Audi e-tron quattro concept (IAA 2015): Sitzprobe

Audi e-tron quattro concept / Q6 im Test (IAA 2015): Sitzprobe

— 15.09.2015

Audis windschlüpfriges E-SUV

Audi zeigt auf der IAA 2015 den Vorboten des kommenden Q6: das e-tron quattro concept. Wir haben die Sitzprobe im E-SUV gemacht und zeigen alle Details!

Ein Blick in Audis Elektro-Zukunft: Auf der IAA 2015 enthüllen die Ingolstädter das e-tron quattro concept. Das rein elektrisch angetriebene SUV gibt einen konkreten Ausblick auf eine neue Baureihe, die Audi-Technik-Chef Ulrich Hackenberg offiziell für 2018 angekündigt hat. Lange haben wir vermutet, dass das neue Modell den Namen "Q6" tragen wird, wahrscheinlich wird Audi sie aber nicht so nennen. Name hin oder her, wir haben uns den heißesten Gegner des Tesla Model X bei der Sitzprobe ganz genau angeschaut.

Audi e-tron quattro concept (IAA 2015): Sitzprobe

OLEDs als Erkennungsmerkmal elektrischer Audis

Video: Audi Q6 e-tron (IAA 2015)

Das gesteckte Sparmodell

Keine Zurückhaltung bei der Optik: Der Kühlergrill des e-tron quattro concepts ist imposant. Fünf Chrom-Querstreben lassen den Singleframe mit dem e-tron-Logo aussehen, als könnte das E-SUV nichts erschüttern. Grimmig blinzeln die Scheinwerfer aus der kantigen Front. Die fünf, nur jeweils einen Millimeter dünnen OLEDs unterhalb der Hauptscheinwerfer sollen in Zukunft ein Erkennungszeichen der elektrischen Audi-Modelle werden – an ihnen wird in Zukunft auch der Ladestand der Batterie auf einen Blick von außen sichtbar. In der Seitenansicht dominieren die durchgezogene Schulterlinie und das coupéartig nach hinten abfallende Dach, das mit Solarzellen bestückt ist. Am Heck finden wir Leuchten, die ebenfalls mit hauchdünnen OLED-Elementen bestückt sind. Die Leucht-Lamellen unter dem durchgehenden Rücklichtband nehmen die Optik der vorderen Positionsleuchten auf.

Aerodynamik-Kniffe erhöhen die Reichweite

Neben der strahlenden OLED-Technik sind die beweglichen Aerodynamik-Teile ein weiteres Highlight des Audi-Concepts. Sie tragen dazu bei, dass der Elektro-Audi einen für SUVs bemerkenswerten cw-Wert von 0,25 schafft, was wiederum der Maximierung der Reichweite (mehr als 500 Kilometer) dient. Dafür haben die Designer sich einiges einfallen lassen: In der Fronthaube öffnen sich ab 80 km/h Klappen, damit der Fahrtwind den Vorderwagen durchströmen kann. Vor den Hinterrädern fahren kleine Flaps aus. Und am Heck verbessern der ausfahrbare Diffusor und der Heckspoiler die aerodynamische Signatur des e-tron quattro concepts. Die klassischen Rückspiegel entfallen. Stattdessen schauen versenkbare Mini-Kameras nach hinten und übertragen das Bild in den Innenraum. Zusätzliche cw-Kniffe: Das Greenhouse, der Aufbau der Fahrgastzelle, verjüngt sich nach hinten und das Luftfahrwerk reduziert bei schneller Fahrt die Bodenfreiheit des SUVs.

Die Stars der IAA 2015

Das Interieur ist zukunftsweisend

Doch kommen wir zum Innenraum. Mit leichtem Druck auf die versenkten Türöffner fahren diese nach außen und geben die Tür frei: Im Cockpit des e-tron quattro concepts schaut der Fahrer auf das aus den Prologue-Studien bekannte Lenkrad und das leicht konkave Zentralinstrument, das wie alle anderen Displays mit OLED-Technik leuchtet. Die Anzeigen sind auffallend brillant und gestochen scharf. Der instinktive Blick in die Außenspiegel führt ins Leere. Statt der klassischen Spiegel sitzen links und rechts Bildschirme in den Türverkleidungen.

Die Anzeigen der Instrumente überzeugen mit brillanten Farben und sind gestochen scharf.

Der Mittelteil des Armaturenbretts ist auf den Fahrer ausgerichtet, darunter liegt der stylishe Automatikwahlhebel, bei dem sich die P-Taste mit dem Daumen drücken lässt – da kommt Captain-Kirk-Feeling auf. Hinten herrscht dank der beiden Einzelsitze eine luftige Atmosphäre. Neu ist die Mittelkonsole, die sich tief zwischen die Sitze kauert und frei zu schweben scheint. In den Rücklehnen der Vordersitze haben die Innenraumdesigner flach bauende Luftausströmer platziert. Trotz des abfallenden Daches sitzt es sich so bequem, dass es schwerfällt, den E-Audi wieder zu verlassen. Zum Abschluss werfen wir noch einen Blick in den Kofferraum: Dort sind, unter einer Glasplatte, zwei einrädrige Segways untergebracht.
Peter R. Fischer

Peter R. Fischer

Fazit

Audi macht konsequent weiter: Schon die Prologue-Studien waren eine Augenweide. Im e-tron quattro concept haben die Designer das Innenraum-Konzept weiterentwickelt und einen herausragenden Job gemacht. Ästhetikwertung: 1+. Und außen? Wahnsinn: Aktive Aerodynamik, brilliante OLED-Lampen, Coupéform – daran müssen sich die anderen Hersteller messen lassen. Bitte, Audi, bringt möglichst viel davon in die Serie!

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