Radfahrern beim Öffnen der Tür warnt. Ohne Weiteres lassen sich für die Fahrhilfen 6000 Euro ausgeben, wir raten jedoch nur zum Minimum in Form von Tempomat (300 Euro) sowie Einparkhilfe vorn und hinten (780 Euro). Alles andere ist wie so oft eine Frage des Budgets, wobei die Basisausstattung eine gute Ausgangslage zum Aufstocken bildet, weil sie kaum eine Option ausschließt. Die Linien "design" und "sport" bieten für 1900 Euro Aufpreis hochwertigere Dekore und Polster, Lederlenkrad, Fensterleisten aus Alu, "design" zudem das Lichtpaket und "sport" Sportsitze mit Lendenwirbelstütze.

Generell Standard ist das Dynamikfahrwerk mit neu konstruierten Fünflenker-Aufhängungen vorn und hinten, wobei die Ingenieure allein an der Vorderachse sechs Kilogramm Gewicht einsparen konnten. Insgesamt ist der A4 120 Kilo leichter geworden, verwindungssteifer als bislang, minimal breiter aufgestellt und mit einer neuen elektromechanischen Lenkung ausgerüstet, die spontan anspricht, präzise arbeitet und stets das Gefühl gibt, eng mit der Straße verbunden zu sein. So schlängelt sich der fein ausbalancierte A4 leichtfüßig durch kurviges Terrain, pariert Unebenheiten so gekonnt wie komfortabel – erst recht mit den optionalen Adaptivdämpfern, die per drive-select-Schalter ebenso einstellbar sind wie Lenkung und Schaltkennlinie. Kombinierbar sind die Dämpfer mit dem Komfort- und dem Sportfahrwerk, nicht aber mit dem serienmäßigen Dynamikfahrwerk. Der Aufpreis beträgt jeweils 980 Euro.

Sehr vielfältiges Antriebsangebot

Um bis zu 21 Prozent hat Audi den Kraftstoffverbrauch reduziert. Dagegen stieg die Leistung um bis zu 25 Prozent.

Breit gefächert zeigt sich mit bislang sieben Aggregaten auch die Motorenpalette, wobei sich das Antriebskapitel mit Doppelkupplungsgetrieben, Allradantrieb und den sparsamen ultra-Modellen sehr vielfältig präsentiert. Um bis zu 21 Prozent hat Audi den Kraftstoffverbrauch reduziert, unter anderem durch das serienmäßige Start-Stopp-System, das den Motor nun schon unterhalb von sieben km/h abschaltet, wenn man etwa auf eine rote Ampel zurollt. Dagegen stieg die Leistung um bis zu 25 Prozent. So leistet der 1.4-Basisbenziner nicht nur 30 PS mehr als der frühere Einstiegsmotor mit 1,8 Liter Hubraum, er stemmt auch 20 Newtonmeter mehr Drehmoment und ist mit 5,2 Litern nach Norm deutlich sparsamer. Ab 2000 Touren ziehen die 150 PS munter los, doch obenraus fehlt dem 1.4er dann doch ein wenig der Druck. Gerade auf der Autobahn macht der Zweiliter-Benziner mit 190 PS die bessere Figur, gibt sich dank 320 Newtonmetern um einiges spritziger und ist kaum durstiger als der kleine Vierzylinder. Mit einem Zuschlag von 4400 Euro kostet er jedoch gleich mal einen gebrauchten Polo mehr. Ab Werk sind beide Motoren an ein Sechsganggetriebe gekoppelt, das sich dank kurzer Wege knackig schalten lässt. Den fix und ruckfrei gängewechselnden Siebengang-Doppelkuppler gibt's für weitere 2300 Euro; beim 252-PS-Topbenziner ist er – wahlweise mit Allrad – Serie. Wem das nicht genügt, der darf sich ab Frühjahr 2016 auf die S4 Limousine freuen, deren 3,0-Liter-V6 dank Turboaufladung 354 PS und 500 Newtonmeter leistet und den Viertürer in 4,7 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h wuchtet.
Preise Audi A4: Benziner-Modelle
1.4 TFSI 2.0 TFSI ultra 2.0 TFSI (quattro) 2.0 TDI (150 PS)
Getriebe 6-Gang man.|7-Gang-Doppelkupplung 6-Gang man.|7-Gang-Doppelkupplung –|7-Gang-Doppelkupplung 6-Gang man.|7-Gang-Doppelkupplung
Peis (Euro) ab 30.650|ab 32.950 ab 35.050|ab 37.350 ab 42.100|ab 44.450 ab 35.050|ab 37.350
Das aktuelle Dieselangebot startet derweil mit dem 2.0-TDI-Vierzylinder in ebenfalls zwei Leistungsstufen. Wir konnten bislang nur die stärkere Version mit 190 PS fahren, die kultiviert läuft und souverän spurtet, in 7,7 Sekunden Tempo 100 erreicht und mit 240 km/h fast 20 km/h schneller läuft als die 150-PS-Version. Neben genügend Reserven bietet dieser Motor auch die Option auf den quattro-Antrieb – ein Allroundtalent, das als 200 Euro teureres ultra-Modell mit rollwiderstandsoptimierten Reifen sowie Modifikationen an Übersetzung, Karosserie und Fahrwerk bis zu 0,5 Liter sparsamer sein soll. Preis des 190-PS-TDI: ab 38.100 Euro. Mindestens 43.100 Euro zahlt, wer statt des Zwei- einen Dreiliter-TDI unter der Haube wissen möchte. Auch diesen offeriert Audi in zwei Leistungsstufen, mit 218 oder 272 PS. Für die 7000 Euro Aufpreis gibt's nicht nur 54 PS mehr, sondern auch Allrad und eine feine Achtstufenautomatik statt der Siebengang-Doppelkupplung. Akustisch wirkt der stärkste Diesel wie in Watte gepackt, woran auch der cW-Wert von nur 0,23 seinen Anteil hat – widerstandsärmer schlüpfte noch kein Serien-Audi durch den Wind.
Preise Audi A4: Diesel-Modelle
2.0 TDI ultra (150 PS) 2.0 TDI (190 PS) 2.0 TDI ultra (190 PS)
Getriebe 6-Gang man.|7-Gang-Doppelkupplung 6-Gang man.|7-Gang-Doppelkupplung 6-Gang man.|7-Gang-Doppelkupplung
Peis (Euro) ab 35.250|ab 37.550 ab 38.100|ab 40.400 ab 38.300|ab 40.600
2.0 TDI quattro (190 PS) 3.0 TDI 3.0 TDI quattro
Getriebe –|7-Gang-Doppelkupplung –|7-Gang-Doppelkupplung –|8-Stufen-Automatik
Peis (Euro) ab 42.750 ab 43.100 ab 50.100
Weitere Infos zum Audi A4 und seinen wichtigsten Konkurrenten finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.

Kaufberatung: Audi A4

Der vollständige Artikel ist ab sofort im unserem Online-Artikelarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden. Der Artikel handelt vom Audi A4 (Kaufberatung).

Veröffentlicht:

25.11.2015

Preis:

1,00 €

Kaufberatung Audi A4

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Autor:

Julia Winkler

Fazit

Optisch haben die Designer beim neuen A4 keine Experimente gewagt, sondern auf Bewährtes gesetzt. Das mögen die einen bemängeln, andere befürworten. Fakt ist, dass sich mit den intelligenten Assistenten, dem ausgefeilten Fahrwerk, einem feinen Interieur und neuen Motoren einiges getan hat. Das wirkt sich auch auf den Preis aus, der aber noch Abstand zu BMW 3er und Mercedes C-Klasse wahrt. Wo der A4 nun steht, wird der erste Vergleichstest zeigen.

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