Audi A6 Avant TDI quattro

Audi A6 Avant gegen BMW 5er Touring: Vergleich

— 25.05.2011

Verlädt Audi jetzt BMW?

Als Limousinen liefern sich Audi A6 und 5er-BMW knallharte Duelle in den Vergleichstests. Im Spätsommer folgt jetzt der A6 Avant. Wie sind die Kräfteverhältnisse im Kombi-Segment?

Global gesehen ist Deutschland eine Kombi-Nation. Chinesen etwa, Japaner oder auch Amerikaner lieben diese Art Auto nicht, doch bei uns haben Kombis Tradition und treue Fans. Fast 75 Prozent aller A6 beispielsweise werden hierzulande als Avant verkauft. Da war es verständlich, dass Audi sogar mal ernsthaft über einen A8 Avant nachdachte und mit der Studie Avantissimo auf der IAA 2001 die Publikumsreaktionen prüfte. Zur Serienfertigung kam es zwar nicht – doch mit dem neuen A6 Avant sind die Ingolstädter jetzt wieder ganz dicht dran an der Idee vom XXL-Kombi mit jeder Menge Luxus. Das zumindest ist der Eindruck nach einer ersten Begegnung – der Geheimhaltung wegen in einem Fotostudio nahe Ingolstadt und nicht unter freiem Himmel. Die Sorge bei Audi: Sonst könnten Passanten den neuen Avant ja schon vor der Händlerpremiere sehen, deren genauer Termin noch nicht feststeht. Geplant ist sie für August oder September.

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Hier kommt der Gegner BMW 5er Touring: extrabreite, aber flache BMW-Niere und freundlich schauende Doppelscheinwerfer.

Zu unserem geheimen Treffen nehmen wir einen 5er Touring von BMW mit, um den A6 Avant schon vor dem ersten Vergleichstest gegenüber seinem schärfsten Rivalen einordnen zu können. Zum Beispiel bei der Größe: 4,93 Meter misst der Audi vom Bug mit den LED-Scheinwerfern (2750 Euro) bis zum Heck und überragt den BMW damit um rund zwei Zentimeter. Auch in der Breite liegen die zwei Kombis dicht beieinander und nehmen wenig Rücksicht auf den Umstand, dass Garagen oder Parkboxen mit den Jahren nicht mitgewachsen sind: Mit angeklappten Außenspiegeln misst der BMW 1,86 Meter, der Audi sogar 1,87 Meter. Zwei Dicke drängeln sich also im Studio, wobei das Karosseriedesign wiederum verschlankend wirkt: Ohne Frage sind beide stattliche Kombis, doch massig oder gar übergewichtig wirken sie nicht – mit ihren Linien in den bauchigen Flanken und der schräg stehenden D-Säule.

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Video: Audi A6 Avant 2011

Premiere in Berlin

Ein mehr senkrechter Heckabschluss hätte sicher noch einige Liter Kofferraumvolumen zusätzlich möglich gemacht, doch Grund zum Klagen gibt es auch so nicht: 560 Liter bieten beide unter der geschlossenen Kofferraumabdeckung, 1670 (BMW) und 1680 Liter (Audi) sind es bei umgeklappten Rücksitzlehnen. Der neue Avant hat in diesem Punkt zur Konkurrenz aufgeschlossen, denn wie im 5er Touring muss hierzu niemand mehr an den schweren Sitzlehnen zerren. Ein Zug an den Hebeln in der flauschig bezogenen Kofferraumseitenverkleidung genügt, und schon klappen die Lehnen federbelastet nach vorn. Die Ladefläche des BMW ist dann komplett eben, die des Audi steigt im Bereich der hinteren Sitzkissen minimal an. Neu beim Avant ist der Heckklappen-Trick im Stil des VW Passat: Hat der Käufer das Komfortschließsystem geordert (Aufpreis bei der Limousine 650 Euro), muss er nur mit seinem Fuß unter der Stoßstange wedeln, damit die Klappe automatisch nach oben schwingt.

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Der BMW bietet so etwas nicht, verfügt aber (wie seine Vorgänger vom E34 des Jahres 1991 an) über eine separat zu öffnende Heckscheibe – gut, wenn nur eine leichte Tasche ins Auto geworfen werden soll. Hier wie da gleiten die Gepäckraumabdeckungen beim Öffnen der Heckklappe nach oben und schnurren elektrisch betrieben wieder nach unten, wenn die Klappe ins Schloss fällt. Noch einmal aussteigen und das Rollo runterziehen, weil man dieses gerade vergessen hatte – das ist Vergangenheit. Wechseln wir vom Kofferraum eine Station weiter nach vorn, in den Innenraum. Der bringt beim A6 Avant keine Überraschungen, denn Cockpit, Bedienelemente und Vordersitze entsprechen wie auch Verarbeitung und Materialauswahl der Limousine. Das heißt: Viel Grund zum Meckern gibt es nicht, denn Audi bietet hier bekanntlich ein sehr hohes Niveau – wie BMW.

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Viel klarer und übersichtlicher als im 5er-BMW können Rundinstrumente nicht gestaltet sein. Der fest stehende Navigationsmonitor ist extragroß.

Unterschiede werden aber schon bei der ersten Sitzprobe spürbar: Wie auch die Limousinen wirkt der Avant etwas großzügiger als der Touring und bietet Mitfahrern auf der Rücksitzbank trotz des um sechs Zentimeter kürzeren Radstands (2,91 zu 2,97 Meter) mehr Platz. Dafür erwartet die Passagiere auf den BMW-Rücksitzen der bessere Komfort mit mehr Schenkelauflage und einer höher reichenden Lehne. Bei Fahrwerk, Getriebe und Motoren kann uns der A6 Avant nicht. überraschen. Es bleibt generell beim Vorderradantrieb für die schwächeren und beim Allradantrieb für die stärkeren Versionen. Luftfederung ist gegen Aufpreis im Angebot. Eine Handschaltung wird für drei Motoren angeboten. Alle anderen Modelle verfügen über eine Automatik, wobei Audi sich mit der stufenlos agierenden Multitronic und dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe S tronic den Luxus von zwei verschiedenen Bauarten erlaubt.

Clean-Diesel von Audi kommt 2012

BMW bietet ein sehr ähnliches Motorenprogramm, lässt Kunden aber öfter die Wahl zwischen Handschaltung und Achtstufenautomatik. Der bärenstarke 535d ist noch ohne Konkurrenz, doch das ändert sich 2012: Dann schiebt Audi nicht nur einen Clean-Diesel nach, der die Euro-6-Abgasnorm erfüllt, sondern auch einen Power-Avant. Von gleich zwei Turbos in Registeranordnung unter Ladedruck gesetzt, soll dieser an eine Achtstufenautomatik gekoppelte 313-PS-Bulle in nur 5,4 Sekunden auf 100 springen. "Schöne Kombis heißen Avant", warb Audi mal. Avantissimo würde als Name durchaus auch passen – bei diesem neuen Kombi-Blitz.
Autor:

Michael Harnischfeger

Fazit

Audi hat bei der Entwicklung des A6 Avant alle Register gezogen. Das ist keine Überraschung, denn mit der Limousine haben die Ingolstädter eine ausgezeichnete Basis für diesen Kombi geschaffen. Der Avant lässt den gut ein Jahr alten 5er Touring zwar nicht alt aussehen, begegnet ihm aber auf Augenhöhe. Wer im Detail was besser kann, wird der erste Vergleich zeigen.

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