Audi A6/BMW 5er/Mercedes E-Klasse: Test

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Audi A6/BMW 5er/Mercedes E-Klasse: Vergleich

— 06.01.2011

Mischt der Audi A6 die Business-Klasse auf?

Besser zu sein als der Vorgänger reicht nicht. Wirklich gut ist der neue Audi A6 nur, wenn er auch BMW 5er und Mercedes E-Klasse alt aussehen lässt. Ob er das kann, klärt der erste Vergleich.

Die Posaune liegt in der Chefetage von Audi offenbar stets griffbereit. Auf jeden Fall wird sie oft geblasen. Die Größten im Premiumsegment wollen sie werden, posaunt die Ingolstädter VW-Tochter – das sei praktisch programmiert. Den "Vorsprung durch Technik" haben sie ohnehin seit Jahren für sich gepachtet. Und, da schau her, der nun auslaufende A6 "ist die weltweit erfolgreichste Business-Limousine". Starke Töne, aber die gehören nun mal zu einem Herausforderer. Und diese Rolle spielt Audi nach wie vor, auch beim A6. Denn zieht man die in China gebaute Variante mit langem Radstand ab, war der Audi in den etablierten Märkten, also den USA, Europa und Deutschland, bisher keineswegs der Erfolgreichste. Da teilten sich meist der 5er von BMW und die E-Klasse von Mercedes die Ehre.

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So oder so: Das Prädikat "Volltreffer" verdiente er auf jeden Fall, der alte A6. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an seinen Nachfolger. Noch dürfen wir den neuen A6 nicht selbst fahren (Audi gestattet das nicht vor Ende Januar). Aber wir konnten ihn schon mal ins Freie locken, dorthin, wo seine Erzrivalen auf ihn warten. Wie sieht er aus? Wie bewährt er sich zwischen den noch jugendfrischen Platzhirschen von BMW und Mercedes? Zu langweilig womöglich? Optisch zu wenig Neues? Die Antwort, die uns der A6 gibt, hier draußen, ganz ohne das beschönigende Licht des Fotostudios, ist zwiespältig. Ja, stimmt schon, der Wow-Effekt bleibt aus. Aber einen erfreulichen Anblick bietet er dennoch – straffer als der Alte, besser proportioniert, ruhig, aber muskulös die Linien und Flächen. Daneben kommt uns der BMW reichlich aufgedunsen vor. Und der Mercedes eher verschnörkelt. Das Gefühl hinter dem Lenkrad unterstreicht den Eindruck: keine Experimente im neuen A6, aber hell, nicht schwülstig, moderner als bisher. Interessant das neue Schichtholz (Eiche), Serie sind Kunststoffblenden, wahlweise gibt es Walnuss, Esche oder Alu.

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Der Versuch, das Cockpit flach zu halten, zahlt sich aus. Raumeindruck und Übersichtlichkeit profitieren davon. Die Bedienung mit dem knopfreichen MMI-System inklusive Touchpad à la A7 bleibt Übungssache – da bietet der Audi keine Vorteile. Der Wechsel in den BMW bestätigt aber das luftigere Gefühl im A6: Der 5er, ansonsten elegant und gediegen wie der Audi, mauert seine Passagiere stark ein. Und dem nüchterneckig gestalteten Arbeitsplatz im Mercedes fehlt es im Vergleich an Flair. Wer nach hinten muss, sollte hingegen die E-Klasse vorziehen. Der Einstieg fällt hier am leichtesten, der Raumeindruck ist großzügiger. Abgesehen von den kurz geratenen Sitzflächen fühlt sich der Fondpassagier hier am besten aufgehoben. Der Audi wirkt hinten enger geschnitten, der Zugang ist beschwerlicher. Da gleicht er eher dem BMW, der freilich über die bequemeren Fondsitze verfügt.

Weitere Details zum ersten Vergleich des neuen Audi A6 mit seinen härtesten Konkurrenten BMW 5er und Mercedes E-Klasse gibt es in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen lesen Sie in AUTO BILD 1/2011 – ab Freitag, 7. Januar, im Handel.
Motoren Audi BMW Mercedes
Hubraum 2995 cm³ 2979 cm³ 3498 cm³
kW (PS) bei 1/min 220 (300)/5250 225 (306)/5800 200 (272)/6000
max. Drehmoment 440 Nm 400 Nm 350 Nm
Verbrauch – CO2 8,2 l S/100 km – 190 g/km 8,1 l SP/100 km – 189 g/km 9,6 l S/100 km – 226 g/km
Antrieb Allrad Allrad Allrad
Getriebe Siebengang-S-tronic Achtstufen-Steptronic 7G-Tronic
Grundpreis 51.600 Euro 55.700 Euro 54.264 Euro
Wolfgang König

Wolfgang König

Fazit

Sie müssen sich wärmer anziehen in München und Stuttgart – so viel ist sicher. Der neue A6 mag einem vorkommen wie ein alter Bekannter, aber er ist optisch kein Langweiler. Die neue Form sitzt straff, und sie signalisiert eher einen kleinen A8 als großen A4. Innen dominiert Modernität ohne Schwulst, Technik und Ausstattung sind der letzte Schrei (auch in puncto Effizienz), und die Preise bleiben auf dem Teppich. Zumindest gemessen an 5er und E-Klasse. Die können sich vorerst noch auf ihre breiteren Modellpaletten stützen. BMW bietet zudem die stärkeren Motoren und etwas mehr Technik, die Hinterradlenkung etwa. Da ist der 5er gut gerüstet. Mercedes muss technisch dagegen nachlegen. Gerade im Vergleich mit dem Top-A6 hinkt die E-Klasse hinterher. Aber vielleicht punktet sie ja im Fahrvergleich. Nicht nur ich bin gespannt.

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