Fahrbericht Audi A4 quattro ultra

Audi A4 quattro ultra: Fahrbericht

— 16.02.2016

Das neue Audi-4x4

Ultra – das steht nicht nur auf vielen Waschmitteln, sondern auch auf besonders sparsamen Audi. AUTO BILD hat den A4 mit Spritknauser-Allrad getestet.

Jetzt hat sich Audi den wahrscheinlich berühmtesten Pkw-Allradantrieb der Welt vorgenommen, um ihn fit für eine emissionsarme, traktionsstarke Zukunft zu machen. Vor allem der aktuelle SUV-Boom hat dazu geführt, dass Audi mittlerweile 43 Prozent aller Autos mit Allradantrieb verkauft. Vier permanent angetriebene Räder sorgen zwar für optimale Traktion unter allen Witterungs- und Fahrbahnbedingungen – erhöhen aber auch permanent den Verbrauch durch höheres Gewicht und Reibungsverluste. Warum also immer mit vier angetriebenen Rädern fahren, wenn doch bei idealen Bedingungen deren zwei reichen?

Audi verspricht ein Sparpotential von 0,3 Litern je 100 Kilometer

Permanent-Allrad ade: Auch Audi schaltet den Heckantrieb beim ultra nur noch bei Bedarf zu.

Das dachte sich Audi und stellt nun die neue quattro-Generation "mit Ultra-Technologie" vor. Größter Unterschied zum bisherigen quattro: Der Antrieb erfolgt nicht mehr permanent auf alle vier Räder, sondern bedarfsgeregelt je nach Fahrertyp, Fahrsituation, Witterungs- und Fahrbahnbedingungen. Bei Standardverhältnissen, wie zum Beispiel bei gleichmäßiger Fahrt im Sommer auf der Autobahn, fährt der quattro ultra nur mit Frontantrieb und spart somit Sprit – circa 0,3 Liter je 100 km gegenüber einem Permanent-Allrad, so verspricht Audi. Das besondere am neuen quattro ultra ist seine Reaktionsschnelligkeit: Im Takt von zehn Millisekunden wertet die Regelungselektronik die Daten der Sensoren aus (z.B. Lenkwinkel, Raddrehzahl, Längsbeschleunigung) und aktiviert den zusätzlichen Antrieb der Hinterräder nicht erst, wenn an den vorderen Schlupf auftritt. Er erkennt vielmehr typische Allrad-Szenarien und schaltet die hinteren Räder so frühzeitig und unmerklich zu, dass selbst 4x4-Profis denken, sie seien mit einem permanenten Allradler unterwegs.
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Das System wechselt die Antriebsmodi ganz unbemerkt

Zugeschaltet, abgeschaltet: Auf einem Tablet zeigt Audi-Ingenieur Weidemann die Funktionsweise.

Wie gut das in der Praxis funktioniert, konnte AUTO BILD mit einem A4 2.0 TFSI (252 PS) quattro ultra auf kurvigen Bergstrecken rund um Innsbruck testen. Mit an Bord Audi-Allrad-Entwickler Dieter Weidemann und ein mit dem Allradsystem vernetzter Tablet-Computer, der unter anderem Informationen zum Kraftfluss und den Zuschaltgründen liefert. Auf der kurvigen, rund 30 Kilometer langen Teststrecke kommen wir auf einen recht hohen Allradanteil von 68 Prozent. Die Gründe: Steigungen, zahllose Kurven, eine forsche Fahrweise. Gelangt ein Rad in einer schnell gefahrenen Kurve an die Haftgrenze, aktiviert das System innerhalb von Millisekunden den Allradantrieb, noch bevor ein Rad durchdreht. Dabei erkennt die Elektronik einen sportlichen Fahrer, der Allrad bleibt permanent eingeschaltet und springt nicht ständig zwischen Front- und Allrad hin- und her. Das Fahrverhalten unterscheidet sich nicht von dem eines Permanent-quattro. Auf einer gleichmäßigen Autobahnfahrt hingegen belässt es der quattro ultra bei Frontantrieb, hier liefert eine angetriebene Achse ausreichend Traktion.

In Extremsituationen ist der quattro immer ein Allradler

Bei starker Beschleunigung oder Verzögerung aus hohen Geschwindigkeiten ist der Allrad-Modus aktiv.

Ausnahme: Bei starkem Beschleunigen und beim starkem Verzögern aus hohen Geschwindigkeiten ist der Allrad aktiv, um besten Grip und ein neutrales Fahrverhalten zu gewährleisten. Mechanisch geschieht dies über zwei Kupplungen im Antriebsstrang. Vorn koppelt eine im Ölbad laufende Lamellenkupplung am Getriebeausgang die Kardanwelle ab, wenn Frontantrieb gefragt ist. Über den Anpressdruck der Lamellen kann die Antriebskraft außerdem stufenlos von vorn nach hinten verteilt werden. Im hinteren Differential ist eine elektromechanisch gesteuerte Klauenkupplung verbaut, die im Frontantrieb-Modus die Kardanwelle und die größten Bauteile des hinteren Differentials abtrennt. Somit drehen nur noch die Antriebswellen und die drehzahlausgleichenden Zahnräder im Differential mit, das Tellerrad im Differential und die Kardanwelle bleiben unbewegt. Das spart Reibungsverluste und somit Sprit.

Fahrbericht Audi A4 quattro ultra

Der erste Serien-Audi mit dem neuen Allradantrieb wird der A4 2.0 TFSI Allroad quattro sein, der ab Mitte 2016 auf die Händler-Höfe rollt. Sukzessive soll der neue Spritspar-quattro in alle Audi mit längs eingebautem Motor (max. Drehmoment 500 Nm) und Doppelkupplungs- oder Schaltgetriebe zum Einsatz kommen.
Lars Busemann

Lars Busemann

Fazit

quattro-Jünger können aufatmen. Die Steuerung des neuen quattro ist so aufwändig und berücksichtigt derart viele Parameter, dass im realen Fahrbetrieb kein Unterschied zu einem permanentem System spürbar ist. Wie hoch der Verbrauchs-Vorteil in der Praxis tatsächlich ausfällt, wird ein späterer Test klären.

Stichworte:

Allradantrieb

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