Audi-Q7-Fernsehspot

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Audi-Q7-Fernsehspot

— 16.11.2005

Blick durchs Eis

Die Audi-Werbespots sind vor allem spektakulär. Für den neuen Q7 griffen die Ingostädter ganz tief in die Trickkiste. Ein Making-Of.

Ein Spot mit Wow-Effekt

Rund zwölf Jahre lang macht Gerhard Kiefer den Job schon bei Audi. Er koordiniert alle Dreharbeiten für Werbefilme. In dieser Zeit hat er an die 70 Spots realisiert. Darunter manchen "Klassiker", der im Gedächtnis geblieben ist. "Aber bei der Entstehung des neuen Werbefilms für den Audi Q7 bin auch ich aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen", sagt Kiefer. Seit dem 5. November 2005 läuft einer der aufwendigsten TV-Spots in der Audi-Geschichte im Fernsehen. Gedreht wurde der Film "Ultimativ quattro" in Island und Prag, die Spezial-Effekte entstanden in Paris. Und Kiefer ist sich sicher: "Solch spektakuläre Bilder hat es in der TV-Werbung noch nicht gegeben."

Insgesamt drei Monate dauerte es von den ersten Vorbereitungen bis zum fertigen Film. In Szene gesetzt wurde der Streifen von einem der derzeit gefragtesten Werbefilmer, dem Franzosen Bruno Aveillan. Hans-Christian Schwingen, Leiter Marketing-Kommunikation bei Audi, erläutert: "Wir ermöglichen in diesem Film Blickwinkel auf ein Auto, die man so noch nicht kennt. Ein Film mit Wow- und nicht nur mit Aha-Effekt."

Damit meint er Ansichten, bei denen der Zuschauer quasi unter Wasser, unter einer Sandpiste oder unter der Eisfläche sitzt, hinaufblickt und über sich ein Auto vorbeifahren sieht – die "quattro-Perspektive". Die Bilder entstanden bei Dreharbeiten in realer Umgebung genauso wie bei Nachbauten im Studio und dem Einsatz von Spezial-Effekten.

Große Rennsporterfolge als Referenz

Und das ist zu sehen: Zuerst sieht man ein Audi Rallye-Auto in rasanter Fahrt auf einer Sandpiste, dann schießt ein zweiter Rennwagen über eine von Wasser bedeckte Fläche. Schließlich folgt die Rennszene auf beziehungsweise unter der Eispiste und die Texteinblendung: "Seit 25 Jahren bauen wir quattro für unsere Autos." Dann kann man den Q7 erkennen, die Kamera durchbricht von unten die Eisfläche und gibt den Blick frei auf den auf dem Eis fahrenden Q7. Es folgen zwei weitere Texteinschübe, zuerst: "Jetzt haben wir ein Auto für quattro gebaut." Und dann: "Der Audi Q7. Vom Erfinder des quattro."

Vier Tage lang wurde dafür vor der grandiosen Naturkulisse Islands gedreht. Mit von der Partie war eine Crew von rund 80 Leuten, Kamerafahrzeuge, ein Truck mit modernstem Filmequipment, zwei Spezialtransporter, die die beiden Audi Q7 sowie die drei historischen Audi Rennfahrzeuge transportierten. Kiefer: "Gerade diese Rennautos waren für die Story unheimlich wichtig. Sie alle haben quattro-Antrieb und feierten im Rennsport große Erfolge. Wir werfen in diesem Film bewußt die große Geschichte unserer Marke in die Waagschale."

Doch es war auch ein großes Wagnis, diese drei Rennfahrzeuge den Gefahren eines TV-Drehs in der isländischen Wildnis auszusetzen, sie durchs Wasser, durch Sand und Schotter sowie übers Eis jagen zu lassen. In Szene gesetzt wurden neben dem Q7 ein 550 PS starker Audi 200 quattro TransAm, der Audi Sport quattro S1 "Pikes Peak" und der 1990er DTM-Champion Audi V8 quattro.

Kampf gegen Regen und Schnee

Für die Aufnahmen wurden alle Autos vom ehemaligen Rallye-Profi Harald Demuth pilotiert. Denn die Fahrszenen erforderten großes fahrerisches Können. "Ein 550 PS starkes Rennauto ohne Traktionskontrolle auf einer Eisfläche zu bewegen, ist schon eine Kunst für sich", erläutert Kiefer. Eigens dafür wurde auf dem zweitgrößten Gletscher in Europa, dem Langjökull, eine etwa zwei Kilometer lange Eispiste angelegt. Obwohl die Örtlichkeiten vorher als sicher eingestuft worden waren, brach ein Q7 bei einem einfachen Wendemanöver mit zwei Rädern in eine Gletscherspalte ein. Das Gletschereis ist an dieser Stelle zwischen 60 und 80 Meter dick, eine Spalte kann also entsprechend tief sein.

Auch die Logistik spielte beim Gelingen eine entscheidende Rolle, schließlich bewegte sich der Tross mit sensibelster Technik in mitunter sehr unwegsamen Gelände und kämpfte gegen Schneestürme oder sintflutartige Regenfälle. Zudem lagen die unterschiedlichen Drehorte in Island bis zu 800 Kilometer auseinander. "Bei so einem Dreh läuft die Uhr immer gnadenlos runter. Wir hatten nicht mehr als diese vier Tage, dann mußte das ganze Equipment wieder auf der Fähre in Richtung Dänemark sein", so Kiefer.

Von dort ging es weiter zum Filmstudio in Prag. Dort war im Vorfeld eine Woche lang an Bühnenaufbauten gearbeitet worden. Sechs Wochen zuvor hatte der Modellbauer Philippe Cail mit den Arbeiten an den Modellautos der Audi Rennwagen begonnen. Seine besondere Leistung: Nur anhand von Fotos baute er die drei Motorsport-Fahrzeuge bis ins kleinste Detail nach.

Mit allen Tricks im Prager Studio

Die Miniatur-Autos fuhren über eine mehrere Meter lange, transparente Platte. In einem Schacht darunter war die Kamera postiert, welche die Fahrten von unten filmte. Abwechselnd wurde diese Platte mit Sand, Wasser sowie mit einer gallertartigen Masse bedeckt, die das Eis nachstellte. So konnten die Fahraufnahmen von unten realisiert werden. Ferner kamen alle drei Rennfahrzeuge, ebenso wie der Q7, an den Haken eines riesigen Krans. In vier Meter Höhe baumelnd wurden dann unter den Fahrzeugböden hinweg riesige Mengen Wasser sowie Sand und Schotter geblasen, um spektakuläre Detailaufnahmen zu ermöglichen.

Neben den realen Dreharbeiten erforderte aber auch die sogenannte Postproduktion großen Aufwand. Insgesamt 13 Post Operator arbeiteten in Paris im Zwei-Schicht-Betrieb über vier Wochen lang an den 2D- und 3D-Animationen. Nur mit diesem Aufwand konnte gewährleistet werden, daß die Spezialeffekte auch authentisch wirken. Die im Spot auftauchenden Pinguine wurden sogar komplett animiert.

Seit 5. November kann das atemberaubende Ergebnis im deutschen Fernsehen bewundert werden. Musikalisch unterlegt ist der Film mit dem Thema des Songs "Streets of tomorrow" von Carla Vallet. Eigens für den Q7 kreierte Audi zusammen mit Red Rock Production und Leslie Mandoki diesen Song.

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