ANTRIEB:Audi: Sicher, es gibt ihn auch als V8-TDI (340 PS). Oder sogar mit V12-Diesel (500 PS). Aber schon mit 240-PS-V6 geht er über die Motorisierung der Vernunft hinaus. Sein sanfter Achtstufenautomat und Allrad beschleunigen ihn souverän, aber auch hörbar. Ein Muskelprotz, dem jedoch beim Armdrücken mit dem Porsche früher die Luft ausgeht. Der Koloss von Ingolstadt spurtet spürbar schlechter. • Porsche: Der Cayenne setzt schon jetzt auf die Synergieeffekte im VW-Konzern. Nicht nur das Karosserie-Gerüst ist mit Q7 (und VW Touareg) identisch, sondern auch der Dieselantrieb. Da er weniger wiegt und die Porsche-Ingenieure Feinarbeit geleistet haben, wirkt er eine Nuance lebendiger und schaltet konzentrierter. Bravo: Anders als der Audi unterbietet er im Test die Werksbeschleunigung.

Überblick: Alle News und Tests zum Audi Q7

Audi Q7 3.0 TDI quattro
Dickschiff: So lange es nicht allzu wild wird, zeigt der Audi Q7 durchaus Fahrtalent.
Bild: Sven Krieger
HANDLING:Audi: Kann ein Elefant tanzen? Oh ja, für sein Gewicht (2,4 Tonnen) und seine Länge (5,09 Meter) wirkt der Q7 handlich. Zumindest wenn er im langsamen Walzertakt schwoft. Doch bei der zackigen Rumba wird er ungelenk. Mit Macht drängt der massige Körper nach außen; mit zunehmendem Lenkeinschlag sinkt seine Lust, dem Taktgeber auf dem Fahrersitz zu gehorchen. • Porsche: Wenn einer das S in der Bezeichnung SUV verdient, dann der Cayenne. Das S steht ja bekanntlich für Sport – und den kann man mit dem Porsche-Brocken tatsächlich treiben. Verantwortlich dafür zeichnet seine präzise Lenkung und die gekonnte Fahrwerkabstimmung. Verrückt, wie flink er um die Ecken fegt. Obwohl im Kern mit dem Q7 identisch, meint man, ein anderes Auto zu fahren.

Überblick: Alle News und Tests zum Porsche Cayenne

Porsche Cayenne Diesel
Gekonnte Abstimmung: Der Porsche Cayenne kaschiert geschickt sein hohes Gewicht.
Bild: Sven Krieger
KAROSSERIE:
Audi: Breit, hoch, lang – das XL-SUV verspricht viel und hält nicht Wort. Nur sein Kofferraum ist größer als der des kompakteren Porsche (775 statt 670 Liter). Für die Passagiere geht es enger zu. Der Fahrer sitzt weniger gut eingebettet hinterm Lenkrad. Wie soll da sportliches Flair aufkommen? Gestalt, Raumgefühl und Übersicht machen den Q7 zum Mini-Lkw statt zum Sport-Offroader. • Porsche: Vorn zeigt er das typische Porsche-Gesicht mit flacher Schnauze und konzentrierten Augen, wirkt aber nach dem Facelift hinten leider beliebiger. Obwohl schmaler, tiefer und kürzer als der Q7, gibt auch der Cayenne keine Grazie ab. Porsche versteht allerdings mehr von Raumausnutzung. Das Platzangebot für die Passagiere ist größer. Zudem hat der Porsche die besseren Sitze.
KOSTEN:Audi: Das Riesen-SUV gibt es ab 53.300 Euro. Wer besonders sauber und zukunftssicher kaufen will, kriegt ihn auch als Clean-Diesel mit EU-6-Einstufung (54.900 Euro). Die Versicherung ist günstiger als bei Porsche, der Verbrauch mit 9,2 Litern identisch. • Porsche: Trotz der hohen Preise ab knapp 60.000 Euro ist der Diesel-Cayenne Porsches Milchkuh – erstaunlich. Kein anderes Modell der Zuffenhauser verkauft sich besser. Die Wartungsintervalle sind auf zwei Jahre oder 30.000 km festgelegt.
Technische Daten Audi Q7 3.0 TDI quattro: V6, Turbo, vorn längs • Hubraum 2967 cm³ • 176 kW (240 PS) bei 3800/min • max. Drehmoment 550 Nm • 0–100 km/h in 8,0 s • Spitze 218 km/h • Testverbrauch 9,2 l D/100 km
Technische Daten Porsche Cayenne Diesel: V6, Turbo, vorn längs • Hubraum 2967 cm³ • 176 kW (240 PS) bei 4000/min • max. Drehmoment 550 Nm • 0–100 km/h in 7,5 s • Spitze 218 km/h • Testverbrauch 9,2 l D/100 km

Fazit

von Jörg Maltzan
Trotz der nahen Verwandtschaft mit dem mächtigen Audi zeigt der Porsche viel mehr Talent für sportliche Leistungen. Die Abstimmung von Lenkung und Fahrwerk wirkt deutlich raffinierter.