Audi TT (2015): Euro NCAP Crashtest

Audi TT (2015): Euro NCAP Crashtest

— 25.02.2015

So crasht der neue Audi TT

Euro NCAP hat den neuen Audi TT gecrasht. Das Coupé leistet sich Schwächen in den Disziplinen Kindersicherheit und Assistenzsysteme.

Erstmals crasht Euro NCAP auch die volle Fahrzeugfront.

Der Audi TT ist bei Euro NCAP der erste Crash-Kandidat unter den neuen, verschärften 2015er Testbedingungen. Mit vier von fünf möglichen Sternen verfehlte er die Höchstwertung – damit ist der neue TT seit 2008 der erste Audi, der bei Euro NCAP kein Fünf-Sterne-Ergebnis erreicht hat. Allerdings rät Euro NCAP, die aktuelle Bewertung nicht mit den Ergebnissen der Vergangenheit zu vergleichen.

Problemzonen: Sicherheitsassistenten und Kinderschutz

In der Disziplin Erwachsenenschutz erreichte der Audi TT ein Ergebnis von 81 Prozent.

Die Crash-Experten monieren, dass der neue Audi TT (getestet wurde ein TT 2.0 TFSI Sport für den britischen Markt) keinen autonomen Notbremsassisten an Bord hat – obwohl dieses Feature "immer häufiger und bereits in vielen anderen Modellen der Audi-Palette zur Verfügung steht". In der Disziplin "Sicherheitsunterstützung" gab es deshalb nur 64 von 100 Prozent. Ein ebenfalls mageres Teilergebnis von 68 Prozent erreichte der TT bei der Kindersicherheit. Auf dem Beifahrersitz gebe es im getesteten Fahrzeug die Isofix-Befestigung nur optional, integrierte Kindersitze im Fond seien ebenfalls gegen Aufpreis zu bekommen. Insgesamt traten bei sieben von neun installierten Kindersitz-Modellen Sicherheitsprobleme auf. Auf den Rücksitzen sei nicht ausreichend Platz vorhanden, um Kindersitze sicher zu montieren, resümiert Euro NCAP.
Euro NCAP: Neue Bewertungskriterien
Seit Anfang 2015 testet Euro NCAP die Crashsicherheit auch mit einem "Frontaufprall über die volle Fahrzeugbreite". Dabei trifft das Auto mit 50 km/h auf ein massives Hindernis – an Bord befinden sich ein kleiner Frauendummy auf dem Beifahrersitz sowie ein weiterer Frauendummy auf dem Rücksitz. Diese Disziplin ergänzt den üblichen Offset-Crash auf ein verformbares Hindernis (Aufprall auf ein anderes Auto im Gegenverkehr) und stellt besondere Anforderungen an die Rückhaltesysteme. Damit Sicherheitsgurt und Co für kleine und schwächere Körper nicht selbst zur Verletzungsgefahr werden, müssen sie nicht nur ausreichend fest sein, sondern auch nachgeben können. Ebenfalls neu: Beim Seitenaufpralltest kommt nun ein größerer, schwererer Aufprallschlitten zum Einsatz, während der seitliche "Pfahlaufpralltest" mit einem stärkeren, schräg versetzten Aufprall ausgeführt wird. Bei beiden Seitenaufpralltests kommt ein neuer, realistischerer Crashtest-Dummy ("WordSID") zum Einsatz. Der Test für Fußgängerschutz fokussiert sich jetzt auf den Oberschenkel-/Hüftbereich des Fußgängerdummys. Außerdem hat Euro NCAP bei der Bewertung von Sicherheitsassistenten die Schwellen für 3-, 4- und 5-Sternebewertungen angehoben.

Beim Seitencrash und beim Pfahlaufprall gab's die volle Punktzahl.

Ein gutes Ergebnis erreichte der Audi TT im Erwachsenenschutz (81 Prozent). Obwohl Audi die Benutzung der hinteren Sitze nur für Personen bis 1,45 Meter Körpergröße empfiehlt, setzte Euro NCAP einen 1,50 großen Frauendummy auf den Rücksitz. Der Kopf des Dummys kam beim Crash mit dem Vordersitz in Berührung, insgesamt wurde der Schutz aber auch hier als gut bewertet. Die Tester vermissten auf allen Plätzen einen Knie-Airbag sowie Seitenairbags für die hinteren Passagiere. Im neuen Frontalaufprall über die gesamte Fahrzeugbreite auf ein festes Hindernis (siehe Infokasten) ist der Oberkörper des Beifahrerdummys "marginal" verletzungsgefährdet, beim Heckaufprall besteht bei den Fondpassagieren eine große Gefahr für die Halswirbelsäule.

Aktive Motorhaube leistet gute Dienste

Die Fußgängersicherheit des Audi TT bewertet Euro NCAP mit 82 Prozent. Die "aktive Motorhaube" biete in einem hohen Geschwindigkeitsbereich und für unterschiedliche Fußgänger-Körpergrößen eine gute Sicherheit. Sowohl der Stoßfänger als auch die Vorderkante der Motorhaube erzielten die maximale Punktzahl in Sachen Fußgängersicherheit, loben die Tester.

Autor: Michael Voß

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