Audi A8 4.2 quattro gegen Jaguar XJ8 4.2

Audi A8 4.2 quattro gegen Jaguar XJ8 4.2

— 29.10.2003

Luxus leicht gemacht

Mit Aluminium wollen Audi und Jaguar das Luxusleben am Steuer noch leichter machen. Weniger Ballast soll Sprit sparen und den Fahrspa steigern. Der Preis dafr wiegt allerdings schwer.

Deutschland hat ein Gewichtsproblem

Stellen Sie Ihr Auto auf die Waage. Dann werden Sie feststellen: Deutschland hat ein Gewichtsproblem. Gar nicht dran zu denken, wenn wir unsere Autos wie Kartoffeln nach Gewicht bezahlen mssten.

Ausgerechnet Jaguar schenkt uns Luxus light, ohne auf technischen Fortschritt verzichten zu mssen ein XJ, in der Gewichtsklasse der gehobenen Mittelklasse. Dank Aluminiumkarosserie. Und pltzlich wre es doch toll, wenn wir unsere Autos bezahlen knnten wie einen Sack Kartoffeln. Dann gbe es den XJ8 zum Sonderpreis eines Opel Signum (1690 kg) oder eines Passat Variant (1650 kg).

Zum ersten Mal beginnt fr Jaguar-XJ-Fahrer mit 1730 Kilogramm das leichte Leben: niedriger Spritverbrauch (13,8 Super), leichtfiges Fahren und hoffentlich weniger Rostprobleme. Genau darum ging es Jaguar bei der Entwicklung seiner Luxusklasse eben auch. Deutschlands Alu-Spezialist heit Audi, verwendet aber bei der Verarbeitung eine andere Technik als Jaguar. Seit 1994 steckt das geballte Wissen der Ingolstdter im Leichtbauzentrum in Neckarsulm. Bislang baute bis auf wenige Exoten wie Ferrari oder Maserati nur Audi konsequent seine Autos A2 und A8 aus Alu.

Womit auch der grte Gegner des Jaguar XJ genannt wre: der Audi A8. Beide Topmodelle wuchsen ber die magische Marke von fnf Metern hinaus (Jaguar: 5,09/1,86/1,45; Audi: 5,05/1,89/1,44), frei nach dem Motto: Gre ist der wahre Luxus.

Touchscreen-Bediensystem im Jaguar

Der Innenraum des XJ soll laut Jaguar im Vergleich zum Vorgnger um 40 Prozent grer geworden sein. Zu spren ist das eher nicht. Der Audi verwhnt seine Passagiere mehr mit luftiger Architektur bei etwa identischem Radstand (XJ: 3,03; A8: 2,94). Vor allem im Fond, was in der Kanzler-Klasse nicht ganz unwesentlich ist.

Im A8 lassen sich die Beine locker bereinander schlagen, whrend man im Jaguar schulmdchenbrav die Knie nur nebeneinander stellen kann. Im Jag gilt die Theaterregel: Die besten Pltze liegen vorn. Dem XJ-Piloten fahren auf Wunsch sogar die Pedale elektrisch entgegen, um eine vernnftige Sitzposition zu finden.

Im Cockpit streichen Passagiere ber dunkles Edelholz, Ledersitze (Serie) und ein schlaues Touchscreen-Bediensystem, das aus Sicherheitsgrnden nur eingeschrnkt funktioniert, wenn der Wagen fhrt. Einfach auf Navigation drcken, wenn man geleitet werden will. Audi setzt dagegen auf einen Joystick, mit dem sich der Fahrer durch Mens und Untermens klickt. Bis hin zum Wagenhebermodus ist alles logo. Der Bordcomputer sitzt in einer wuchtigen Mittelkonsole, die auch zur Inneneinrichtung einer Luxus-Yacht gehren knnte und den Beifahrer vom Piloten deutlich distanziert.

Souverner Audi A8 dank Allradantrieb

Beide Straenschiffe schalten automatisch durch sechs Gnge in beiden vorbildlich still und heimlich. Wie in einem Tonstudio werden die Gerusche der Strae eingefangen und geschluckt. Nur die Luftfederungen beider Limousinen melden den Zustand des Asphalts leider nicht nur im Sportmodus, sondern auch in der Komforteinstellung, die einen eigentlich in Watte packen sollte.

Wie unaufgeregt doch 298 PS laufen knnen ... Das Fahrgefhl im XJ erinnert ein wenig an eine Entspannungstherapie oder Yoga. Wohlfhlen. Stille. Trotz eines leistungswilligen Achtzylinders erzieht der Jaguar zum Dahingleiten.

Der Audi-Fnfventiler liegt straffer auf der Strae und klingt durch seinen zweiflutigen Auspuff nicht nur sportlicher, sondern leistet bei gleichem Hubraum (4,2 Liter) mehr (335 PS statt 298 PS). Und kitzelt seinen Fahrer bis in fhrerscheingefhrdende Bereiche. Da bleibt er souvern und schiebt im Grenzbereich dank Allradantrieb kontrolliert ber die Vorderrder, whrend der hinterradgetriebene Jaguar bei zu viel fahrerischem Ehrgeiz auch mal frech mit seinem Heck winkt trotz ESP. Beim Preis herrscht dann wieder Gleichstand: 73.500 Euro. Schade, dass Luxus auf dem Kontoauszug so schwer wiegt.

Technische Daten und Testwerte

Aufgrund des Allradantriebs zieht der Audi A8 locker 2300 Kilogramm hinter sich her. Der hinterradgetriebene Jaguar nimmt 1900 Kilogramm an der Anhngerkupplung mit.

Kosten und Ausstattungen

Jaguar bietet drei Jahre Garantie (ohne Kilometerbegrenzung) auf seine Technik. Audi dagegen nur zwei Jahre Gewhrleistung. Allerdings muss der XJ alle 16.000 Kilometer zur Inspektion der Audi nur dann, wenn sein Display den Werkstattbesuch anzeigt.

Fazit und Wertung

Fazit Die gute Nachricht vornweg: Es gibt keine schlechte. Und deshalb gibt es diesmal keinen Verlierer, sondern fr den Jaguar den guten zweiten Platz. In unserem Vergleich trafen zwei Autos aufeinander, die sich hnlicher kaum sein knnen: Alu-Karosse, beide mit 4.2-Achtzylinder und gleichem Preis. Andererseits trafen zwei Autos aufeinander, die charakterlich nicht unterschiedlicher htten sein knnen. Halten wir fest: Es gibt mehrere Formen von Luxus. Der Jaguar fordert Entspannung, der Audi will zum Sport. Aus dem A8-Motor holten die Ingolstdter alles raus: potente 335 PS dank Fnfventiltechnik und Super plus. Vorsprung durch Technik, verpackt in einer sthetischen Hlle, macht Audi zum berlegenen Testsieger.

Audi A8 4.2 oder Jaguar XJ8 Ihr Urteil

Testwerte sind harte Fakten. Ob ein Auto letztlich ankommt, wissen aber nur die Verbraucher selbst also Sie. Deshalb ist uns Ihre Meinung wichtig: Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, und vergeben Sie eigene Noten. Den Zwischenstand sehen Sie direkt nach Abgabe Ihrer Bewertung.

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