Vier starke Mittelklassen im Test

Audi S5/BMW 340i/Jaguar XE S/Mercedes C 450 AMG: Test

— 20.10.2015

Neuer Jaguar XE scheitert am BMW 340i

Mittelklasse mit Sechszylinder: Audi S5, BMW 340i, Jaguar XE S und Mercedes C 450 AMG haben mächtig Dampf – und sorgen für viel Fahrspaß.

AMG, M GmbH, quattro GmbH – diese Namen klingen wie Musik in den Ohren der Autofans, repräsentieren sie doch die sportlichen Spitzenmodelle ihrer jeweiligen Modellreihe. Eine Stufe unterhalb der Baureihen-Elite warten die Understatement-Sportler, man könnte auch sagen: die Modelle für stille Genießer. Krawallloser Auftritt mit wohltuend wenig Spoilerwerk, gedeckte Farben, nicht zu dicke Räder, teilweise nur zwei schüchterne Auspuffrohre. Dabei sind sie fast so schnell wie die übergeordneten Prestigeträger – nur eben viel preisgünstiger.

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Auf seine Art macht der 340i dem M3 Konkurrenz

Richtig gut im Futter: Der BMW 340i kam mit 346 PS zum Test – und war nicht wirklich weit weg vom M3.

 BMW 340i: Über 25.000 Euro trennen den M3 vom 340i – nicht ausstattungsbereinigt, schon klar. Doch braucht man wirklich alles, was ein M3 ab Werk so mitbringt? Bodybuilder-Optik, Rennstreckenfahrwerk, Bremsscheiben im Familienpizzaformat? Auch ein 340i federt, dämpft, lenkt, bremst. Und das mehr als ordentlich: ruhig, ausgeglichen, souverän und dabei straff, definiert, präzise. In Grundzügen nutzt der 340i den gleichen Dreiliter-Reihensechszylinder wie der M3, statt zweier Turbos sorgt ein über zwei getrennte Abgaskanäle angeströmter Twin-Scroll-Lader für ordentlich Ladedruck. Wir staunten nicht schlecht, als bei der Beschleunigungsmessung bis 100 km/h eine 4,6 auf dem Display stand – das sind nur ein paar Zehntel mehr, als sich ein M3 nimmt. Bis 200 km/h verliert der 340i lediglich 3,5 Sekunden auf das M-Modell. Hmm, die unauffällige blaue Limousine wurde im Werk offenbar bestens vorbereitet, das schreit förmlich nach einer Leistungsmessung … 346 PS spuckt unsere Insoric-Messung aus. Ganze 20 PS mehr als angegeben zwar, relativ gesehen sind das aber doch nur gut sechs Prozent Streuung nach oben – und damit noch im grünen Bereich.
Alle News und Tests zum BMW 3er

Ein Artikel aus AUTO BILD SPORTSCARS

Dem Audi S5 Sportback würde eine Diät gut tun

Ingolstädter Dickschiff: Mit satten 1818 Kilogramm muss der V6 des S5 Sportback am meisten schleppen.

 Audi S5 Sportback: Was der BMW zu viel hat, scheint dem Audi S5 zu fehlen – bei der schieren Beschleunigung kann er in diesem Vergleich noch mithalten, beim Durchzug verliert er jedoch den Anschluss. Was nicht nur am eher drehzahlgierigen denn drehmomentstarken Kompressormotor liegt, der erst ab 3000 Touren so richtig wach wird, sondern auch an der langen Übersetzung der Gänge fünf, sechs und sieben. Das Doppelkupplungsgetriebe selbst arbeitet in gewohnter Perfektion – so weich und komfortabel, dass man sich von einer Wandlerautomatik geschaltet fühlt. Satte 1818 Kilogramm stemmt der Ringträger auf die Waage, was seine Längsdynamik ein wenig einbremst. Querdynamisch gehört er aber dennoch nicht zum alten Eisen, Gripniveau und mögliche Kurvengeschwindigkeiten sind enorm. Die im Testwagen verbaute optionale Dynamiklenkung ist sehr direkt übersetzt, präzise und feinfühlig. Sie verhilft dem Audi zu guter Handlichkeit, lässt ihn federnd und beweglich wie einen Boxer wirken. Wenngleich das ebenfalls aufpreispflichtige Sperrdifferenzial in der Hinterachse beim Rangieren zu spürbaren Verspannungen führt.
Alle News und Tests zum Audi S5 Sportback

Im Jaguar XE S gibt es reichlich Fahrspaß

Gutes Duo: Die Abstimmung zwischen Kompressor-V6 und Automatik ist Jaguar beim XE S perfekt gelungen.

 Jaguar XE S: Der Jaguar XE S setzt wie der BMW auf ein achtstufiges Automatikgetriebe mit Drehmomentwandler. Um genau zu sein, handelt es sich um das identische Getriebe aus dem Hause ZF, lediglich mit einer anderen Software. Während es im BMW früh hoch- und spät runterschaltet und so das schon bei niedrigen Drehzahlen sehr breite Drehmomentfundament optimal nutzt, agiert es im Jaguar deutlich offensiver. Denn der Kompressormotor des Briten baut seinen Drehmomentgipfel linear auf, benötigt zum schnellen Vorankommen schon mal einen kleineren Gang als der breitschultrige BMW-Motor. Von einer Durchzugsschwäche kann beim Jaguar dennoch keine Rede sein – wie unsere Durchzugsmessungen zeigen, hat er auch unterhalb seiner Drehmoment-Nenndrehzahl von 4500 Touren ordentlich Punch. Die Kombination aus sportlichem Kompressor-V6 und spritzig schaltender Wandlerautomatik ist jedenfalls gelungen und sehr reizvoll. Obendrauf gibt’s herrliches Kompressorheulen aus dem Bug – es ist nicht sehr laut, im Zweifel einfach das Radio auslassen und genießen.
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Nur der Mercedes kann dem BMW einigermaßen folgen

Weniger wäre mehr: Der Allradantrieb im C 450 müsste unserer Meinung nach nicht unbedingt sein.

 Mercedes C 450: Auch der Mercedes wird künstlich beatmet, von gleich zwei Verdichtern. Der 333 PS leistende Biturbo-V6 aus dem C 400 wurde ins AMG-Trainingslager geschickt und pumpt nun mühelos 367 PS in die Siebenstufen-Wandlerautomatik. Die Fahrleistungen sind vorzüglich; der Benz kann als Einziger in diesem Quartett dem BMW einigermaßen folgen. Wie der Audi S5 wird der C 450 AMG ausschließlich mit (heckbetontem) Allradantrieb verkauft. Verspannungen im Antriebsstrang kennt der allradgetriebene Mercedes allerdings nicht. Und doch wünschten wir uns einen rein heckgetriebenen, leichteren C 450 AMG, der noch freudiger einlenkt und auch mal derbe übersteuert. Die angetriebene Vorderachse wäre unseres Erachtens im brachialen C 63 S eher vonnöten – so handhabt es Mercedes-AMG schließlich auch beim großen Bruder E 63 S. Der Traktionsvorteil der beiden Allradler liegt auf der Hand, die Fahrsicherheit bei Nässe wie auch unter winterlichen Bedingungen ist unbestritten. Doch in diesem hochsommerlichen Vergleichstest haben uns die agileren Hecktriebler mit ihren ausgewogeneren Achslasten mehr überzeugt.
Alle News und Tests zur Mercedes C-Klasse

Weitere Details zu den vier starken Mittelklassen finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es als Download im Online-Heftarchiv.
Autor:

Florian Neher

Fazit

Fahrdynamisch ist der BMW unschlagbar, zudem auch noch der Günstigste. Die große Überraschung ist der Jaguar, der mit feiner Lenkung und Top-Fahrwerk begeistert. Der Mercedes ist perfekter, bereitet aber nicht ganz so viel Spaß wie der Brite. Den Audi bremst sein stattliches Gewicht ein.

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