Neuer Audi Q7 (2015): Fahrbericht

Audi Q7

Audi Q7 (2015): Fahrbericht

— 09.05.2015

So fährt der neue Q7

Zehn Jahre nach der ersten Generation bringt Audi jetzt den neuen Q7 – und erfindet das Luxus-SUV neu, wie unser erster Fahrbericht zeigt.

Video: Audi Q7 TDI

Leichtfüßiges Dickschiff

Ja, es gibt Autos, die sind politisch korrekter als ein Audi Q7. Zu fett, zu groß – und säuft schlicht zu viel. In Zeiten von CO2-Diskussionen und Elektromobilität wirkt das große Audi-SUV irgendwie von vorgestern. Dazu kommt: Selbst neu sieht das aktuelle Modell alt aus. Liegt aber vielleicht auch daran, das die Ingolstädter sich lange zehn Jahre Zeit gelassen haben, die zweite Generation des Q7 auf unsere Straßen zu schicken.
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Aber jetzt haben sie es geschafft. Optisch sicher kein großer Wurf, aus jedem Blickwinkel sieht der Neue aus wie der Alte – vertraut, und ganz sicher kein Aha-Erlebnis. Aber unterm Blech, das versprechen die Ingolstädter, ist nichts beim Alten geblieben. Das beginnt schon beim Gewicht. Satte 325 Kilogramm hat der Q7 abgespeckt – wiegt aber immer noch gut zwei Tonnen.

Audi und VW: Motoren und Getriebe der Zukunft

In 6,3 Sekunden geht's mit dem Dreiliter-TDI auf Tempo 100, das Luftfahrwerk ist Marke Wolke.

Und tatsächlich: Beim Fahren ist alles neu. Das geringe Leergewicht merkt man in jeder Kurve, bei jeder Steigung. Leichtfüßig wie nie zuvor beschleunigt der Dreiliter-TDI das SUV, in gerade mal 6,3 Sekunden geht es von null auf 100 km/h. Trotzdem bleibt der Verbrauch im Rahmen, der Q7 soll im Schnitt mit 6,1 Litern je 100 Kilometer auskommen. Selbst wenn es in der Praxis ein, zwei Liter mehr werden – so vernünftig war es noch nie, ein so unvernünftiges Auto zu fahren. Dazu kommen die feinen Manieren des Motors. Untermalt von einem sympathischen Knurren bleibt der Selbstzünder angenehm im Hintergrund. Passt prima zum Luftfahrwerk Marke Wolke. Kaum eine Erschütterung findet ihren Weg in den feinen Innenraum. Entkoppelt vom Alltag entschwebt der Q7 einfach dem normalen Autovolk. Aber der Dicke kann auch anders. Im Dynamik-Modus pfeilt er ums Eck, dass der Konzern-Bruder Porsche Cayenne ganz blass vor Neid wird. Das liegt vor allem an der aufpreispflichtigen Allradlenkung, die das 5,05 Meter lange Schiff gefühlt agil wie einen Kompakten macht. Diese Spreizung zwischen Komfort und Sport hat es in dieser Klasse bisher nicht gegeben, Kompliment!

Gebrauchter Audi Q7 im Test

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Top: Das Cockpit stellt in Sachen Qualität selbst einen A8 in den Schatten.

Und auch im Innenraum hat Audi einen Riesensprung gemacht. So spacig sah noch kein Modell bisher aus. Das digitale Cockpit, die breite Mittelkonsole mit dem riesigen Touchpad, das ist richtig großes Kino. Lässt sich auch prima bedienen und fühlt sich mindestens so gut an, wie es ausschaut. Die Materialien sind von allerbester Güteklasse: Holz, Alumiunium, Leder und Klavierlack ergeben einen Qualitätseindruck, der selbst einen A8 in den Schatten stellt. Keine Frage: Hier haben BMW mit dem X5 und Mercedes mit dem GLE künftig akuten Nachholbedarf. Klar, dass das aber auch alles richtig viel Geld kostet. Der von uns gefahrene Q7 3.0 TDI mit 272 PS kostet mindestens 60.900 Euro. Rechnet man noch die ganzen netten Extras dazu, ist schnell ein ein sechsstelliger Betrag fällig. Sicher politisch auch nicht ganz korrekt. 
Autor:

Stefan Voswinkel

Fazit

Audi hat mit dem neuen Q7 einen Riesenschritt gemacht. Er ist komfortabel wie nie, trotzdem sportlich, sparsam und super-edel im Innenraum. Schade, dass das Außendesign diesen Schritt nicht mitgemacht hat – hier sieht das große SUV immer noch alt aus.

Stichworte:

Luxusklasse SUV

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