Audi Benarrow: Fahrbericht — 02.08.2010
Das war einmal ein Audi S5
Bernd Benninghoven konnte sein Traumauto nicht finden – also baute er es einfach selbst. Auf Basis des Audi S5 entstand der Benarrow. AUTO BILD hat den exklusiven Sportler getestet.
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Er liebt Briten und Italiener, und er mag Audi. Seine Alltagskutschen, ein Audi S5 und ein S5 Cabrio, möchte er nicht missen, dennoch glaubt er, dass deutsche Autohersteller niemals den Stil, den Charakter, die Schönheit hinbekommen, die einen klassischen Jaguar oder einen Ferrari auszeichnen. Etwas ausgefallener sollte es also sein, exklusiver, einzigartig. Ein Auto wie sein eigener, ganz persönlicher Benarrow. Zurück ins Jahr 2008, zwölf Monate vor dem 100-jährigen Jubiläum von Benninghovens Familienbetrieb. Nicht viel Zeit, um ein neues Auto zu entwickeln. Der Asphaltspezialist wendet sich an die Universität Coventry mit der Bitte um Hilfe. Dazu engagiert er ein kleines Team junger Designer aus Deutschland. Ein S5 dient als Basis – aber nicht, um ihn mit Anbauteilen zu verunstalten. Zu Weihnachten steht das Tonmodell, Maßstab 1:1, inspiriert von Benninghovens Fiat Dino Coupé.
Opel-Umbau: Der Insignia im Bitter-Trimm
Szenenwechsel: Wittlich, eine Kleinstadt an der Mosel, Industriegebiet. Asphalt wird hier gemischt und recycelt, auf dem Parkplatz jede Menge Audi. Auch Benninghovens Sprecher, Harald Rettig, fährt einen, und sein A6 trägt das Benarrow-Logo. Spaßeshalber. Rettig erzählt, dass die Kreation seines Chefs eigentlich "Benero" heißen sollte. Kaum waren ein Bild des Autos und der Name im Internet, meldete sich eine chinesische Company und hielt den Daumen drauf. Deshalb dürfen wir auch nicht die Bremsbacken fotografieren, denn dort steht noch Benero. Das Auto ist bereits der dritte Benarrow, noch nicht perfekt, wie Rettig anmerkt, aber fast. Benninghoven ist inzwischen von seinem Projekt derart begeistert, dass er eine kleine Serie auflegen möchte. Vermutlich auch mit Blick auf die stattlichen Investitionen. "Wir rechnen so mit zehn Exemplaren pro Jahr", sagt Rettig, das Stück zu 210.000 Euro (ohne Steuer), wobei einige schon verkauft sind. Dieser hier geht nach Bukarest.Die Nummer eins, pünktlich zum Jubiläum geboren, spulte bereits 20.000 Kilometer ab – ohne ein einziges Problem, wie Rettig anmerkt. Klar, schließlich steckt ein Audi drin. Außen blieb nichts, wie es war (außer der Frontscheibe und den vorderen Dachholmen). Um die neue Haut zu pressen, ließ Benninghoven sogar eigene Werkzeuge gießen. Die Flanken prägnanter und breiter, die Front flacher. Der längere Karosserie-Überhang hinten streckt das Coupé um 18 Zentimeter. Auch innen zeigt der Benarrow eine eigene Handschrift. Weiches Leder in der Farbe eines gekochten Hummers, wohin der Blick schweift, blau leuchtende Instrumente mit Kursivbeschriftung, dazu diverse Exemplare des Firmenlogos (ein Zahnrad). Vielleicht ein bisschen zu verspielt und detailverliebt, aber auf jeden Fall exklusiver als ein Serien-Audi. Beim Zurückstoßen hebt sich das hintere Emblem und gibt eine Kamera frei.
Im Benarrow sorgt Audi-Tuner MTM per Kompressor für richtig Dampf
Audi-Tuner MTM bläst den 4,2-Liter-V8 mittels Kompressor von 354 auf 525 PS auf, damit soll der Benarrow sogar den neuen Audi RS 5 hinter sich lassen. Eine neue Auspuffanlage verfeinert den Sound. Und in puncto Fahrwerk orderte Benninghoven von MTM eine Abstimmung, die dem traditionellen GT-Charakter entspricht – sportlich, aber komfortabel genug, um auch lange Strecken zum Vergnügen zu machen. Das scheint gelungen, denn der Benarrow legt nicht nur eine erstaunliche Kurvenpräzision an den Tag, sondern federt auch erfolgreich. Eine reife Leistung angesichts der ge waltigen 21-Zoll-Räder, die Rimstock für den Benarrow fertigt. Noch mehr begeistert freilich die Kraft. Das Audi-Derivat ballert los wie ein Muscle-Car der glorreichen US-Vergangenheit. Vorn heult der Kompressor, hinten donnert der Auspuff, Passanten gefrieren zu Standbildern. Innen bleibt es unterdessen angenehm ruhig, so, wie es sich für einen echten GT gehört. "MTM hat gute Arbeit geleistet", lobt Rettig. "Sollten sie jemals eine eigene Rennstrecke brauchen – wir asphaltieren sie."
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Kommentare zum Artikel (48)
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Die Grundsätzliche Idee finde ich eigentlich toll. Ich meine erstmal die Sache mit dem Autohersteller.
Was hier aber dargeboten wird ist doch eher unter Tuning abzuheften. Motor (wenn auch sicher erstklassig) von Tuner MTM, die Sitze und das Armaturenbrett von einem guten Sattler bezogen. Und an der Karosserie hat man wohl selbst Hand angelegt, denn wie von einem jungen Designerteam sieht das nämlich nicht aus (ist wohl eher die junge Mannschaft der Asphaltwalzen-Fahrer aus der eigenen Firma aktiv gewesen, mit der Asphaltwalze). Der Preis: Eine absolute Frechheit, über eine ¼ Million dafür haben zu wollen. Da kommt sich jeder echte Interessent doch verladen vor.
Hahahaha - was ist denn das für eine Karre????
Und der Preis. Wenn ich wirklich Kohle, kaufe ich mir etwas wirklich exklusives, z.B. einen Bentley Continental GT Speed. Da bekomme ich gute Handarbeit und Tradition (fahre selber einen).
Wer sich diese Karre gönnt, beweist nicht einmal Individualität oder Geschmack, sondern einfach nur Dummheit.
AAAARSCHLOOOCHHH dieser mann kann nur klauen
Sorry, aber das Ding ist ja mal grauenhaft....