Audi Q7 e-tron (2015): Fahrbericht

Audi Q7 e-tron (2015): Fahrbericht

— 03.11.2015

Erste Fahrt im "Öko"-Q7

Audi bringt den Q7 in der e-tron-Version auf den Markt. Wir haben den 373 PS starken Plug-in-Hybriden erstmals getestet. Fahrbericht!

Ein eigener Grill, teilpolierte 20-Zoll-Räder und matte Anbauteile unterscheiden den Audi Q7 e-tron vom normalen Diesel 3.0 TDI, dessen Sechszylinder-Diesel leicht von 272 auf 258 PS reduziert wurde. Was soll's, Leistung ist ja genug an Bord: Ein zusätzlicher 93 kW starker E-Motor, angekuppelt an die Achtgang-Automatik, ergibt 373 PS Systemleistung und einen Sechs-Sekunden-Sprint auf Tempo 100.

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Teilpolierte 20-Zoll-Felgen und matte Anbauteile unterscheiden den e-tron vom normalen Q7.

Das Paket Lithium-Ionen-Batterien im Heck (Kapazität 17,3 kWh) reicht für 56 Kilometer rein elektrisches Fahren und reduziert den Laderaum um 240 Liter auf 635 bis 1835 Liter. Das Laden des Akkus dauert acht Stunden oder nur noch 2,5 Stunden am neuen Mehrphasen-Stecker einer Industriesteckdose. Wie der Fahrer die Power einsetzt, kann er in vier Programmen wählen: vorwiegend elektrisch, Batterie laden, Batterieladung erhalten, oder er lässt den Computer machen.

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So errechnet etwa das serienmäßige MMI Navi plus für die geplante Route eine Strategie, wann und wie beide Motoren am sparsamsten Power liefern. Der Prädiktive Energie-Assistent liefert zusätzliche Infos, ob auf der Route Staus, Tempolimitzonen oder Gefälle folgen und warnt den Fahrer mit einem Pulsieren im aktiven Gaspedal. Sehr ungewohnt, wenn plötzlich jemand unter den Fuß klopft – ein Wink für Ökofreunde. Dieses aktive Gaspedal spielt eine Rolle zwischen mahnender Ehefrau und gutem Gewissen.

Die elektrische Reichweite liegt bei 56 Kilometern

Auf dem digitalen Tachoinstrument werden Angaben zur Reichweite und zum Stromverbrauch angezeigt.

Etwa auf halbem Pedalweg liegt eine Kickdown-Raste, die vieles steuert: beim Gasgeben den Einsatz der Motoren, beim Bremsen den Grad der Rekuperation, wie viel Bremseenergie zurückgewandelt wird und in die Batterie fließt. Die Abwärme, die das ganze Bling-Bling rund um das Speicherpaket im Heck erzeugt, nutzt Audi erstmals mithilfe einer Wärmepumpe: um den Innenraum zu heizen, die Batterie zu kühlen und Strom zu sparen. So soll die rein elektrische Reichweite um sechs auf 56 Kilometer steigen. Mit einer neuen App kann der Besitzer das ganze Laden, Vorkühlen oder Vorheizen bequem vor Fahrtbeginn vom Handy auch fernsteuern. Klingt fürchterlich kompliziert, klappt trotzdem einfach: Reinsetzen, Startknopf drücken und der Q7 e-tron fährt elektrisch los. Im Mitteldisplay leuchtet die Reichweite als Teppich, gelb für Benzin, grün für Strom.

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Wann unterwegs der Diesel anspringt, ist nicht mehr zu spüren: Neue aktive Motorlager dämpfen den Startschlag des V6 ins Unmerkliche. Deutlicher wird der Hybrid-Speck: Der e-Tron wiegt 450 Kilogramm mehr als der Diesel, in Wechselkurven wanken gut 2,5 Tonnen nach außen. Auf Knopfdruck zeigen neue Menüpunkte Anzeigen für Kraftfluss, erzielten Power-Mix und Fahr-Statistik – der Unterschied fürs gute Gewissen. Das hatten wir auf der ersten Testfahrt nicht, denn das Durchspielen aller Strategien (vom Segeln bis zum unnötigen "Battery hold", das die Ladung erhält), vermiest den Schnitt: 7,6 Liter Diesel und 8,1 kWh schluckte die 96-Kilometer-Runde, 6,0 wären laut Audi leicht möglich. Sparfüchse kämen unter vier Liter. Und trotzdem nie auf schwarze Zahlen, denn der Hybrid-Q7 kostet 80.500 Euro, exakt 19.600 Euro mehr als der 3.0 TDI. Zwar sind dann neben der Hybrid-Technik auch MMI, LED-Scheinwerfer oder Wärmepumpe Serie, doch der Preis stempelt das Topmodell zum Exoten, der ab Frühjahr 2016 nur in Europa zu bekommen ist.

Autor: Joachim Staat

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