Audi e-tron auf der IAA 2009

Audi e-tron auf der IAA 2009

— 14.09.2009

Der R8 mit Elektro-Power

Vier Ringe, vier Motoren: Der Audi e-tron gleicht dem Supersportler R8 fast wie ein Ei dem anderen, fährt aber komplett elektrisch. Satte 313 PS aus vier E-Maschinen treiben die Studie auf bis zu 200 km/h.

In der Liga der Supersportler spielt Audi mit dem R8 schon ganz oben mit. Gerade hat der Ingolstädter PS-Protz einen offenen Bruder in Form des R8 Spyder bekommen, schon schallt die nächste Kampfansage durch die Frankfurter Messehalle – und die schlägt ein wie der Blitz: Obacht, Tesla, hier kündigt sich ein echter Konkurrent an. Die Studie e-tron ist der R8 mit Elektro-Power. Kein kreischender V10 unter der Haube, dafür treiben vier E-Maschinen  – zwei vorne, zwei hinten – mit einer Gesamtleistung von 313 PS die Räder an. Die Kraft wird im Verhältnis 30:70 an Vorder- und Hinterräder verteilt. Mit satten 450 Newtonmetern Drehmoment surrt der Zweisitzer in 4,8 Sekunden auf Tempo 100. Als Energiespeicher für so viel Kraft muss ein Lithium-Ionen-Akku herhalten, der bei einer Kapazität von 42 Kilowattstunden immerhin 248 Kilometer durchhalten soll. Bei gemäßigter Fahrweise, versteht sich.

Kabelloses Aufladen per Induktion

Die maximale Reichweite bezieht sich auf den gemischten Fahrbetrieb – wer dem Strom-Sportler die Sporen gibt und die 200 km/h Topspeed ausreizt, dürfte den rund 470 Kilo schweren Batterieblock im Heck weitaus schneller leer gesaugt haben. Dann muss der e-tron sechs bis acht Stunden an die Steckdose. Mit Starkstrom soll es nur zweieinhalb dauern. Aber wer hat schon eine 400-Volt-Dose in der heimischen Garage? Um den Komfort zu erhöhen, arbeiten die Audi-Tüftler bereits an einer kabellosen Ladestation per Induktion, die sich beim "Andocken" daheim oder auch im Parkhaus automatisch aktiviert. Reine Zukunftsmusik? Nicht unbedingt, die Technik kommt bereits heute im Badezimmer beim Laden elektrischer Zahnbürsten zum Einsatz – wenn auch ein paar Nummern kleiner.

Die Optik stammt vom Supersportler R8

Kein Schmalspur-Öko: Der e-tron rollt mit breiten 295er-Pneus und 19-Zöllern auf die Frankfurter Messebühne.

Die bullige Optik übernimmt der Elektro-Renner größtenteils vom R8, die flache Seitenlinie wirkt vertraut. Ein spezifisches Designelement ist der Frontgrill mit breitem Singleframe-Grill, den schlitzartigen LED-Scheinwerfern und zusätzlichen Lufteinlässen darunter. Die Abmessungen unterscheiden sich nur geringfügig vom benzinbefeuerten Audi R8: Die Studie misst 4,26 in der Länge, ist 1,90 Meter breit und 1,23 hoch. Die Karosseriestruktur basiert auf der Spaceframe-Technolgie, alle Anbauteile wie Türen, Klappen, Seitenwände und Dach bestehen aus faserverstärktem Kunststoff. Für den restlichen Part verwendeten die Audi-Ingenieure einen Mix aus Aluminium und Kohlefaser. Trotz des gewichtigen Akkus liegt bringt der e-tron mit rund 1,6 Tonnen nicht mehr Gewicht auf die Waage als der Standard-R8.

Sonderseite IAA 2009

Vier E-Motoren für vier Räder – das hatten wir doch schon mal? Richtig, liegt allerdings eine ganze Weile zurück: Im Jahr 1900 surrte Ferdinand Porsche im ersten allradgetriebenen Fahrzeug der Welt, dem Lohner-Porsche durch die Lande. Mehr als 60 Sachen waren nicht drin. 109 Jahre später protzt die Audi-Studie mit Hightech pur: Zu den Highlights an Bord zählen unter anderem eine Wärmepumpe, die den Innenraum heizt und dabei mit einem Minimum an Strom auskommen soll. Raffiniert: Dank der sogenannten "Car-to-X-Kommunikation" vernetzt sich der e-tron im Straßenverkehr mit anderen Fahrzeugen, berechnet beispielsweise deren Beschleunigungs- und Bremsverhalten und spart dadurch Energie. Bei der Parkplatzsuche vernetzt sich das System automatisch mit dem Parkhaus im Zielgebiet und reserviert eine freien Stellplatz. Toll. Das klingt dann allerdings schon eher nach ferner Zukunftsmusik.

Autor: Jan Kretzmann

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