Drei Oberklasse-Limousinen im Test

Audi A6/BMW 5er/Mercedes E-Klasse: Diesel-Test

— 09.01.2015

Neuer Audi A6 im ersten Vergleich

Audi hat den A6 überarbeitet. Unser Vergleich zeigt, ob dieser Feinschliff reicht, um gegen BMW 5er und Mercedes E-Klasse zu bestehen.

Video: Audi A6 Facelift (2014)

Aufgefrischter A6

Leicht macht es Audi seinen Kunden nicht. Da bringen die Ingolstädter einen überarbeiteten A6 auf den Markt – und kaum einer sieht es. Die Designer haben zwar komplett neue Leuchten entworfen und die Stoßfänger geliftet, aber nur echten Fans werden diese Unterschiede auffallen. Macht aber nichts, die Limousine sieht im Vergleich mit BMW 5er und Mercedes E-Klasse trotzdem frisch aus, das spricht für das Design des A6. Und die Fahrer eines aktuellen Modells werden es Audi danken, denn ihr Auto wirkt noch nicht alt – auch mit Blick auf den Restwert wichtig.
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Bei Materialien und Verarbeitung liegt der Audi vorne

Edel und gut: Der Audi A6 ist mit feinen Materialien bis ins kleinste Detail penibel zusammengefügt.

Denn diese Businessklasse ist extrem wichtig für das Renommee. Audi A6, BMW 5er und Mercedes E-Klasse gehen zu einem hohen Prozentsatz an Geschäftskunden, sind Stammgäste auf den Autobahnen der Republik. Wer hier im Vergleichstest punkten kann, poliert das Image kräftig auf – und das ist auch gut für den Absatz kleinerer Modelle. Den großen Auftritt jedenfalls beherrschen alle drei perfekt. Sie strahlen Selbstbewusstsein aus. Ihre Botschaft: Wer uns besitzt, hat es geschafft. Und reist äußerst bequem. Die ewigen Konkurrenten bieten reichlich Platz, selbst im Fond können es große Passagiere mehrere Hundert Kilometer aushalten. Bei der Gestaltung der Innenräume hingegen treten die unterschiedlichen Philosophien der Hersteller zutage. Der Audi ist mit feinen Materialien bis ins kleinste Detail penibel zusammengefügt, der flache Armaturenträger mit dem ausfahrbaren Navi-Monitor sieht richtig cool aus. Und auch technisch ist der Audi auf der Höhe der Zeit. Die Navigation arbeitet mit Echtzeit-Infos und Google-Karten, die sich in 3D-Optik zwischen Tacho und Drehzahlmesser darstellen lassen.
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Die Mercedes E-Klasse glänzt mit typischen Marken-Tugenden

Gut: Der E 350 ist ein klassischer Benz mit feinem Sechszylinder und ausgewogenem Luftfahrwerk.

Noch besser kann das der BMW. Die Verarbeitung und die verwendeten Materialien können zwar mit demAudi nicht ganz mithalten, zusätzlich stehen aber nützliche Funktionen wie ein automatischer Notruf und Concierge-Service zur Verfügung – ein virtueller Diener fährt im 5er also immer mit. Der Mercedes hingegen fällt hier ein wenig ab. Auch er ist piekfein verarbeitet, wirkt im Vergleich aber etwas älter. Geschmackssache. Anders als die Connectivity, also Vernetzung des Autos mit dem Internet und der Umwelt: Hier hat Mercedes die E-Klasse taufrisch gehalten, liegt auf dem hohen Niveau der Konkurrenten. Und auch beim Fahren ist der Mercedes nicht so weit hinterm Feld, wie sein hohes Alter vermuten lässt. Schließlich ist die E-Klasse bereits seit 2009 auf dem Markt, der Nachfolger scharrt schon mit den Hinterrädern und wird bereits Anfang 2016 starten.
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Hoffentlich übernehmen sie beim Stern eine Menge Eigenschaften des aktuellen Modells, denn die E-Klasse ist ein klassischer Benz mit feinem Sechszylinder und ausgewogen federndem Luftfahrwerk (Aufpreis: 2023 Euro). Einzig die im Teillastbereich etwas ruckelig schaltende Neunstufenautomatik und die recht lauten Fahrwerkgeräusche trüben das Bild.

Am sparsamsten ist man im BMW 5er unterwegs

Genügsamer Münchner: Der BMW 530d genehmigte sich im Schnitt nur 6,3 Liter auf 100 Kilometer.

Aus ganz anderem Holz ist der überarbeitete A6 geschnitzt. Mit einer Menge Feinschliff haben die Ingolstädter ihn zum neuen Komfortmaßstab in der Oberklasse gemacht. Er federt geschmeidig, dazu passen die exzellente Geräuschdämmung und das turbinenartige Laufgeräusch des V6- Motors. Wäre da nicht die dieseltypisch brachiale Kraftentfaltung, man würde kaum merken, dass ein Selbstzünder unter der Haube arbeitet. Überhaupt ist Audi hier ein großer Wurf gelungen. Der A6 beschleunigt in 5,3 Sekunden auf Tempo 100 und verbraucht trotzdem im Alltag gerade mal gut sieben Liter. Ein wenig besser kann das nur der BMW. Zwar nimmt er sich eine knappe Sekunde länger Zeit, um auf 100 km/h zu sprinten, schluckt aber rund einen Liter weniger. Dazu kommt das sympathische Laufgeräusch des Reihensechszylinders und das ausgewogene adaptive Fahrwerk, das zwar 1300 Euro Aufpreis kostet, aber einen guten Kompromiss zwischen flauschigem Gleiten auf der Autobahn und hoher Fahrdynamik ermöglicht.
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Klar, dass all diese Qualitäten kosten. Mit Grundpreisen jenseits der 50.000 Euro sind alle drei unserem Alltag entrückt. Schaut man sich jedoch die Restwert-Prognosen an, rücken A6, 5er und E-Klasse nach drei Jahren in den Bereich des Bezahlbaren. Egal für welchen der Konkurrenten man sich entscheidet: Alle drei gehören zum Besten, was zurzeit auf unseren Straßen fährt. Ganz einfach.
Fahrzeugdaten Audi BMW Mercedes
Modell A6 3.0 TDI quattro 530d E 350 BlueTec
Motor V6, Turbo Reihensechszylinder, Turbo V6, Turbo
Einbaulage vorn längs vorn längs vorn längs
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/4 4 pro Zylinder/2 4 pro Zylinder/4
Nockenwellenantrieb Kette Kette Kette
Hubraum 2967 cm³ 2993 cm³ 2987 cm³
kW (PS) bei 1/min 200 (272)/3500 190 (258)/4000 190 (258)/3400
Nm bei 1/min 580/1250 560/1500 620/1600
Vmax 250 km/h 250 km/h 250 km/h
Getriebe Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe Achtstufenautomatik Neunstufenautomatik
Antrieb Allradantrieb Hinterradantrieb Hinterradantrieb
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Scheiben Scheiben/Scheiben Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung 255/40 R 19 Y 245/45 R 18 Y 245/45 R 17 W
Reifentyp Bridgestone Potenza S001 Dunlop SP Sport Maxx GT Continental SportContact 5
Radgröße 8,5 x 19" 8 x 18" 8 x 17"
Abgas CO2 133 g/km 134 g/km 133 g/km
Verbrauch* 5,9/4,6/5,1 l 6,0/4,6/5,1 l 6,1/4,5/5,0 l
Tankinhalt 73 l/Diesel 70 l/Diesel 80 l/Diesel
Kältemittel R134a R134a R134a
Vorbeifahrgeräusch 70 dB (A) 70 dB (A) 72 dB (A)
Anhängelast gebr./ungebr. 2000/750 kg 2000/750 kg 2100/750 kg
Kofferraumvolumen 530 l 520 l 490 l
Länge/Breite/Höhe 4933/1874–2086**/1455 mm 4907/1860–2101**/1464 mm 4879/1854–2071**/1474 mm
Testwagenpreis 62.875 Euro 64.310 Euro 64.741 Euro
* innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km; ** Breite mit Außenspiegeln
Messwerte Audi BMW Mercedes
Beschleunigung
0–50 km/h 1,7 s 2,6 s 3,5 s
0–100 km/h 5,3 s 6,2 s 6,6 s
0–130/0–160 km/h 8,6/13,7 s 9,6/14,5 s 10,3/15,2 s
Zwischenspurt
60–100 km/h 3,0 s 3,0 s 3,5 s
80–120 km/h 3,8 s 3,8 s 4,1 s
Leergewicht/Zuladung 1863/517 kg 1826/494 kg 1909/481 kg
Gewichtsverteilung v./h. 56/44 % 51/49 % 53/47 %
Wendekreis links/rechts 12,2/12,2 m 11,7/11,8 m 11,3/11,2 m
Bremsweg
aus 100 km/h kalt 37,1 m 37,7 m 36,2 m
aus 100 km/h warm 35,2 m 36,7 m 34,9 m
Innengeräusch
bei 50 km/h 56 dB (A) 55 dB (A) 55 dB (A)
bei 100 km/h 64 dB (A) 63 dB (A) 63 dB (A)
bei 130 km/h 68 dB (A) 68 dB (A) 67 dB (A)
Testverbrauch – CO2 7,2 l D – 190 g/km 6,3 l D – 167 g/km 6,6 l D – 176 g/km
Reichweite 1010 km 1110 km 1210 km
Autor:

Stefan Voswinkel

Fazit

Der überarbeitete Audi A6 kann sich in diesem Vergleich der Oberklasse knapp durchsetzen. Unter anderem weil der souverän motorisierte Diesel sich keine Schwächen leistet – mit Ausnahme des hohen Preises. Allerdings ist er trotzdem noch günstiger als der BMW 530d und ein Mercedes E 350 BlueTec, die beide hervorragende Autos sind – aber das hohe Niveau des Audi nicht ganz erreichen.

Stichworte:

Limousine Oberklasse

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