Audi R8 V10 Plus (2013): Fahrbericht
— 02.01.2012
So fährt der neue Top-R8
Der 550 PS starke Audi R8 V10 Plus ist das neue Topmodell der Baureihe. Eine Zehntelsekunde Vorprung für 20.000 Euro – lohnt sich das? Ein Vergleich!
Rennstrecke Misano, Italien: Hier präsentiert Audi den modellgepflegten
R8. Klingt nach PS-Party, nach heißen Runden auf der Rennstrecke, nach Küstenstraßen-Spydern und nach Um-die-Wette-Glühen mit der Sonne des Südens. Doch diesmal ist die Nummer eine ziemliche Schinderei. Statt Linie fliegen wir über die linke Spur; statt schön durch die Emilia zu schwingen, drapieren wir Autos für Standaufnahmen, statt auf der Strecke zu rennen, hetzen wir Kommandos des Fotografen hinterher, und statt der Dolce Vita zu frönen, reicht man Aufgewärmtes vom Autogrill zur mitternächtlichen Produktion. Bloß wofür das alles?
Der 4.2 fasziniert auf moderate Art, er dosiert den R8 nach wie vor am bekömmlichsten.
Auf den ersten Blick jedenfalls hat sich am neuen
R8 nicht die Welt getan. Das Presseheftchen schwärmt zwar vom angeschrägten Single-Frame-Grill, von lackierten Lufteinlässen, von Splittern, Schwellern, Streben und neu modellierten Tagfahrlichtspangen, der Vorgänger braucht jedoch nicht zu fürchten, auf einmal alt auszusehen. Ein paar Details reizen dennoch: LED-Scheinwerfer gibt's ab sofort quer durch die Bank frei Haus, die dynamischen Heckblinker lassen ihr Orange in Abbiegerichtung fließen, das Leder im Innenraum steppt man auf Wunsch zu Rauten ab, und die Qualitätsanmutung hat sich spürbar verbessert.
Hintergrund: So testet AUTO BILD
Geradeaus reißt dich der R8 V10 Plus weg, in Kurven nimmt er einen mit.
Neues Topmodell ist der R8 V10 Plus für 173.200 Euro. Darunter liegen – nominell unverändert – der V8 (113.500 Euro) und der gesetztere V10 mit 430 respektive 525 PS (154.600 Euro), die sich gegen 11.300 Euro Aufpreis auch als Spyder aufmachen lassen. Dass sich die Modellpflege trotz ihrer Dezenz sofort erfahren lässt, liegt primär am neu entwickelten S-tronic-Getriebe. Statt wie sein sequenzieller Vorgänger beim Rangieren erst ewig nach den richtigen Zahnrädern wühlen zu müssen und die straffe Kraftentfaltung der Saugmotoren mit Schleppmomenten auszuleiern, schnippen die sieben Gänge nun einfach durch. Blitzartig, punktgenau, und laut
Audi "im Sportmodus sogar zehn Prozent schneller als ein 458 Italia", der die Messlatte für den Doppelkuppler gewesen sei.
Ein Artikel aus AUTO BILD SPORTSCARS
Der Alu-Spaceframe des Spyder wiegt sechs Kilo mehr als der des Coupés.
Ganz so rabiat wie der
Ferrari wütet die S-tronic nicht durch ihre sieben Übersetzungen. Vielmehr fügt sie sich nahtlos in ein Auto, das im Grunde zwar ein reinrassiger Sportwagen ist, bei Bedarf aber auch ganz GT sein kann. Gerade im Automatikmodus, wo einem unerwartete Gangwechsel früher immer ein bisschen wie Motoraussetzer vorgekommen sind, flaniert es sich mit der Nahtlosigkeit der Schaltvorgänge nun um Lichtjahre eleganter.
Weitere Details zu den drei modellgepflegten Audi R8 erfahren Sie oben in der Bildergalerie.
| Technische Daten |
R8 |
R8 V10 |
R8 V10 Plus |
| Motor |
V8 |
V10 |
V10 |
| Hubraum |
4163 cm³ |
5204 cm³ |
5204 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min |
316(430)/7900 |
386(525)/8000 |
404(550)/8000 |
| Nm bei 1/min |
430/4500-6000 |
530/6500 |
540/6500 |
| ECE-Normverbrauch auf 100 km |
14,2 l Super Plus |
13,1 l Super Plus |
12,9 l Super Plus |
| 0-100/0-200 km/h |
4,6/15,2 s |
3,6/11,8 s |
3,5/11,3 s |
| Höchstgeschwindigkeit |
302 km/h |
314 km/h |
317 km/h |
| Serienfahrzeug ohne Extras |
113.500 Euro |
154.600 Euro |
173.200 Euro |
Autor:
Stefan Helmreich
Fazit
Seinen Typ verändert die Modellpflege nicht, den Charakter schärft sie ihm aber allemal. Elementar ist das neue Doppelkupplungsgetriebe, das alle R8 noch mal richtig anspitzt. Highlight ist – ganz klar – der V10 Plus. Er klingt rabiat, pappt auf der Linie und bügelt bis 100 sogar den radikaleren GT.
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