Audi A6/A7: Kaufberatung — 26.04.2011
Sinn und Sinnlichkeit
Potenzielle Audi-Kunden stehen vor einer durchaus schweren Wahl: Soll es der neue A6 sein, oder vielleicht doch der praktischere Plattformbruder A7 Sportback? Die AUTO TEST-Kaufberatung hat die Antwort.
Es gibt weiß Gott schnuckeligere Orte für ein erstes Date als den Flughafen von Palermo. Ein grässlicher Klotz, gegossen aus Beton und gezeichnet durch eine Auffassung von Gebäudepflege, die mit nachlässig noch liebevoll umschrieben ist. Und dennoch hätte man den
A6 irgendwie kaum besser inszenieren können. Nicht nur weil er inmitten lauter abgehalfterter Fiats hinreißender aussieht als wohl überall sonst auf der Welt. Sondern vor allem wegen dieser weltmännischen Eleganz, mit der er sich von der verlebten Kulisse abhebt, dieses extremen Kontrasts, der einem ganz unterschwellig vor Augen führt, wie ewig es mittlerweile doch her ist, dass
Audi selbst wie so ein Betonklotz in der Automobilwelt stand.
Überblick: Alle News und Tests zum Audi A6
Video: Vorstellung Audi A6
Die neue Ring-Größe
Oder anders formuliert: Einer dieser Hunderter, wie sie Ende der Siebziger gern in Jauchegrün die Mitarbeiterparkplätze vor Behörden übervölkerten, wäre in der sizilianischen Tristesse wohl nicht weiter aufgefallen. Schon klar, alles olle Kamellen: Beamte haben inzwischen auf Japaner umgesattelt, die geschmacklosen Pastellfarben sind längst zugunsten gediegener Perleffekttöne aussortiert, und die Konkurrenten von
BMW und Mercedes, nach denen sich Audi-Fahrer einst ihre Hälse reckten, müssen sich heutzutage ganz schön langmachen, damit ihnen die Ingolstädter nicht entwischen. Mehr noch: Mit einem Modellableger robbt sich der A6 nun sogar ans Flaggschiff
A8 heran. Audi nennt die Nummer ein eigenständiges Modell. Man tut dem
A7 Sportback aber wohl kaum Unrecht, ihn als das zu verstehen, was er nun mal ist: die längere, breitere, flachere und diesen Tick aufreizender angezogene Fließheckversion der Limousine. Sinn oder Sinnlichkeit? Eine Kaufberatung. Gleich die gute Nachricht: Selbst wenn man mit der sinnlicheren Variante liebäugelt, braucht man zu Hause nicht gleich mit Rosensträußen rumzufuchteln. Ausnahmsweise dürften die Fakten genügen.
Überblick: Alle News und Tests zum Audi A7
Audi A7 Sportback 2010
Ein neuer Herr der Ringe?
Denn obwohl der A7 Sportback mit seiner gedrungenen Statur und dem durchgestreckten Rücken auf den ersten Blick vielleicht wie einer aussieht, der mit dem ersten Aufglimmen von Familienplanung sofort als Kleinanzeige im Motormarkt enden muss, bleibt er bis zur Einführung des A6 Avant sogar die praktischere der beiden Varianten. Und das liegt gar nicht mal so sehr am üppigeren Ladevolumen, sondern vor allem an der riesigen, oberhalb der Heckscheibe angeschlagenen Kofferraumklappe, dank der sich selbst sperriges Transportgut wie moderne Kinderwagen problemlos verladen lassen. Kurzum: Galanter wurde Nutzwert nur selten kaschiert. Funktionelle Nachteile reduzieren sich jedenfalls auf Kleinigkeiten wie Ausbuchtungen für 1,5-Liter-Flaschen in den Türfächern, über die sich nur A6-Fahrer freuen dürfen; oder der eine Zentimeter weniger Kopffreiheit im standardmäßig zweisitzigen Fond, den ihm die Designer zugunsten des stufenlosen Sportbackstils aus der Silhouette bügelten. Doch hüben wie drüben ist der beste Platz ohnehin der vorn links. Man sitzt tief, hinter weit hochgezogenen Türbrüstungen und umarmt von einem Cockpit, das sich je nach Geldbeutel von ansehnlich auf wundervoll hochkonfigurieren lässt.
Weitere Details zu Audi A6 und A7 finden Sie in der Bildergalerie. Die komplette Kaufberatung gibt es in AUT0 TEST, Ausgabe Mai 2011.
Kommentare zum Artikel (79)
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haben sich die audidesigner ja mal wieder selbst übertroffen. der A6 IST der A7. ich erkenne keinen unterschied - außer dass das heck des A7 extrem komisch, um nicht zu sagen ekelig aussieht.
oh, unser "svenske" echot wieder (mitten in der Nacht um 1,47 Uhr ... ist er schlaflos wegen der Probleme bei Audi mit dem Absatz, der Qualität, dem Design, dem Image, der rückständigen Technik .... ;-D)
Ich habe leider selbst mit Audi viele schlechte Erfahrungen machen müssen und fahre nun keinen A6 mehr, worüber ich jeden Tag froh bin. Die Langzeitqualität von Audi ist unter aller Kanone und rechtfertigt nicht diese Gebrauchtwagenpreise für 3jährige Fahrzeuge mit 60tsd. Km. Lieber einen jungen Stern fürs Geld.
Wie weit ich von der bildungsfernen "Untertschicht" weg bin, sieht man hoffentlich sehr deutlich. Ich sag nur: mittendrin statt nur dabei :D
Im Forum kann man an Hand der ""Qualität"" der Beiträge leicht erkennen, dass audi unverändert der Traum der bildungsfernen Untertschicht ist, der Verlierer, der einfältigen, der anspruchslosen.
Stilsichere Kunden wenden sich mit Grauen vom ingolstädter Prolo-vw ab, dessen Design die intelligenzbefreiten Fahrer veranlasst, alte Omas auf dem Zebrastreifen zu erschrecken und auf der Autobahn die Kleinwagen in den Grünstreifen zu drängeln.