Audi RSQ – Porträt eines Filmstars

Audi RSQ Audi RSQ

Audi RSQ – Porträt eines Filmstars

— 22.06.2004

Erfahrungen aus der Zukunft

Kugeln statt Räder, elektromagnetischer Antrieb und ein Fahren jenseits aller Tempolimits – so stellt sich Hollywood die Mobilität der Zukunft vor. Bei Audi gibt es schon das passende Auto dazu.

Bordelektronik ersetzt den Fahrer

Wir schreiben das Jahr 2035. Während die Tochter von George Bush junior mit der Allianz der Außerirdischen die zwischen Mars und Venus verlaufende galaktische Achse des Bösen bekämpft, hat sich auf unserem Planeten einiges zum Guten gewendet. Die Renten sind sicher (jeder bekommt 250 Euro), die Gesundheitsversorgung ebenfalls (jeder zahlt 1000 Euro) – und die Zeiten astronomischer Spritpreise sind vorbei. Es gibt kein Öl mehr. Stattdessen werden die Autos elektromagnetisch angetrieben ...

Und wie! Seit seinem Rückzug aus der Formel 1 amtiert der 25-fache Weltmeister Michael Schumacher als europäischer Verkehrsminister – und hat gegen den erbitterten Widerstand des AGAC (Allgemeiner Grüner Automobilclub) sämtliche Tempolimits aufgehoben. Ermöglicht wurde die freie Fahrt für freie Europäer aber auch durch ein fortschrittliches Verkehrssystem: "Roll Korrekt" heißt es und sorgt dafür, dass trotz nie da gewesener Verkehrsdichte und Durchschnittsgeschwindigkeiten von 250 km/h keine Unfälle mehr passieren und nebenbei zuverlässig Leitstrahl-Nutzungsgebühren in Schumachers Kassen fließen. Das schwächste Glied im Verkehr, der Mensch, ist damit praktisch überflüssig geworden. Der "Fahrer" sitzt zwar im Cockpit, sagt aber nur noch dem Bordcomputer, wohin er gern möchte. Den Rest übernimmt in Zukunft die Bordelektronik in Verbindung mit einem GPS-gestützten Leitstrahl-System.

So viel zur Vorgeschichte dieses Fahrberichts, den wir Ihnen aus Aktualitätsgründen nicht noch 31 Jahre vorenthalten wollten. Denn das Auto der Zukunft gibt es schon. Bei Audi, wo der in diesem Fall haushohe Vorsprung durch Technik unter RSQ firmiert.

Energetisches Kraftfeld im Cockpit

Hinter dem Kürzel verbirgt sich ein zweisitziger Mittelmotor-Sportwagen, der uns heute mit seinen spacigen Scheinwerferschlitzen, der weit ins Dach gezogenen Windschutzscheibe und den futuristisch gewölbten Flanken noch ein wenig bizarr vorkommt. Geradezu altvertraut mutet in diesem Umfeld der "Single-Frame"-Grill an, an den wir uns beim A6 gerade gewöhnen.

Auch das Cockpit ist anders. Man besteigt es durch hinten angeschlagene Flügeltüren. Neben einem Beifahrersitz, dem höchst aufgeräumten Armaturenbrett und dem zierlichen Multifunktionsdisplay sieht man erst mal – nichts. Kein Lenkrad, keinen Schaltknüppel, keine Lenksäulenhebel. Erst auf ausdrücklichen Wunsch des Fahrers gleitet ein Steuerelement aus der Instrumententafel, das mehr dem Volant eines Airbus als dem eines Pkw ähnelt. Derzeit braucht man es noch, da Leitstrahltechnik und Roll Korrekt noch von Toll Collect entwickelt werden. Das zieht sich.

Weit fortgeschritten dagegen die Sicherheitstechnik: Gurte und Airbags sucht man im Audi RSQ vergebens, stattdessen soll sich hier im Falle eines ohnehin unwahrscheinlichen Unfalls innerhalb weniger Nanosekunden ein energetisches Kraftfeld aufbauen, das Fahrer und Beifahrer schützt.

Fahren auf Kugeln statt auf Rädern

Wenig auskunftsfreudig gibt man sich bei Audi zur Motorisierung des RSQ. Aufbau und Funktion des mittig platzierten elektromagnetischen Antriebs lassen sich unter der hermetisch verschlossenen Haube nur erahnen – und selbst die Akustik liefert keine weiteren Indizien: Nur eine grüne Diode im Display signalisiert nach dem Schließen der Türen die Betriebsbereitschaft. Wer jetzt über die Plus-Taste am Steuerhorn Strom gibt, wird Sturm ernten: Ruckfrei und lautlos schnellt der RSQ nach vorn und beschleunigt, solange man die Plus-Taste drückt. Wird sie losgelassen, hält der RSQ die aktuelle Geschwindigkeit bei, ein Druck auf den Minus-Knopf dagegen sorgt für unwirklich schnelle, aber trotzdem komfortable Verzögerung. Mit anderen Worten: Tempomat statt Gaspedal, die Füße werden arbeitslos.

Noch beeindruckender als das Geradeausfahren aber ist die Manier, in der RSQ Richtungswechsel absolviert. Auslösendes Moment dabei ist die elektropneumatische Hyperaktiv-Lenkung, die blitzartig auf minimale Bewegungen am Steuerhorn reagiert. Voraussetzung: Der zentrale Bordrechner hat die Vereinbarkeit der gewünschten Lenkmaßnahme mit dem Straßenverlauf und den aktuellen Positionen benachbarter Verkehrsteilnehmer verifiziert. Auch das läuft natürlich in menschlich nicht mehr erfassbaren Zeitpartikeln ab, wobei vor allem Spurwechsel und Einparkmanöver tiefste Eindrücke hinterlassen.

Das wiederum liegt nicht nur an der Lenkung, sondern auch am Fahrwerk des Zukunftsrenners. Denn rund 5500 Jahre nach der Erfindung des Rades ereignete sich in Ingolstadt ein weiterer Quantensprung: Audi verabschiedet sich vom Rad und wendet sich der Kugel zu, die nachweislich schnellere Richtungswechsel zulässt, sich bislang aber nicht in ein herkömmliches Fahrwerk integrieren ließ.

RSQ als Filmstar – ab 5. August in Aktion

Das unüberwindlich scheinende Problem lösten die Entwickler mit einem Kunstgriff, der selbst den elektromagnetischen Antrieb in den Schatten stellt: Unter dem Stichwort Zero-Frame ließen sie sich ein virtuelles Fahrwerk patentieren, bei dem keine mechanischen Verbindungen zwischen den geschmiedeten 18-Zoll-Magnesiumkugeln und der Karosserie existieren.

Stattdessen übernehmen Infrarotsender die Übermittlung der Lenkimpulse, der Geradeauslauf wird per Laser überwacht – und die Übertragung der Antriebskräfte erfolgt ebenso wie die Federung und die Reduktion der Auftriebskräfte durch ein elektrostatisch aufgeladenes Luftkissen unter dem Fahrzeugboden. Klar, dass die völlige Entkopplung der vier Antriebskugeln vom Chassis für ein völlig vibrations- und erschütterungsfreies Fahrerlebnis sorgt. Zumindest im Stand, denn fahren kann der RSQ noch nicht. Aber wir freuen uns jetzt schon auf ihn.

"Heiß und cool zugleich" Wer den RSQ in Aktion erleben will, muss sich noch bis zum 5. August gedulden. Dann startet in Deutschland der Film "I, Robot" (Regie: Alex Proyas), in dem Will Smith alias Detective Spooner außer Kontrolle geratene Roboter bekämpft. Der eigens für den Film konzipierte und gebaute Audi muss im Chicago des Jahres 2035 gemeinsam mit dem Hauptdarsteller haarsträubende Abenteuer bestehen. Dabei weckte das futuristische Mobil nicht nur bei Will Smith, sondern auch bei dessen Filmpartnerin Bridget Moynahan positive Erwartungen: "Die Autos der Zukunft sind heiß und cool zugleich." Im Film dagegen packt sie das blanke Entsetzen, als Will Smith den Automatik-Modus abschaltet und das Steuerhorn zur Hand nimmt: "Was machst du denn da?", fragt sie entgeistert. Worauf Smith lakonisch verkündet: "Ich fahre Auto." Schöne neue Welt!

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