Audi Tech-Day Quality: Highlights

Audi Tech-Day Quality: Highlights

Audi Tech-Day Quality: Highlights

— 01.12.2017

So testet Audi die Autos von morgen

Einblicke in die Planung von A8, A7 und e-tron. AUTO BILD zeigt, welche Anforderungen die Digitalisierung an Audis Qualitätsprüfung stellt.

Audi und Qualität, das gehört für viele Kunden untrennbar zusammen. Deshalb haben die Ingolstädter bei der Qualitätsprüfung aufgerüstet: Immer komplexere Fahrzeuge wie Audi A8, A7 und der kommende e-tron werden an neuen Maßstäben gemessen. AUTO BILD zeigt, um welche Details es geht!

Bye-bye, Dreh-Drück-Schalter!

Mit Hilfe eines Elektronenmikroskops werden digitale Bauteile gescannt.

Wie bereits in en Baureihen A8 und A7 wird Audi in allen folgenden Modellen herkömmliche Bedienlemente durch digitale Displays ersetzen. Doch wie stellt man sicher, dass die auch bei 40 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit tadellos funktionieren? Bisher hat man dazu bei der Werkstofftechnik den Dreh-Drück-Schalter durchgeschnitten und analysiert. Mit einem Display ist das nicht machbar – daher kommt ein Elektronenmikroskop zum Einsatz, unter dem sich die Ingenieure das Innenleben auch im Bereich von zwei Mikrometern anschauen.

Anfänglich sorgte der A8-Touchscreen für Schwingungen

Elektroantriebe stellen die Prüfung der Akustik vor neue Aufgaben. Bei einem Verbrenner standen noch Motor- und Getriebegeräusche im Vordergrund. Beim E-Auto, wie dem kommenden e-tron, müssen allerdings Geräuschquellen wie Wasserpumpe oder Klimaanlage identifiziert und bewertet werden. Zur Akustikmessung gehören außerdem Schwingungen. Bei Tests mit dem A8 stellte Audi fest, dass die Touchscreens mit haptischem Feedback leichte Schwingungen an andere Bauteile spürbar weitergab. Kleine Dämpfer bei der Bildschirmaufhängung konnten das Problem abstellen.

Audi e-tron kommt ohne Seitenspiegel

Für 80 Prozent der Innovationen in einem Fahrzeug wie dem Audi A8 sorgen Halbleiter. Man findet sie beispielsweise in Prozessoren, im "Virtual Cockpit" und in den OLED-Rückleuchten. OLED-Technik gibt es bereits seit mehr als zwei Jahren in diversen Produkten wie Fitnessarmbändern und Smartphones. Warum hat man das nicht eher für Autos übernommen? Weil die sogenannte Consumer Electronic meist nicht den Ansprüchen der Automobilindustrie entspricht. Ein Handy darf bei minus 20 Grad schwächeln, der Bildschirm in einem A8 nicht. Außerdem sollen die OLED-Rücklichter mindestens 15 Jahre strahlen und nicht sukzessive erlöschen wie einige OLED-Anzeigen früherer Generationen in einem Fitnessarmband. Im Halbleiterlabor von Audi werden neue Technologien erforscht und an die Bedürfnisse der Automobilindustrie angepasst. Dabei verriet die Entwickler, dass der der e-tron ohne konventionelle Außenspiegel kommt. Die Übertragung im Cockpit erfolgt per OLED-Display, weil das nicht so anfällig wie normale Displays ist und äußere Einflüsse wie Hitze besser wegstecken kann.

Audi RS 4 Avant in vier Stunden gescannt

Beim Prüfgerät "Meisterbock" ist eine Messgenauigkeit von 0,1 Millimetern Standard.

Früher gehörte das Spaltmaß zum Maß aller Dinge. Messgenauigkeit unter 0,1 Millimeter ist am sogenannten Meisterbock Standard. Doch neben Fugenbreite rücken immer mehr Elemente aus dem Interieur in den Fokus. Neben Geometrie und präziser Bündigkeit muss auch die Lichtfläche des Ambientelichts ganz genau passen – alles Aufgaben des Außen- und Innenmeisterbocks. Daneben gibt es einen digitalen Meisterbock, der die Zukunft weist. Die Oberflächenstruktur eines RS 4 Avant  erfasst der Roboter in vier Stunden. Davor hat es 48 Stunden gedauert.

Stresstests aus Kundensicht

Im Dauerstresstest, werden die Fahrzeuge aus der Perspektive des Kunden getestet.

Sechs Monate vor der Serienproduktion eines Fahrzeugs schickt Audi in weltweit 17 Regionen 600 Erlkönige zum Dauerstresstest. Audi nennt das "Absicherung Gesamtfahrzeug". In dieser Phase wird das Produkt aus Kundensicht getestet und nicht mit Samthandschuhen angefasst. Die Testfahrer bekommen ein Tablet mit zahlreichen Tests und arbeiten diese akribisch ab. Zur Not wird der A8 eben 40 Mal automatisiert eingeparkt, wenn die Daten benötigt werden. Eine Herausforderung für die Zukunft liegt beim Messen der Daten. Zum Vergleich, der Audi A3 hatte noch 15 Assistenzsysteme, die drei Gigabyte in acht Stunden verbrauchten. Der neue A8 hat 40 Assistenten, die in acht Stunden 50 GB fressen. Die Rechner im Format einer Playstation passen locker in den Kofferraum. Müssen aber wie beim automatisierten Fahren in kürzester Zeit auch noch viele externe Daten ausgewertet werden, wird ein Computer in Größe eines Kindes auf den Rücksitz geschnallt.

Damit der Erdgastank dicht hält

Der Erdgastank besteht aus einem Glas- und Kohlefaserverbundwerkstoff und lässt sich ausdehnen.

Werkstofftechnik spielt besonders bei alternativen Antrieben wie Erdgas eine wichtige, sicherheitsrelevante Rolle. So werden die Faserverbundflaschen eines Audi A4 Avant g-tron, wie beim Arzt, einer CT (Computertomografie) unterzogen. Da der Behälter Ausdehnungen und Schrumpfungen bis zu 3,2 Millimeter aushalten muss, werden einzelne Komponenten im Test bis zum Riss gedehnt. Zu sehen, wie der Verbund aus Glas- und Kohlefaser sich weit über die 3,2 Millimeter dehnen lassen, ist beruhigend. Außerdem werden die Verschlüsse der Flaschen auf Langzeitkorrosion getestet.

Moderner Service

Stethoskop und Begriffe wie "Knarzen" und "Scheppern" sind out. Bei Fehleranalysen im Kundenservice setzt Audi heute auf Mikrofone, die Geräusche visualisieren. Für weitere Fehleranalysen gibt es "Car Assist", eine App, die über Sensoren Fehler im Fahrzeug finden kann. Doch Audi blickt auch im Bereich Service in die Zukunft, wo Softwareupdates wie beim Handy Fehler beheben sollen.

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