Die Historie des Audi RS 4 Avant

Die Historie des Audi RS 4 Avant

Audi RS Avant-Generationen

Der Audi RS 4 Avant trifft seine Ahnen

Audi präsentierte 1994 mit dem RS 2 Avant den Urvater aller schnellen Kombis. Mit der fünften Generation wird es Zeit für einen Rückblick.
Es ist ein lauer Bilderbuchmorgen inmitten des Bilderbuchfrühlings 2018, als eine ziemlich wilde Jugenderinnerung plötzlich wieder ins Bewusstsein schnellt. 19 Jahre hat sie mittlerweile im Hirnstübchen verbracht; dort rumort, an den eigenen Vorlieben genagt und die automobile Weltanschauung immer wieder ins Wanken gebracht. Dabei schien diese bis dato doch so unumstößlich – vor allem, was die Vorliebe fürs Münchner Automobilgut angeht.

Mit dem RS 4 griff Audi die M GmbH und AMG frontal an

Video: Audi RS 4 Avant (2017)

RS 4 Avant trifft seinen Vorfahren

Wir schreiben das Jahr 1999; der neue BMW M3 wirft erste Schatten voraus, bringt sich in Stellung, um phoenixgelb aus der Asche seines Vorgängers aufzuerstehen. Der Katalog zum Träumen, das Poster zum Schmachten, das erste Wallpaper für den Bildschirm – mit Drehzahlnadel auf Anschlag. Alles schien vorbereitet, um seine Machtergreifung feierlich zu zelebrieren, als Ingolstadt plötzlich einen knallroten Torpedo abfeuerte, der die eigene Konfession in ihren Grundfesten erschüttern sollte. Auf einmal stand er da, der Audi RS 4. Machte alles anders und noch dazu vieles besser. Kombi statt Coupé, Biturbo statt Sauger, Allrad statt Hinterrad. Der automobile Inbegriff der Eier legenden Wollmilchsau, der das, was wir einst quattro GmbH nannten und heute als Audi Sport kennen, endgültig auf Augenhöhe mit BMW M und AMG etablieren sollte.

Die Geschichte der schnellen Kombis beginnt mit dem RS 2

Urvater: 1994 packt Audi den legendären Fünfzylinder und Allradantrieb zum ersten Mal in einen Kombi.

Keine Frage, der Schuss saß! Wie Kai aus der Kiste kam er jedoch nicht. Schließlich hatten die quattro-Apostel längst Routine darin, Glaubensrichtungen zu annektieren. Keine zwei Jahre hatten sie gebraucht, um den gesamten Rallyesport auf links zu krempeln; in der amerikanischen Trans-Am-Serie genügte eine Saison, um die Hubraumklopper auf die Barrikaden zu treiben. Dasselbe Spiel hernach in der DTM und 1994 schließlich auch auf der Straße, wo der RS 2 Avant ebenfalls eine neue Sportära begründen sollte. Mit ihr einher geht zunächst aber auch ein Abschied. Und zwar vom Fünfzylinder, der nach 14 Jahren hier seinen vorerst letzten Einsatz zwitschert. Immerhin mit großem KKK-Lader, 1,4 Bar Ladedruck, optimierter (Ladeluft-)Kühlung, freieren Ansaugwegen und einer Abgasanlage, die das Starensemble dezent, aber stilecht nachvertont.
Dazu gibt's den mittlerweile obligatorisch gewordenen Permanent-quattro mit Torsendifferenzial sowie allerhand Schützenhilfe von Kooperationspartner Porsche, die das Fahrwerk abschmecken, Räder, Bremsen und zum Teil auch die Außenkosmetik beisteuern.

Allzu geschliffen kam der erste Sportkombi noch nicht daher

Viel Arbeit: Wer mit dem RS 2 schnell unterwegs sein will, muss den Ringträger mit starker Hand führen.

Das Interieur komponiert Audi hingegen selbst; und zwar als geradezu aufreizend schrulliges Potpourri der frühen Neunziger. Legostein-Tasten und Rechteck-Look auf der einen, weiße Sportinstrumente und der (damals) topmoderne Dreispeicher auf der anderen Seite. Dazu dick belederte Sportsessel und ein schmaler Carbonstreifen auf der Beifahrerflanke, der Audis Liebe zur Materialästhetik damals schon vorwegnahm. Okay, der Stilmix war fragwürdig, die Richtung jedoch stimmte. Vor allem auf der Straße. Auch wenn so ein RS 2 nun wahrlich nicht zu denen gehört, die einen mit Performance beschenken. Vielmehr steht das altehrwürdige Traktionstier noch ganz im Zeichen jener Sportgeräte, die man bearbeiten muss und darf. Stramme Lenkung, steifes Fahrwerk, ploppige Sechsgangbox und besagter Allrad, der – sobald der Kammerchor des Rallyesports sein Ladedruckhoch anstimmt – die 17-Zöller wie eine Fräse in den Asphalt gräbt.
Weitere Details zum RS 2 Avant und zu allen seinen Nachfolgern bis heute finden Sie in der Bildergalerie.

Manuel Iglisch

Fazit

Der RS 2 zelebriert Turboschub und quattro-Traktion in all ihrer Ursprünglichkeit, der B5 überwältigt mit einer Treibladung von Motor, der B7 orgelt und kurvt voller Inbrunst, der B8 erstmals mit Hochtechnologie, während der B9 Altbewährtes kultiviert und sich in gewisser Weise dennoch neu erfindet.

Stichworte:

Kombi Sportwagen

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