Audi A6: Gebrauchtwagentest
— 11.01.2012
Schnäppchen vom Dienst
Einen vier Jahre alten Audi A6 Avant gibt es als Leasing-Rückläufer zum Preis eines Kleinwagens. Ein guter Kauf? Wir haben den ehemaligen Firmenwagen unter die Lupe genommen.
Sie haben ein Serviceheft mit allen Stempeln, sind bestens ausgestattet, und vor allem sind sie eins – günstig. Leasing-Rückläufer waren in ihrem ersten Leben Dienstwagen. Nach Ablauf des Vertrags kann sie auch Otto Normalfahrer kaufen. Dann sind sie meist drei bis vier Jahre alt und um die 120.000 Kilometer gelaufen. Einer der beliebtesten Ex-Dienstwagen ist der
Audi A6, gern als Avant. Weil das neue Modell seit April bei den Händlern steht, purzeln jetzt die Preise für die ohnehin schon günstigen Leasing-Rückläufer. Noch nicht mal lange suchen muss man solche Schnäppchen. Unser Test-A6 von ALD CarOutlet in Norderstedt bei Hamburg kostete mal knapp 50.000 Euro.
Unser Testwagen ist ein Audi A6 Avant 2.7 TDI mit dem stufenlosen Automatikgetriebe Multitronic. Der Audi diente als Firmenwagen, fuhr in vier Jahren rund 120.000 Kilometer. Der Neupreis betrug 48.970 Euro, nun verlangt der Händler ...
... 16.980 Euro. Der kräftige und laufruhige V6 passt bestens zum gediegenen Charakter des großen Audi. Der Vorderradantrieb stößt auf regennasser Fahrbahn jedoch an seine Grenzen: 380 Newtonmeter zerren an den Rädern, ...
... die beim Anfahren häufig durchdrehen. Beim Technik-Check entdecken wir eine kleine Roststelle an der Beifahrertür und am rechten Türschweller. Das Auto ist noch jung und scheckheftgepflegt, bei Audi nach Kulanz fragen.
Unser Urteil: ein gut ausgestatteter Business-Kombi, der aussieht und fährt wie neu. 65 Prozent unter Neupreis! Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, ein Jahr Gewährleistung beruhigt. Dieser A6 ist ein guter Kauf.
Jetzt steht er da für nicht mal 17.000 Euro, also 65 Prozent unter Neupreis. Er hat einen TDI-Motor unter der Haube, typisch für Dienstwagen. Aber Vorsicht – bei der Probefahrt auf störungsfreien Motorlauf achten: Unrunder Leerlauf, Ruckeln beim Gasgeben oder Tackergeräusche deuten oft auf defekte Injektoren hin. Beim Vierzylinder 2.0 TDI auf regelmäßig eingehaltene Wechselintervalle des Zahnriemens achten. Die Sechszylinder-TDI haben eine Steuerkette, deren Kettenspanner in seltenen Fällen nicht genug Druck aufbauen. Die Folge: schlagende Geräusche beim Kaltstart. Doch der A6 hat noch ein Problem: Er rostet an Türschwellern, Türunterkanten und Heckdeckeln. Die Stellen sind in der Regel nicht groß – und
Audi kennt die Macken, hat die meisten A6 kostenlos nachgebessert.
Oben in der Bildergalerie zeigen wir, auf welche Punkte Käufer beim A6 Avant noch achten sollten.
Audi A6 im autobild.de-Gebrauchtwagenmarkt
| Kosten für die getestete Motorvariante 2.7 TDI (180 PS) |
| Unterhaltskosten |
| Testverbrauch – CO2 |
7,9 l D/100 km – 194 g/km |
| Inspektion |
300 bis 600 Euro |
| Haftpflicht (Typklasse 17)* |
609 Euro |
| Teilkasko (Typklasse 26)* |
210 Euro |
| Vollkasko (Typklasse 21)* |
820 Euro |
| Kfz-Steuer (Euro 4) |
416 Euro |
| *Onlinetarif der HUK24-Versicherung, Zulassung in Hamburg, Fahrer: Versicherungsnehmer und Partner (25 Jahre alt), jährliche Fahrleistung 15.000 Kilometer, Beitragssatz 100 Prozent. |
| Ersatzteilpreise** |
| Lichtmaschine (Austauschteil) |
641 Euro |
| Anlasser (Austauschteil) |
431 Euro |
| Wasserpumpe |
322 Euro |
| Zahnriemen |
entfällt, Kette |
| Endschalldämpfer (beide) |
1084 Euro |
| Kotflügel vorn, lackiert |
873 Euro |
| Bremsscheiben und -klötze vorn |
427 Euro |
| **inklusive Lohnkosten und 19 Prozent Umsatzsteuer |
| Technische Daten |
| Motor |
V6, Turbodiesel/vorn längs |
| Ventile/Nockenwellen |
4 pro Zylinder/4 |
| Hubraum |
2698 ccm |
| kW (PS) bei U/min |
132 (180)/3300 |
| Nm bei U/min |
380/1400 |
| Höchstgeschwindigkeit |
220 km/h |
| 0–100 km/h |
8,9 s |
| Getriebe/Antrieb |
Stufenlose Automatik/Vorderrad |
| Tankinhalt/Kraftstoffsorte |
70 l/Diesel |
| Länge/Breite/Höhe |
4933/1855/1463 mm |
| Kofferrauminhalt |
565–1660 l |
| Leergewicht/Zuladung |
1835/490 kg |
Das Gebrauchtwagenkauf-Dossier enthält viele Informationen und Ratschläge, die wir in den vergangenen Jahren gesammelt haben. Jetzt als PDF downloaden.
HINWEIS: Zum Betrachten des PDF-Dossiers empfehlen wir die neueste kostenlose Version des Adobe Reader. Bitte laden Sie sich eine virengeprüfte Version bei computerbild.de herunter.
Zum Adobe Reader-Download
Lars Busemann
Fazit
Ob Vertreter-TDI mit 140 PS oder der Kraft-Kombi RS 6 mit 580 PS: Beim alten Audi A6 ist die Modellauswahl riesig. Der gute Fahrkomfort und das großzügige Raumangebot machen den A6 zum exzellenten Reiseauto, zu dem am besten die drehmomentstarken und sparsamen V6-Modelle 2.7 TDI und 3.0 TDI passen. Klar abzuraten ist von der defektanfälligen Multitronic. Die möglichen Roststellen sind unkritisch, meist wurden sie von Audi nachgebessert. Trotzdem nachsehen.
Kommentare zum Artikel (22)
Erstellt
Inhalt
Funktion
Das Rostproblem des A6 an Türfalzen u. Schwellern durch scheuernde Dichtungen ist seit dem Facelift (ab 10/2008) Geschichte. Ebenfalls seit dem FL gibt es endgültig keine Probleme mehr mit Poltergeräuschen d. Luftfederung u. da der V6TDI gründlich überarbeitet wurde, auch keine defekten Injektoren u. Einspritzpumpen mehr. Den Wassereinbruch im Heck betrafen nur wenige vor FL Baujahre mit elek. Heckklappe u. lag an einem schlecht verlegten Schlauch d. Heckwischanlage, der dann kaputt ging u. d. Wasser in die nahe gelegene Elektronikbox lief. All diese Macken werden auf Garantie/Kulanz behoben.
Von Macken sind alle 3 deut. Prem.hersteller betroffen.Die nehmen sich da nix.Wichtiger ist hier die Bereitschaft,diese Macken wieder auszubügeln.Z.B. Mercedes,dessen Modelle der BJ 2000-2006 durch massiven Rostbefall auffielen. Mercedes hat auch bis heute immer wieder mit defekten Injektoren kämpfen o. jüngst BMW,bei denen beim Diesel der 1er,5er u. X5 Serie Brandgefahr besteht o. vor nicht langer Zeit gab es mal Probleme mit den Bremsen u. ein leidiges Dauerthema bei BMW ist immer wieder der Kühlkreislauf. Beim E91 rosten gerne Türfalze u. Heckklappen.Alle Drei haben Macken,große u. kleine.
Schön, der Kaufpreis ist nach 4 Jahren und 120tkm im Keller. Die Preise für die Revision von Bremsen, Fahrwerk, womöglich Getriebe, Klimaanlage usw. sind aber noch schön auf Premiumniveau.
Und dann noch Rost bei einem vier Jahre alten Auto! Das würde ich nicht mal einem Dacia durchgehen lassen!
Ich habe 20 Jahre deutsche Hersteller gefahren, dazu noch Fiat 10 Jahre ohne Ausfälle (außer 2 Bremsen und 1 Kupplung). Ich habe heute einen Qqashquai, 5 Jahre Garantie (Händlerzugabe) bekommen und kann über deutsche Autso und ihren Premiumgedanken mit 2 jahren Garantie und saftigen Preisen nur schmunzeln. Klar ist ein X3/5, Porsche,5er und A6 von meinen Mitarbeitern toll, nur mir gehört die Firma und ich will nicht gezwungen wedren, bis 67 zu arbeiten!
Ist es etwa Premiumwürdeig das bei einem Km.Stand von 7km das Getriebe den Geist aufgibt???? Oder das bei einer Oberklasselimousine nach 100tkm die Kette hinüber ist?? Mein Schwager hat eine E-Klasse W211, bis jetzt hatte er Rost an beiden Kotflügeln hinten, Radio funktioniert teilweise nicht Motorsteuergerät hinüber usw. Nicht das man froh ist das deutsche Fahrzeuge in der Welt angesehen, nein lieber streitet die leute wie verrückt über die Marken und machen sie nieder. Ich glaube hier spricht der Neid aus den Personen.