Audi Sport TT Cup

— 30.06.2017

Ich gegen Vettel

Rennfahrer gegen Reporter – ABMS wagt sich im Audi-Markenpokal in ein ungewöhnliches Duell. Wir fahren gegen Fabian Vettel im Audi TT Cup.

Vor der Box von Fabian Vettel (18) drängen sich die Fans. Sie wollen Fotos und Autogramme – und bekommen die auch. „Im Moment stört es ihn noch nicht“, grinst Papa Norbert (58). Der jüngere Bruder von Sebastian Vettel (29) startet 2017 im Audi Sport TT Cup. Ich, der Reporter, trete am Nürburgring im Rahmen der 24 Stunden gegen den von ABMS unterstützten Piloten an.

Es geht los mit Fahrerbesprechung und Trackwalk. Audi-Coach Marco Werner (51) erklärt Ideallinie, Brems- und Einlenkpunkte. Vettel und ich hören genau zu. Für ihn ist es das dritte Autorennen überhaupt, für mich das zweite im TT Cup. Typisch Vettel: Fabian wirkt fokussiert wie sein großer Bruder und streut im Gespräch mit seinen Fahrerkollegen trotzdem immer wieder einen Scherz ein.

Am Norisring gibt Fabian Vettel dieses Wochenende wieder Vollgas

Im freien Training landet der Hesse auf Rang neun: mit 1,3 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit, aber mit 0,9 Sekunden Vorsprung auf mich. Danach ist Schreibtischarbeit angesagt. Gemeinsam mit seinem Helfer Andreas Gummerer studiert er akribisch Daten, sucht nach kleinsten Verbesserungen. Denn im TT Cup darf neben dem Reifendruck (1,9 bis 2,3 Bar) auch der Stabilisator geändert werden. Der Rest ist tabu.

Ein Renningenieur wird deshalb nicht benötigt. Beim Start von Platz 13 wird Vettel unschuldig aus dem Rennen gerissen. Das Problem: Beim frontangetriebenen Audi (Zweiliter-Vierzylinder aus dem Serien-TT, 310 PS dank verbesserter Motorsteuerung) ist es schwer, die Hinterreifen aufzuwärmen und genügend Grip aufzubauen. Ein Kontrahent verliert in der zweiten Kurve daher die Kontrolle, kracht Fabian ins Auto. Beim Heppenheimer entladen sich die Emotionen in einem Tritt gegen die Leitplanke.

Interview mit Fabian Vettel: Hier nachlesen

Eigentlich vermittelt der Cup-Audi schnell Vertrauen, lässt sich mit warmen Reifen fast spielerisch um den Kurs bewegen. Wenig Zicken, kaum Rutschen. Trotzdem landet der 18-Jährige auch im zweiten Rennen nach einem Zweikampf in der Wiese und fällt weit zurück – auch hinter mich. Eine Runde kann ich mich vor Fabian halten. Am Ende der Start-Ziel-Geraden bremst er sich an mir vorbei. Ich lasse die Tür auf, will als Gaststarter nichts riskieren – schon gar nicht gegen Vettel-Superstar. Der landet schließlich auf Platz 14, ich werde 16. Vettels nächstes Rennen ohne mich: 1. bis 2. 7. am Norisring.

Autor: Sönke Brederlow

Fotos: Hersteller / A. Trienitz

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