Audi A6 Avant, BMW X3 und VW Touareg

Audi A6 Avant 2.5 TDI quattro, BMW X3 3.0d, VW Touareg R5 TDI Audi A6 Avant 2.5 TDI quattro, BMW X3 3.0d, VW Touareg R5 TDI

Audi A6 Avant, BMW X3 und VW Touareg

— 11.08.2004

Drei Autos, ein Preis

Drei Allrad-Träume für jeweils 42.000 Euro: freie Auswahl zwischen Kombi, SUV und Geländewagen. Welchen nehmen?

Vom Charakter her völlig verschieden

Dieses Jahr waren es schon fast 123.000 Deutsche, die dem Virus verfallen sind: dem Allradantrieb. Natürlich braucht kein Mensch in unseren Breitengraden vier angetriebene Räder wirklich. Doch, wenn so viele Freizeitförster auf Allradfahrzeuge abfahren, muss ja irgendetwas dran sein an dieser automobilen Modewelle.

Bleibt die Frage, welche Art von Allradauto auf der Straße am meisten Sinn macht – bei gleichem Preis natürlich. Wir haben uns deshalb als Limit rund 42.000 Euro gesetzt. Dafür gibt es einen Audi A6 Avant 2.5 TDI quattro (41.940 Euro), einen BMW X3 3.0d (42.300 Euro) oder einen VW Touareg R5 TDI (41.200 Euro). Alle mit Automatik, aber vom Charakter her völlig verschieden.

Der seit 1998 gebaute Audi ist in diesem Trio schon der Oldie – aber ein rüstiger. Mit seiner perfekten Verarbeitung darf er noch immer als Vorbild gelten. Beim Platzangebot kann er zudem locker mit dem BMW mithalten, ist im Fond sogar eine Spur luftiger. In den Kofferraum passt mit 455 Liter allerdings eine kleine Reisetasche weniger als in den BMW (480 Liter).

2,5-Liter-TDI von Audi hat Kraft im Überfluss

In zwei Punkten merkt man dem Audi sein Alter aber dann doch an: Er rollt etwas hölzern ab, seine vergleichsweise staksige Federung mit der noch immer poltrigen Vorderachse ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Ähnliches gilt für seinen V6-TDI mit 180 PS. Der 2,5-Liter hat Kraft im Überfluss, entwickelt sie aber ungestüm. Dazu rappelt er kräftig, sein näselnder Grundton fräst sich nur allzu gern in den Gehörgang.

Wie es besser geht, zeigt vor allem der Dreiliter im BMW mit seinen 204 PS. Dieser Reihensechser läuft cremig-geschmeidig, grummelt höchstens mal freundlich und stellt mit seinem Temperament die beiden anderen deutlich in den Schatten. Triebwerk und hellwache Automatik passen damit bestens zu dem ausgesprochen knackig abgestimmten X3. Der BMW macht hier den Dynamiker – so kernig geht wirklich kein anderes SUV um die Ecken. Allerdings federt auch kaum ein Geländegänger so harsch. Diese Härte muss man wirklich mögen.

Besonders im direkten Vergleich fällt dann auch noch die rustikale Inneneinrichtung des X3 auf. Die grobporigen Kunststoffe erinnern an Outdoor-Abenteuer oder Angelcamp – in einem Auto dieser Preisklasse wirken sie aber völlig deplatziert.

Beim Komfort macht der Touareg Punkte

Das merkt man vor allem beim direkten Wechsel in den VW Touareg. Hier riecht es nicht nach Camping, sondern nach Luxusboutique und Nobelhotel: edle Kunststoffe, feine Hölzer – ein hoch gelegter Phaeton.

Kaum überraschend ist der VW auch noch der Größte hier. Allerdings mit weniger Abstand als erwartet. Im Wesentlichen ist er breiter als die beiden anderen. Mit seiner sanften, ein wenig schaukeligen Federung, den bequemen Sesseln und ausgesprochen niedrigen Geräuschniveau fährt der Touareg dann auch beim Komfort mindestens eine Klasse höher als Audi und BMW.

Beim Motor indes hat er gegenüber den beiden nicht viel zu melden. Für den Preis von knapp 42.000 Euro gibt es die schwächste Motorisierung des Touareg – den 2,5-Liter-TDI mit 174 PS.Der Fünfzylinder lässt es gemütlich angehen und quält sich besonders beim Anfahren. Es dauert einfach, bis das 2,4-Tonnen-Schiff Fahrt aufnimmt. Verblüffend ist jedoch, dass die Kombination aus kleinem Motor und großem Auto trotzdem stimmig ist: Der Touareg bewegt sich durch den Verkehr wie ein Elefant durch die Savanne: nicht als Schnellster, aber als Respektsperson.

Kosten und Ausstattungen

Traktionsprobleme gibt es bei allen drei Testkandidaten erwartungsgemäß nicht. Als Einziger hat der VW eine zuschaltbare Gelände-Untersetzung, aber serienmäßig ein sperrbares Zentraldifferenzial und auch die größte Bodenfreiheit. Was ihn nicht nur wegen seiner hohen Sitzposition für höhere Aufgaben empfiehlt.

Technische Daten und Testwerte

Berühmt sind die Bremsen alle nicht, aber auch keine Problemfälle. Der schwere VW steht mit warmen Bremsen sogar als Erster. Enttäuschend der Audi: Fast 40 Meter sind kein Ruhmesblatt.

Fazit und Wertung

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Dirk Branke Den besten Gegenwert fürs Geld bietet eindeutig der geräumige, komfortable VW. Dynamiker werden aber nicht ihn, sondern den BMW mögen: Er hat den besten Motor und fegt gern um die Ecken. Der Audi wirkt stolz, aber etwas angejahrt – 2005 wird der Kombi abgelöst.

Hier ist Ihre Meinung gefragt

Ob ein Auto letztlich ankommt, wissen nur die Verbraucher selbst – also Sie. Deshalb ist uns Ihre Meinung wichtig. Vergeben Sie eigene Noten für VW Touareg R5 TDI, BMW X3 3.0d und Audi A6 Avant 2.5 TDI quattro. Den Zwischenstand sehen Sie direkt nach Abgabe Ihrer Bewertung.

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