Marken und Modelle vertauscht: Audi GT-R, VW GT86 und Co

Mercedes FX Illustration Audi Elmiraij Illustration Lancia Models Illustration

Audi, Alfa, Seat, Lancia, Mercedes, VW

— 26.02.2014

Was wäre, wenn ...

Es gibt Autos, denen würde eine andere Marke gut tun. Und es gibt Marken, denen würden andere Autos gut tun. Wir haben das mal durchgespielt.

Es ist die alte Geschichte vom Aschenputtel. Vom Nobody oder vom unbekannten Außenseiter, der alles mitbringt, was man für Aufstieg und Anerkennung in der weiten Welt braucht: strahlendes Aussehen, überzeugende Leistung und vielleicht diesen Schuss gewinnendes Selbstbewusstsein, das den Typ aus der Masse heraushebt. Allein, es fehlt das gewisse Etwas. Das kann der richtige Familienname auf der Visitenkarte sein oder ein Zug um die Augen, der über seinen weiteren Weg entscheidet. Oder nennen wir es doch einfach nur: den Nasenfaktor. Der macht oft genug auch bei Autos den kleinen, feinen Unterschied aus. Da fasziniert ein Modell auf den ersten Blick so sehr, dass man denkt: Es hätte auch bessere Eltern verdient. Einen bekannten Namen oder den Kühlergrill mit dem prominenten Markenlogo. Wir haben uns den Spaß erlaubt, solchen Typen auf die Sprünge zu helfen. Sie aus der Menge herauszufischen und ihnen zumindest in der Computerretusche das letzte Quäntchen zu verleihen, das noch fehlt. Meist ist das der Kühlergrill einer bekannten Marke – eben der Nasenfaktor. Wohlgemerkt, es handelt sich um ein Spiel. Diese Bilder sind mit einem Augenzwinkern entstanden und sollten auch in diesem Geist betrachtet werden. Wir wollen niemandem auf die Füße treten oder Versäumnisse vorwerfen. Es ist ein einziges: "Was wäre, wenn ...?"

... der Leon eine Alfa-Nase hätte?

Viele nennen ihn den schönsten Kompakten von VW: Der Leon brachte der Marke Seat den lang ersehnten Aufschwung. Den hätte auch Alfa verdient (Bild oben).

Gleich unsere erste Operation verletzt Tabus. Ein Leon mit Alfa-Wappen – unerhört? Keineswegs. Denn der Seat hat endlich den Stil gefunden, der ihm seinen Rang im Konzern sichert: als der schärfere Golf. Verneigen wir uns vor Designer Luc Donckerwolke, der aus dem pummeligen Vorgänger einen sehnigen, eigenständigen Kompakten geformt hat, was nicht leicht ist im großen Meer der Schräghecks. Sein Auto führt Golf und Audi A3 vor Augen, was ihnen fehlt, um unser Herz zu erobern: mutige Schnitte, unpeinliche Sportlichkeit, stilsichere Dynamik. Wo der VW in sich ruht, wirkt der Leon schnell, ohne gleich auszusehen wie ein fliehendes Pferd. Ein zeitloses Auto. Alfa-Freunde wären glücklich, käme ihre Giulietta mit einer derart straffen Figur um die Ecke. Deshalb wagen wir das Unerhörte – dem Leon eine Alfa-Nase zu verleihen: ein Scudetto! Und siehe da, es steht ihm hervorragend. Der Leon gewinnt dieses gewisse Etwas, das eine große Herkunft andeutet und seinem Besitzer als Ausweis für besonderen Geschmack dient (beides fehlt Seat – noch). Umgekehrt tut auch dem Scudetto der Körper des Leon gut. Es ruht so selbstverständlich neben den scharf geschnittenen Augen, als gehöre es dorthin. Warum nicht?

... Lancia das Model S erfunden hätte?

Das Tesla Model S stromert durch die Luxusklasse. Sein schöner Körper mit der Nase eines Teddybären würde auch gut zum Lancia-Lable passen.

Elektroautos müffeln gern nach selbstgerechtem Weltverbesserer. Sehen aus, als hätten geschmackfreie Techniker in letzter Minute bei Kerzenlicht eine Karosserie zusammengeschustert. Das macht Tesla grundsätzlich anders. Die Amerikaner setzen nicht nur auf die Überzeugungskraft ihres Antriebs, sondern beachten auch einen emotionalen Grundsatz des Autobaus: Schönheit hilft, Kunden zu erobern. Das gelungene Design des Model S trägt dazu bei, dass erstmals auch Elektro-Skeptiker sich mit dieser neuen Welt beschäftigen. Dieser Fünfmeterschlitten verlockt geradezu, indem er auf geschickte Weise zwei Schlüsselreize miteinander verschmilzt: die schwelgerischen Proportionen der klassischen Limousine und die Chancen durch die neue Technik, die eine niedrige Haube und rassige Proportionen gestattet. So drückt der Tesla schon optisch seine reizvolle Exotik aus: „Seht her, ich gehe neue Wege.“ Eine rollende Visitenkarte für Andersdenker, die sich gern mit technischer Avantgarde schmücken. Das war mal die Domäne europäischer Marken wie Lancia, deren Grill versuchsweise das Model S ziert. Wir finden: Das passt. Und offenbart zugleich, was jungen Marken an ihrem Image fehlt – das Odeur aus tiefen Wurzeln, die Amerikaner würden sagen: Heritage!

Marken und Modelle vertauscht: Audi GT-R, VW GT86 und Co

Mercedes Quattroporte Illustration Mercedes FX Illustration Audi Elmiraij Illustration

Joachim Staat

Joachim Staat

Fazit

Hoffentlich macht Ihnen unsere Entdeckungstour Spaß. Denn mit Bierernst sollte man die frechen Ideen nicht betrachten: Ein Seat mit Alfa-Logo, ein Maserati mit Stern – da werden die Gralshüter laut jammern. Aber Genießer, die einen Sinn haben für den spielerischen Umgang mit Formen, Symbolen und Image, entdecken reizvolles Neuland. Sie erkennen vielleicht, was einigen Marken hier und da noch fehlen könnte, und sehen manchen Schatz, der andere Eltern verdient hätte. Dann hat sich das Spiel doch schon gelohnt.

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