Audi RS 4: Tracktest

Schnelle Ring-Kombination Schnelle Ring-Kombination

Audi RS 4 von Götz Motorsport: Tracktest

— 14.07.2010

Schnelle Ring-Kombination

Sie sind ungewöhnlich, laut, schnell und Lieblinge der Langstreckenpokal-Fans. AUTO BILD MOTORSPORT bat die beiden 480 und 520 PS starken Audi RS 4 von Götz Motorsport zum Proberitt.

Wenn diese beiden schwarzen Monster in der Grünen Hölle der Nürburgring-Nordschleife auftauchen, dann interessiert manch eingefleischten Langstreckenpokal-Fan auch kein Manthey-Porsche oder Audi R8 LMS mehr. Kein Wunder, handelt es sich hierbei doch um zwei Exoten namens RS 4. Das klingt noch nicht so ungewöhnlich. Jedoch sollte man wissen, dass diese Modelle von Haus aus wegen ihres Übergewichts und der Nichtbeachtung von Audi Motorsport auf Rennstrecken eher fehl am Platz sind. Und wenn einer der beiden auch noch ein Kombi ist, dann gibt's dafür vom Fan am Zaun nur ein Wort: "Geil!"

Donnerwetter, Z4: Tracktest BMW Z4 GT3

Heimat Nordschleife: Der Hockenheimring ist normalerweise nicht das Revier der beiden RS4-Tiere.

Weiterer Fan-Effekt: der brachiallaute Auftritt der beiden Schwarzbrenner. Grund genug, den Kombi und die neuere Limousine von Götz Motorsport auf dem Hockenheimring genauer unter die Lupe zu nehmen – und vor allem zu erfahren. Zuerst nehme ich mir den "Alten" vor, einen RS 4 Avant. Schon optisch macht er mit seinen dicken Backen, dem schneeschaufelähnlichen Frontspoiler und dem wilden Heckflügel auf dicke Hose. Nach zwei Runden zum Warmfahren auf dem F1-Kurs fühle ich mich im Kombi pudelwohl: Sitz passt, Lenkrad steht gerade, nix wackelt, alle Lämpchen zeigen grünes Licht. Einen Moment lang gönnen sich die Turbolader des 2,7-Liter-V6 ein tiefes Luftholen. Dann gibt es kein Halten mehr! Allein ein erster beherzter Tritt aufs Gas wirkt wie ein doppelter Espresso. Als sei es vom Katapult geschossen, stürmt dieses Renngerät im Transporter-Format los.

Wow, so also fühlen sich 520 PS im Kombi an!

Testfahrer: ABMS-Redakteur Guido Naumann saß bei beiden RS4 hinterm Lenkrad.

Meinen Körper reißt eine dermaßen urgewaltige Fliehkraft nach hinten, dass mein Helm gegen die Kopfstütze donnert. Wow, so also fühlen sich 520 PS im Kombi an! Egal in welchem der sechs Gänge du aufs Gaspedal hämmerst, haben die Turbolader erst mal genug Druck aufgebaut, entfacht der rechte Fuß ein Erdbeben. Dieses Fauchen, dieses Zischen unter der Haube übertönt alle mechanischen Motorgeräusche; erinnert an eine Jet-Turbine. Und du bist ein Top Gun wie Tom Cruise – nur am Boden. Wie soll da der neuere RS 4 anders oder besser abgehen? Schon beim Einfädeln in den Schalensitz wird klar: Der ist schon eher ein Tourenwagen. Tiefe nach hinten verlegte Sitzposition, verstellbare Pedalerie, verlängertes Lenkrad – alles zum Schnellfahren gebaut. Dazu noch das ganz deutlich abgespeckte Leergewicht von 1700 auf 1380 Kilogramm. Statt des Serien-4,2-Liter-V8 arbeitet hier der 2,7-Liter-Biturbo aus dem alten RS 4. Götz tunte den V6 mit größeren Turboladern von 380 auf 480 PS.

Nach Kehre Vollgas

Dessen Klang ist extra für die Fans durch einen Eigenbau-Auspuff annähernd auf Achtzylinder-Musik
getrimmt. Die lange Gerade runter zur Haarnadel, Tacho 280. Anbremsen, Runterschalten im H-Schema, Gang für Gang mit Zwischengas. Nach der Kehre Vollgas. Die Leistung kommt so plötzlich, dass ich Mühe habe, das Lenkrad gerade zu halten. Dank der 280 Millimeter breiten Reifenwalzen, Allradantrieb und dem gewaltigen Heckflügel auf dem Kofferraumdeckel bleibt der RS 4 in Kurven aber stoisch in der Spur. Selbst einen wilden Ritt über die Kerbs kurz vor der Boxeneinfahrt pariert das erstaunlich komfortabel abgestimmte Fahrwerk mit bayerischer Bierruhe.
Autor:

Guido Naumann

Fazit

V6-Biturbo gepaart mit Allradantrieb klingt extrem – und fährt sich auch so. Trotz des relativ hohen Gewichts. Ab 6000 Touren brennt das RS4-Duo von Audi ein echtes Feuerwerk ab. Das ist gepaart mit urigen Sound-Gelagen. Kein Wunder, dass sich die Fans des Langstreckenpokals auf der Nordschleife immer über diese beiden Monster von Götz Motorsport freuen. Für Fahrer sind beide Renner gut zu handeln, böse Überraschungen gibt es nicht. Echte Spaßmacher eben.

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