Audi A7 Sportback (2017): Test

Audi A7 Sportback (2017): Test

Audi A7 Sportback (2017): Test, Marktstart, Preis

— 20.10.2017

Alles Wissenswerte zum neuen Audi A7

Audi präsentiert die zweite Generation des A7. Das viertürige Coupé übernimmt Designelemente der Prologue-Studien und bekommt die Connectivity des A8. Erste Sitzprobe!

Vorstellung: Prologue-Studien scheinen klar durch
Interieur:
Sportlich geschnittenes Interieur und viel Platz (UPDATE!)
Ausstattung: 15 Lackfarben und vier Soundsysteme
Connectivity:
Als Pate dient der A8
Motoren: Zum Markstart gibt's nur eine Maschine

Vorstellung: Prologue-Studien scheinen klar durch

Audi gibt das Kofferraumvolumen mit bis zu 1390 Litern bei umgelegter Sitzbank an – im Normalzustand 535 Liter.

Audi legt den A7 Sportback neu auf. Die Limousine mit dem coupéartig abfallenden Dach fährt als typischer Vertreter der "viertürigen Coupés" in die zweite Generation – der Vorgänger mit dem Baucode 4G (seit 2010 im Programm, letztes Facelift 2014) hat damit ausgedient. Unterm Blech des Neuen kommt eine Plattform in Stahl-Alu-Mischbauweise zum Einsatz. Beim Design hat Audi die Messlatte schon im Vorfeld hoch gelegt: Nachdem die Designelemente der Prologue-Studien im neuen A8 nur teilweise in die Serie überführt wurden, kündigte Audi für den A7 eine deutlichere optische Verwandtschaft mit den Designkonzepten an. Und so hat auch der A7 einen breiteren und vor allem tieferliegenden Grill, die Front haben die Designer stärker nach unten gezogen und die Haube mit prägnanten Falzen versehen, die gleich an den A5 erinnern. Die Scheinwerfer sind nicht ganz so schlitzförmig wie bei den Studien und übernehmen die Form des Vorgängers. Keine Revolution, aber im Vergleich mit dem ersten A7 ein merkbarer Sprung im Design. So entfällt die seitliche Schulterlinie, der Neue hat betontere Radhäuser vorne und hinten, die von den größten Rädern (21 Zoll) vollständig ausgefüllt werden. Der Fensterausschnitt ändert sich in seiner Form praktisch überhaupt nicht – an Wiedererkennungswert mangelt es der sportlich geschnittenen Limousine also auch weiterhin nicht. Große Veränderungen gibt es am Heck: Die beiden Rückleuchten sind mit einem Leuchtband verbunden, das sich zwischen Kennzeichen und den vier Ringen auf dem Heckdeckel spannt. Die Übergänge in die Flanke tragen weiterhin eine prägnante Kante. Diese verläuft jetzt flacher als bislang, was für mehr Dynamik im Stand sorgen soll.

Audi A7 Sportback (2017): Alt gegen neu

Die Abmessungen sind fast identisch zum Vorgänger

Der Spoiler des A7 fährt bei 120 km/h elektrisch aus.

Bei den Abmessungen unterscheidet sich der neue A7 kaum vom alten: Die Länge bleibt knapp unter fünf Metern (4969 mm) – das sind fünf Millimeter weniger als beim Vorgänger. Beim Radstand gewinnt der Neue 15 Millimeter dazu und kommt auf 2926 Millimeter Abstand zwischen den Achsen. Die Breite ohne Spiegel beläuft sich auf 1908 Millimeter – Abweichung zum Vorgänger nur marginal (1911 Millimeter). Das gleiche Bild bei der Höhe: Der neue A7 ist zwei Millimeter höher als bislang und kommt auf 1422 Millimeter (Vorgänger: 1420 Millimeter). Die geringen Abweichungen erhalten die eleganten Proportionen des A7. So tritt der A7 behutsam erneuert gegen den neuen Mercedes CLS an, der im März 2018 vorgestellt werden dürfte. 

Interieur: Sportlich geschnittenes Interieur und viel Platz

Bedienbarkeit: Topp. Über das 8,6-Zoll-Display werden Klimaanlage, Sitzfunktionen und Texteingabe gesteuert.

Wie so oft zeigt sich der Generationenwechsel am deutlichsten im Innenraum. Im Falle des A7 bedeutet das: Die Neuerungen, die Audi erstmals im A8 vorgestellt hat, finden sich auch in der sportlichen Limousine wieder. Die Innenraum-Architektur wurde für den A7 aber angepasst. So haben die Innenraumdesigner das Cockpit dem Fahrer entgegengeneigt. Passend dazu wurde ein planer Hauptmonitor (10,1 Zoll) verbaut. Obwohl der A8 die gleiche Hardware hat, kommt dort ein leicht nach außen gewölbter Bildschirm zum Einsatz. Damit der Beifahrer auch auf die Funktionen zugreifen kann. Im A7 ist dagegen alles stärker auf den Fahrer ausgerichtet, was uns gefällt. Dieser Schuss Sportlichkeit tut dem cleanen Cockpit richtig gut. Dass sich die Materialien hervorragend anfühlen und ausschauen, verkommt bei Audi fast schon zur Selbstverständlichkeit. Dennoch: Auch Überkritische dürften hier nichts zu vermelden haben. Das haptische und akustische Feedback der Touchscreens passt da gut ins Bild – ein sehr guter Ersatz für die guten, alten Knöpfe. Ein – im besten Sinne – zeitloses, sportlich angehauchtes Cockpit mit einer gelungenen Integration der Monitore.

Neue Audi (bis 2025)

Neue Audi (bis 2025) Neue Audi (bis 2025) Neue Audi (bis 2025)


Kommen wir zum Platzangebot: Der Fahrgastraum des A7 ist im Vergleich zum Vorgänger 21 Millimeter länger geworden. Vorne merkt man davon zunächst nichts. Die Sitzposition fällt etwas sportlicher, also tiefer, aus. Auch große Menschen finden in der ersten Reihe ohne anzuecken tadellos Platz. Die Sitze sind ein gelungener Mix aus straffem Polster und bequemer Langstreckentauglichkeit – volle Punktzahl. Tür auf und nach hinten: Dort gibt es deutlich mehr Platz als das nach hinten abfallende Dach vermuten lässt. Mit 1,95 Meter kann AUTO BILD-Redakteur Peter Fischer zwar nicht vollständig aufrecht sitzen, das sei aber verziehen. Normalgewachsene sitzen im A7-Fond wie in einer konventionellen Limousine und genießen vollen Reisekomfort. Erstaunlich ist, dass auch für sehr lange Beine noch viel Kniefreiheit vorhanden ist: Den Fahrersitz haben wir für die Fotos in der gleichen Position gelassen und trotzdem ist noch Luft nach vorne. Lediglich die Oberschenkelauflage könnte ein bisschen üppiger ausfallen.

Neue Coupés (bis 2020)

Ausstattung: 15 Lackfarben und vier Soundsysteme

Die Bremsanlage ist mit Alu-Festsätteln versehen. Die Bremsscheiben haben bis zu 40 Zentimeter Durchmesser.

Wer gerne im Konfigurator spielt, der wird mit dem A7 seine helle Freude haben. 15 Lackfarben stehen zur Auswahl, dazu kommen das obligatorische S-Line-Paket (anderer Grill, sportlich ausgeformte Schürzen und Schweller). Die Scheinwerfer sind in drei Versionen lieferbar. Die beiden höherwertigeren Versionen verfügen über zwölf Leuchteinheiten – die Topversion ist das bekannte HD Matrix LED-Licht ("Laserlicht"). Im Innenraum kann der A7 mit belüfteten Massagesitzen vorne zur Autobahn-Wellness-Oase aufgerüstet werden. Dazu kommt eine Ambientebeleuchtung und auf Wunsch eine Innenraumbeduftung sowie Ionisierung im "Air Quality"-Paket. Standardmäßig steht der A7 mit dem "MMI Radio" beim Händler. Darüber rangieren "MMI Navigation" und "MMI Navigation plus". Die Liste der Soundsysteme umfasst ganze vier Posten. Die Toplautsprecher liefert Bang & Olufsen mit dem sogenannten "Advanced Sound System" inklusive 3D-Klang für die Fond-Passagiere. Die aus dem A8 bekannte AI-Taste lässt den A7 auf Wunsch automatisch parken und selbstständig in Garagen rangieren – diese Funktionen sind jedoch erst im Laufe des Jahres 2018 verfügbar. Das dafür notwendige Sensoren-Aufgebot besteht aus bis zu fünf Radarsensoren, fünf Kameras, zwölf Ultraschallsensoren und einem Laserscanner im Kühlergrill.

Neue Oberklasse-Modelle (2017, 2018 und 2019)

Mercedes CLS Illustration
Den beim A8 so prominent vorgestellten Staupiloten erwähnt Audi beim A7 nicht. Die Liste der Assistenten ist auch so lang genug: Bis zu 39 Helfer verteilen sich auf drei Assistenzpakete, die sich in "Parken", "Stadt" (Kreuzungsassistent) und "Tour" (Effizienzassistent, adaptiver Fahrassistent, adaptiver Tempomat, Spurhalteassistent) unterteilen. Zu den klassischen Fahrdynamik-Optionen zählt die Wahlmöglichkeit aus insgesamt vier Fahrwerken: Immer an Bord ist ein konventionelles Stahlfeder-Fahrwerk, optional gibt es ein Sportfahrwerk (zehn Millimeter Tieferlegung), ein Fahrwerk mit elektronisch geregelten Dämpfern und das Luftfahrwerk "air suspension", das über einen Niveauausgleich verfügt. Serienmäßig an Bord ist die Progressivlenkung, die je nach Intensität des Lenkeinschlags direkter oder indirekter wird. Für ein leichtfüßigeres Handling bei gleichzeitig verbessertem Geradeauslauf steht die "Dynamik-Allradlenkung" in der Aufpreisliste. Bei langsamen Geschwindigkeiten lenkt die Hinterachse gegenläufig (bis zu fünf Grad) mit, das soll den Wendekreis um 1,1 Meter verkleinern. Ab 60 km/h schlägt die Hinterachse im Gleichklang mit den Vorderläufen ein, was der Fahrstabilität zugute kommen soll. Für mehr Sportlichkeit kann der Haken beim Sportdifferenzial gesetzt werden, das an der Hinterachse die Drehmomente aktiv verteilt und den serienmäßigen Allradantrieb unterstützt.

Connectivity: Als Pate dient der A8

Anfangs wird nur der A7 55 TFSI mit 340 PS angeboten. Weitere Benzin- und Dieselmotoren sollen zeitnah folgen.

Die Connectivity übernimmt der A7 aus dem großen Bruder A8. Dazu zählt das "MMI touch Response", das im neuen Sportback das klassische MMI ersetzt. Es besteht aus zwei Bildschirmen: Der obere Hauptbildschirm (10,1 Zoll) ist dabei für die Bedienung von Multimedia und Navigation vorgesehen. Darunter befindet sich ein kleinerer 8,6-Zoll-Touchscreen, über den sich Klimaanlage, Sitzheizung und Texteingabe steuern lassen. Das neue Infotainment ersetzt die vorherigen Dreh-Drück-Schalter und Tasten durch haptisches Feedback auf dem Touchscreen – fast so, als würde man einen echten Knopf drücken. Optional bietet Audi zudem eine Sprachbedienung an, die Befehle mittels lokal im Fahrzeug abgelegter Informationen und Wissen aus der Cloud verarbeitet. Ist die Option "MMI Navigation plus" gewählt, entfällt die klassische Tachoeinheit und wird durch die neueste Version des "Audi virtual cockpit" ersetzt. Der 12,3 Zoll große Bildschirm gibt alle nötigen Fahrzeug- und Fahrinformationen wieder und zeigt auf Wunsch auch die Karte des Navigationssystems an. Optional wird auch ein Head-up-Display angeboten. Zusätzlich beherrscht der A7 Verkehrszeichen- und Gefahreninformation – sogenannte "Car-to-X-Dienste", die Informationen von anderen Audi-Fahrzeugen verwenden. Daneben lassen sich bis zu sieben Fahrerprofile anlegen, bei der sich jeder Fahrer seine Lieblings-Einstellungen speichern kann.

Motoren: Zum Markstart gibt's nur eine Maschine

Alle Motoren im neuen A7 werden teilelektrifiziert sein, denn Audi stattet alle Aggregate serienmäßig mit einem Mildhybridsystem (MHEV) aus. Bei den V6-Varianten besteht dieses System aus einem 48-Volt-Hauptbordnetz, einem Riemen-Starter-Genarator (RSG) und einer Lithium-Ionen-Batterie. Diese wird über den Generator bei jeder Verzögerung durch Rekuperation mit einer Leistung von bis zu zwölf kW gespeist. Das viertürige Coupé kann zwischen 55 und 160 km/h mit deaktiviertem Motor im Schubbetrieb "segeln" und danach über den RSG komfortabel neu starten. Die Start-Stopp-Funktion wurde deutlich erweitert und setzt ab 22 km/h ein – eine Kamera liefert den Impuls, der den Motor wieder starten lässt, sobald der Vordermann weiterfährt. Zum Markststart bietet Audi den A7 ausschließlich mit dem 340 PS starken Dreiliter-V6-TFSI als A7 55 TFSI an. Mit einem Drehmoment von 500 Nm beschleunigt der Sportback in 5,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit soll bei 250 km/h liegen. Übersetzt wird der Motor über ein Siebengang-"S tronic"-Doppelkupplungsgetriebe. Serienmäßig verfügt der A7 über den "quattro"-Allradantrieb. Er nutzt die effiziente ultra-Technologie, die den Hinterradantrieb immer dann zuschaltet, wenn er gebraucht wird. Audi kündigt zudem weitere Vierzylinder- und Sechszylinder-Aggregate an, jeweils als Diesel und Benziner. Die weiteren Motoren sollen "kurz nach dem Marktstart" verfügbar sein. Der Basispreis liegt beim A7 55 TSFI quattro S tronic bei 67.800 Euro. Marktstart ist im Februar 2018.

Audi A7 Sportback (2017): Test

Autoren: Peter R. Fischer, Andreas Huber

Stichworte:

Coupé Sportcoupé

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.


Kfz-Versicherung