Audi A6 quattro (1997-2005)

Gebrauchtwagen Audi A6 quattro Gebrauchtwagen Audi A6 quattro

Audi A6 quattro (1997-2005)

— 15.12.2004

Solider Bayern-Expreß

Vertreters Traum, ein Audi A6 quattro, möglichst als TDI. Wird der Traum beim Gebrauchtkauf zum Alptraum?

Qualität und Verschleiß

So ein Audi A6 quattro hat es meist nicht leicht in seinem Leben. Nur zu gern wird er als komfortables und flottes Leasing-Gerät von Termin zu Termin geprügelt. Gerade als 2.5 TDI. Schnell kommen so auf der linken Autobahnspur 60.000 und mehr Kilometer pro Jahr zusammen. Und genauso schnell wird das Auto nach Ablauf der Leasingzeit wieder abgestoßen.

Der Audi hat seinen Schuldigkeit getan, rannte Tempo 220 und verbrauchte um die neun Liter/100 km. Er frißt dabei Bremsscheiben und Luftmassenmesser, aber er läuft – meist. Das wahre Risiko trägt der Gebrauchtkäufer, der sich nicht zu früh freuen sollte. Klar hat er mit einem drei Jahre alten Wagen mehrere 10.000 Euro Wertverlust eingespart. Aber hat er nun auch wirklich ein deutsches Qualitätsauto, von dem man eine Lebensdauer von mindestens 250.000 km erwarten darf?

Kann schon sein, oft aber auch nicht. Die Leserzuschriften beweisen: Ärger gibt es nicht selten, wenn ein A6 älter als drei Jahre wird und deutlich mehr als 100.000 Kilometer gelaufen ist. Der A6 als typisch kurzlebiges Leasingobjekt? Nun ja, ein Turbodiesel von heute wird im Alter oft zum Kostenbumerang. Der 2.5 TDI ist ein typisches Beispiel.

Motor und Technik

Wer die 100.000-km- Marke passiert und für eine Inspektion mit Zahnriemenwechsel rund 1000 Euro bezahlt hat, stellt bisweilen die Frage nach dem Sinn teurer Dieseltechnik. Erst recht rasante Fahrer, unter denen der TDI gern mit kostspieligen Zylinderkopfschäden zu schwächeln beginnt. Besser sind wieder einmal die Käufer eines Benziners dran. Die unkomplizierteren V-Sechszylinder ohne Turbolader laufen und laufen. Man muß nur tanken.

In Sachen Fahrwerk ist an dieser Stelle eine Warnung fällig: Quattro heißt nicht Geländetauglichkeit. Einige Audi-Besitzer mißbrauchen den A6 quattro als flinken Baustellenzubringer oder Jagdwagen. Da darf man sich über Schürfschäden mangels Bodenfreiheit dann ebensowenig wundern wie über rasanten Verschleiß am Fahrwerk. Die Vorderachse zeigt schon bei sorglosem Straßenbetrieb schnell Schäden an Querlenkern und Lenkgelenken.

Für üble Holperwege gibt es geeignetere Allradler mit stabilerem Fahrwerk, demnächst auch von Audi: den Q7 auf Touareg-Basis. Auf den warten viele treue Audi- Besitzer offenbar sehnlichst. Der für Winter 2005 erwartete Touareg- Ableger ist schon in aller Munde. Zwölf Prozent der A6-quattro-Fahrer warten explizit auf dieses Auto, wenn man sie nach der Wahl des nächsten Fahrzeugs fragt.

Die Ungeduldigen schwenken zu Mutter Volkswagen und wollen einen Touareg (elf Prozent). Beliebtester Kaufkandidat ist jedoch der neue A6 quattro (36 Prozent). Schließlich sind die Quattro-Besitzer überdurchschnittlich treu – in zweierlei Hinsicht: Sie hatten davor meist schon einen Audi (62 Prozent). Und Sie hatten davor meist auch schon ein Allradfahrzeug (51 Prozent).

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 1997 Einführung des A6 quattro (intern 4B) als Limousine; LxBxH 4,80x 1,81x1,45m; 1.8-Turbobenziner (4 Zyl., 150 PS), 2.4-V6- (165 PS), 2.8-V6-Benziner (193 PS) und 2.5-TDI-V6-Turbodiesel (150 PS) mit elektronisch gesteuerter Benzindirekteinspritzung über Verteilerpumpe 1998 Zusätzlich Kombiversion Avant, Höhe 1,48m 1999 2.7-V6-Turbobenziner (230 PS), 4.2-V8 (300 PS; als S6 340 PS), 2.5 TDI nun auch mit 180 PS 2001 Facelift: Neue Front, 3.0 V6 (220 PS) statt 2.8, 2.4 nun 170 PS 2002 Zusätzlich RS6 mit 4.2-Liter-V8-Biturbo-Benziner (450 PS) 2004 Neuer A6 als Limousine (intern 4F), ab März 2005 auch als Avant

Schwachstellen • Probleme an der Vorderachse beklagen 26 Prozent der Leser: austauschreife Querlenker, ausgenudelte Lenkgelenke, gerissene Antriebsmanschetten • die Auspuffanlage ist teuer, hält aber meist ein A6-Leben lang • der beliebte 2.5 TDI nervt 24 Prozent der Einsender mit Schäden an Zylinderkopf, Kopfdichtungen, Zahnriemen oder einem plötzlich abscherenden Lüfterrad • die Bremsen zeigen hohen Verschleiß; oft müssen auch die Sättel raus • die Zuverlässigkeit ist mäßig. Pannen auf freier Strecke sind nicht selten (32 Prozent), meist trifft es die 2.5 TDI: Luftmassenmesser, Einspritzanlage, Lüfter und ab 150.000 km auch das Automatikgetriebe. Letzteres gilt auch für die Benziner • die Quote bei den Startversagern beträgt "nur" neun Prozent (wie immer ohne Batterieschäden!): Bei den Benzinern ist meist die Wegfahrsperre schuld, bei den 2.5 TDI zusätzlich noch der Anlasser oder das Vorglührelais (selten)

Reparaturkosten Preise inklusive Mehrwertsteuer am Beispiel eines A6 quattro 2.5 TDI Schaltgetriebe, Baujahr 2000. Bremsen und Elektrikteile sind recht preisgünstig.

Fazit und Technik

Fazit "Sündhaft teuer ist die Auspuffanlage, die man beim A6 aber so gut wie nie ersetzen muß. Ein Langzeitauto ist der A6 trotz vollverzinkter Karosserie nicht, vor allem nicht der beliebte 2.5 TDI mit 180 PS. Teure Zahnriemenwechsel und versteckte Zylinderkopfschäden machen den TDI-Gebrauchtkauf zum Risiko. Wenigfahrer sind mit einem V6-Benziner besser dran." Martin Braun, Redakteur AUTO BILD alles allrad

TechnikAllradantrieb: permanent über selbstsperrendes Torsen-Zentraldifferential (Kraftverteilung v:h 75:25 bis 25:75); Schlupfregelung durch Bremsen v+h • Aufbau: selbsttragende Stahlblech-Karosserie • Verbrauch: 1.8T/2.4/2.7T/2.8/3.0/4.2: 10,5/11,5/13,5/12,5/12,5/14,5 Liter Super pro 100 km; 2.5 TDI: 9 Liter Diesel pro 100 km • Höchstgeschwindigkeit: 2.4/2.7T/2.8/3.0/4.2/2.5TDI: 218/246/232/238/250/223 km/h

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