Audi A6 (1997-2004)

— 28.06.2004

Neue Preise für den Alten

Der Modellwechsel macht den alten Audi A6 noch attraktiver: Das große Angebot sorgt für reichlich Auswahl – und fallende Preise.



Marktpreise und Qualität

VW Golf oder Audi A6 – diese Frage stellt sich Autokäufern eher selten. Der Kompakte startet mit 15.220 Euro. Und das beliebte Managermobil A6 liegt finanziell außerhalb der Reichweite jeder vom Sparzwang belasteten Familie. Klare Rechnung: Wo Praxisgebühren und hohe Kassenbeiträge drücken, muss enger zusammengerückt werden. Oder etwa doch nicht?

Ein Audi A6 2.0 mit 130 PS von 2001 kostet laut Schwacke-Gebrauchtwagenliste nur 480 Euro mehr als ein nagelneuer Basis-Golf. Vier Jahre später hat der Audi 39 Prozent oder 6100 Euro von seinem aktuellen Gebrauchtwagenpreis verloren, der Golf mit 75 PS und drei Türen büßt nach vier Jahren 60 Prozent oder 7840 Euro von seinem Neupreis ein. Natürlich schluckt ein Fahrzeug der gehobenen Mittelklasse mehr Sprit als ein Kompakter, kostet mehr Steuern, und auch die Versicherungseinstufung liegt etwas höher.

Doch dafür locken Fahrkomfort und Platz, von dem Golfer nur träumen können. Das beweist die erste Probefahrt. Da gibt es kein Knistern oder Scheppern, selbst bei über 100.000 Kilometer Laufleistung wirkt ein A6 noch knackig. Da 72 Prozent aller A6 ihr erstes Leben als Dienstwagen bestreiten, wurde meist an Wartung und Reparaturen nicht gespart. Und das ist auch gut so, denn vor allem die Achsen des A6 gaben immer wieder Anlass für Ärger.

Karosserie und Fahrwerk

Zuletzt sorgte im Mai ein vom Hersteller verordneter Service-Check für Aufsehen (AUTO BILD 19/04). Betroffen waren A6 der Baujahre 1997 bis 99. Ein Gummilager der Vorderachse wurde kontrolliert, eventuell könnte es spröde sein. Wer seinen gebrauchten A6 bei einem Audi-Händler kauft, muss sich diesbezüglich keinen Kopf machen. Bei anderen Verkäufern kann eine Frage nach dieser Kontrolle nicht schaden.

Wer ohne großes Risiko von privat kaufen will, sollte den Wagen zuvor einem Sachverständigen zeigen. Beim TÜV etwa sind die Probleme mit dem Lenkungsspiel aktenkundig, ein Laie kann hier einen Defekt nicht erkennen. Das verzinkte Audi-Blech kennt keine Rost-Probleme, allerdings nur bei unfallfreien Autos. Wurde bei einer Blechreparatur gepfuscht und dabei die Zinkschicht verletzt, ist der Korrosionsschutz dahin. Doch auch davor kann der Sachverständige warnen.

Eine komfortable Sache ist die stufenlose Multitronic, auch wenn diese Automatik nicht ganz problemlos ist. Ältere Getriebe neigen zu Ölverlust und rucken beim Anfahren. Meist behilft sich Audi mit der Radikallösung, also Getriebeaustausch. Doch das soll nicht bedeuten, dass ein gebrauchter A6 ein problembehaftetes Fahrzeug ist. Vielmehr eine grundsolide Limousine mit kleinen Schwächen und überschaubarem Wertverlust. Und eben doch eine verlockende Golf-Alternative.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 5/97 Verkaufsstart für den A6 (Typ 4B), quattro vorerst nur mit Benzinmotor lieferbar 12/97 2.5 TDI quattro mit 150 PS und Sechsganggetriebe, der 1.8 mit 125 PS wird das neue Einsteigermodell 3/98 Einführung des Avant 1/99 ESP serienmäßig für 2.8 und 2.7 T 3/99 Start für den 4.2 quattro (300 PS, V8) 11/99 Automatik-Wechsel: Multitronic ersetzt Tiptronic 5/01 Großes Facelift 5/04 Nachfolger

Schwachstellen • die Auspuffanlage gilt zwar im Vergleich zu anderen Fahrzeugen dieses Alters als langlebig, doch vor allem bei Exemplaren der ersten Baujahre kann ein Blick nicht schaden • die Vorderachse poltert häufig, meist liegt es an spröden Gummilagern • Spurstangenköpfe haben mit dem Fahrzeuggewicht zu kämpfen und schlagen nach etwa 100.000 Kilometern gelegentlich aus • Ölverlust am Motorblock hat meist eine Quelle: die Ölwannendichtung • spröde Bremsschläuche sind ein Klassiker im Schwachstellen-Katalog • Kontaktprobleme zwischen Steckerverbindungen führen zu lästigen Defekten wie etwa streikenden Fensterhebern, kühl bleibenden Sitzheizungen oder blockierenden Schiebedächern

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Audi A6 2.5 TDI, 110 kW/150 PS, Baujahr 1998. Wer den Inspektionsplan beachtet, wird vom Motor belohnt. Der ist nämlich ein echter Marathonläufer, sofern der Zahnriemen nicht vorzeitig reißt.

Reparaturkosten             Audi A6 2.5 TDI, 110 kW/150 PS, Bj. 98
Kotflügel vorn, lackiert 500 Euro
Scheinwerfer komplett 280 Euro
Bremsscheiben vorn 110 Euro
Bremsklötze vorn (ein Satz) 130 Euro
Getriebe 4700 Euro
Motor ohne Anbauteile 7400 Euro
Lichtmaschine (AT) 500 Euro
Anlasser (AT) 330 Euro
Wasserpumpe (AT) 320 Euro
Auspuff (Nachschalldämpfer) 300 Euro

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Schwächen an der Lenkung kritisieren unsere Prüfer an den drei- und fünfjährigen Fahrzeugen. Ebenso typische A6-Schwachstellen sind Ölverlust am Antriebsstrang und ausgeschlagene Antriebswellen. Ab dem fünften Jahr monieren wir öfters die Bremsschläuche. Nahezu vorbildlich sorgt Audi gegen Rost vor, der A6 vom Typ 4B bekommt in allen Jahrgängen von uns die Bestnote 0,0. Ebenso im grünen Bereich: Licht und Wirkung der Bremse." Gunnar Dahm, Gutachter TÜV Rheinland Group

Modellempfehlung Audi A6 2.5 TDI (114 kW/155 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 345 Euro im Jahr/Euro 3 Testverbrauch: Werksangabe 6,9 Liter, gemessen 8,0 Liter (Diesel) Versicherung: Vollkasko (29/504 Euro SB): 1906 Euro. Teilkasko (40/151 Euro SB): 904 Euro. Haftpflicht (18): 985 Euro (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: nach Verschleiß, etwa 350 bis 450 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 44 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 2000 Euro Verlust

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