Audi PR-Event

Audi A1 e-tron Grafik zu Audi balanced mobility

Audi PR-Event

— 27.05.2011

Nur ein laues Lüftchen

PR-Event mit fragwürdiger Öko-Bilanz: Audi fliegt über 100 Gäste mit dem Hubschrauber zu einen Offshore-Windpark in der Nordsee, um sich ein gutes Umwelt-Image zu verschaffen. Entsprechende Produkte fehlen noch.

Nach einer Stunde Flug ist das Ziel in Sicht. Die Agusta Westland 139 landet auf einer Plattform in der Nordsee, ein Offshore-Windpark in Sichtweite. An Bord des Helikopters: acht russische Journalisten, denen der Autobauer Audi jene Windräder zeigen will, an denen sich der Autobauer künftig beteiligt. Der Hubschrauberflug ist Teil einer Veranstaltung zum Thema "Balanced Mobility". Insgesamt 120 Teilnehmer hat Audi nach Hamburg, Europas Umwelthauptstadt 2011, eingeladen – um über die "Geisteshaltung Audis beim Thema ganzheitlicher Mobilität" zu reden, so ein Sprecher. Konkret bedeutet das: Audi beteiligt sich am Bau von vier Windrädern, die den Strombedarf "aller Audi-Elektrofahrzeuge" decken sollen.

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Klimagünstig mit synthetischem Methan: Der Erdgas-A3 soll vom Windrad profitieren.

Eine leichte Aufgabe – der Autobauer hat noch keine E-Autos im Programm, im Gegensatz zu Peugeot und Mitsubishi. Auch die direkten Konkurrenten BMW und Mercedes bereiten längst eine Großserienfertigung vor. Später soll ein Teil der Windenergie verwendet werden, um per Elektrolyse Wasserstoff und daraus wiederum synthetisches Methan zu gewinnen. Immerhin könnte damit die ab 2013 geplante Erdgas-Version des neuen Audi A3 betankt werden. Eine magere Botschaft. Doch die PR-Strategen haben weder Kosten noch Mühen gescheut, diese unters Volk zu bringen. Und dafür müssen Bilder in den Köpfen der angereisten Journalisten erzeugt werden. Starke Bilder. Damit die Formel "Audi + Windrad = umweltfreundlich" auch bei den Skeptikern ankommt, durfte der renommierte Wissenschaftler Ernst Ulrich von Weizsäcker in 14 Minuten Redezeit das Projekt loben. Und das, obwohl völlig unklar blieb, wie sich Audi den Weg in eine CO2-neutrale Zukunft vorstellt.

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Speerspitze der Ingolstädter Elektro-Mobilität: der Prestige-Sportler Audi R8 e-tron.

Egal. Hauptsache, man saß bei französischem Champagner und getrüffelten Nudeln zusammen, um über den geplanten Elektro-Sportler R8 e-tron als "Leuchtturm-Kompetenz-Aufbauprojekt" zu philosophieren. Und das mit Erfolg: Nach der Veranstaltung wurde Audi in diversen Medienberichten unisono als "zukünftige Nummer eins der CO2-neutralen Mobilität" gefeiert. Gar nicht neutral fiel die Öko-Bilanz der Aktion aus (siehe Rechnung unten). Darüber fiel kein Wort. Wie wichtig das Thema "ganzheitliche Mobilität" Audi tatsächlich ist, zeigt ein Vergleich. In die Windkrafträder samt Elektro-Gas-Anlage investiert das Unternehmen rund 60 Millionen Euro, der Sponsorenvertrag beim FC Bayern München ist den Verantwortlichen mehr als 100 Millionen wert.
Die CO2-Bilanz des Audi-Events
circa 120 Journalisten eingeladen
circa 150 Übernachtungen in Hamburg
Buffet für circa 150 Personen
circa 30 Personen Personal
circa 15 Personen Pressebetreuung
2 Hubschrauberflüge
1 Redner eingeflogen
8 VW Busse als Shuttle
macht insgesamt rund 35,7 Tonnen CO2*
*ein Audi A1 1.6 TDI könnte dafür 360.000 km weit fahren

Autor: Stefan Voswinkel

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