Audi S1: Fahrbericht

Audi S1 Audi S1 Audi S1

Audi S1 Fahrbericht: AMI Leipzig 2014

— 28.05.2014

Erste Fahrt im 231 PS starken S1

Der Audi A1 dreht auf: Ab dem Sommer 2014 gibt es den kleinen Bayern auch mit großem Herzen als S1 mit Zweiliter-Turbo und 231 PS. Der Renner feiert Deutschlandpremiere auf der AMI Leipzig 2014.

Video: Audi S1 (2014)

Kleiner Bayer mit großem Herz

S1 – bei diesem Kürzel klingeln Audi-Fans die Ohren. Denn auch wenn es mittlerweile 30 Jahre her ist, dass die Bayern mit einem Audi dieses Namens die Rallye-Pisten stürmten, ist der Dienstwagen von PS-Helden wie Stig Blomqvist oder Walter Röhrl nicht vergessen. Und falls doch, frischen die Herren der Ringe die Erinnerung jetzt wieder ein bisschen auf. Allerdings (noch) nicht mit einer Kleinserie des Sport quattro von der letzten IAA, sondern am entgegengesetzten Ende der Modellpalette. Ausgerechnet der kleine und bisweilen ein bisschen zu brave A1 bekommt jetzt das legendäre Sportabzeichen und steht deshalb ab Mai auch als S1 beim Händler – und ist erstmals auf der AMI Leipzig 2014 zu besichtigen. Es gibt ihn als Dreitürer oder als Sportback mit fünf Türen, die Preise beginnen bei 29.950 bzw. 30.800 Euro. Das ist ein Adrenalin-Aufschlag von mehr als 10.000 Euro auf das Basismodell und viel Holz für so einen kleinen Heizer. Aber es ist ein Schnäppchen für einen S1. Denn der Dampfhammer von damals ist heute schier unbezahlbar.

AMI Leipzig 2014: Die Highlights

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231 PS haben leichtes Spiel

Vier Auspuffrohre sorgen für einen angemessenen Sound im S1.

Die Autos könnten unterschiedlicher kaum sein, doch die Mission ist die gleiche: der Sturm aufs Establishment. Denn egal wie tapfer sich der A1 in der Lifestyle-Wertung schlagen mag, fährt er in Sachen Leistung weiter hinterher. Wo der neue Mini schon als Cooper S ohne das bevorstehende JCW-Tuning auf 192 PS kommt, war beim A1 bislang mit 185 PS Schluss. Selbst der Citroën DS3 hatte da als Racing mit 207 PS die Nase weit, weit vorn. Das ist eine Schmach, mit der das S-Modell jetzt Schluss machen will. Deshalb schmeißen die Bayern den 1,4-Liter-Motor raus und spendieren ihrem Benjamin den Zweiliter-Turbo, der seine sportlichen Ambitionen schon im gesamten VW-Konzern vom Golf GTI über den Skoda Octavia bis zum Audi S3 eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Im S1 kommt er auf 231 PS und geht mit bis zu 370 Nm zu Werke. Das ist zwar nicht ganz so viel wie bei der Kleinserie des A1 quattro, deren 333 Exemplare vor zwei Jahren in nur wenigen Tagen verkauft waren. Aber mit gerade mal 1340 Kilo haben auch die 231 Pferde leichtes Spiel. Nicht umsonst zeigt die Stoppuhr beim Sportback nur 5,9 Sekunden, wenn die Tachonadel über die 100er-Marke wischt. Und 250 km/h Spitze sind für den Kraftzwerg natürlich Ehrensache.

Allradantrieb gegen die Gesetze der Physik

Zwei schmale Sitzschalen in Plastik gekleidet (Teil eines Stylingpaketes) sehen stylisch aus.

Aber es sind nicht allein die Leistung und der mit ihr verbundene Lärm, die den S1 zur Donnerbüchse machen, sondern wie es sich für ein S-Modell gehört, bekommt der A1 mit dem Sportabzeichen auch den Allradantrieb. Erst diese Kombination aus Kraft und Quattro und natürlich die neue Vierlenker-Vorderachse lassen den S1 wie von einer Hornisse gestochen über die Landstraßen jagen. Natürlich kann auch der Kraftzwerg der Physik nicht davonfahren, und wenn der Kleine bei gar zu schnellen Lastwechseln plötzlich ganz leicht wird, dann stockt einem schon mal der Atem und man freut sich an den bissigen Bremsen. Doch Mini & Co. sieht man dann schon längst im Rückspiegel. Spätestens wenn die Verstelldämpfer mit dem Drive-Select-Schalter in die Sportstellung gezwungen werden, die elektronische Vorderachssperre den Wagen förmlich um die Radien reißt und sich das ohnehin schon tiefergelegte Fahrwerk noch steifer macht, können dem Kleinen die Kurven gar nicht eng und die Kuppen gar nicht steil genug sein: Links, rechts, beschleunigen, bremsen und wieder beschleunigen – wie eine Flipperkugel fegt der S1 durch die Landschaft und am Lenkrad wird man zum Pinball Wizzard. Spätestens dann weiß man, weshalb die Sitze so hohe Wangen haben und bisweilen ein bisschen an den Hüften zwicken. Dumm nur, dass es für den S1 keine Doppelkupplung gibt. Nicht dass das manuelle Sechsganggetriebe schlecht abgestimmt wäre. Und die Schaltwege sind auch schön kurz. Aber beim heißen Ritt über die Landstraße gehören die Hände ans Lenkrad, und nicht an den kleinen Metallknauf, den die Bayern an den kurzen Schaltknüppel geschraubt haben.

Optikpakete zur Individualisierung

Ein DSG gibt es im S1 nicht, dafür ist die Schaltung knackig-kurz gehalten.

231 PS sind nicht schlecht und 250 km/h auch nicht. Aber Muskeln sind nicht alles. Bei den Minis geht es schließlich auch um Mode. Deshalb hat Audi beim S1 auch Designer rangelassen und den A1 förmlich in einen Kampfanzug gesteckt. Der ist zwar nicht olivgrün, sondern grellbunt, doch wer für 1250 und 1750 Euro die sehenswerten quattro-Optikpakete für Exterieur und Interieur bestellt, der wird zum bunten Hund und fühlt sich auf der Elbchaussee oder der Königsstraße wie Arnold Schwarzenegger beim Stadtbummel in der Bodybuilder-Badehose: Jeder schaut einem hinterher. Die großen Nüstern in der Front fangen den Blick, aus dem Innenraum blitzen die quietschbunten Sitzverkleidungen, als wäre es ein Warnhinweis prangt auf der Flanke der "quattro"-Schriftzug und am Heck thront ein Spoiler, der die Erinnerung an den S1 perfekt macht. Denn genau wie der Rallye-Recke gibt der A1 jetzt das Flügelmonster.

Autor: Thomas Geiger

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