Audi TT (ab 1998)

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Audi TT (ab 1998)

— 06.06.2003

Ein gepflegtes Stück

Wer einen TT besitzt, pflegt ihn. Schon deshalb hat Audis sportliches Designerstück das Zeug zum Klassiker.

Qualität und Modellpflege

Mode kommt und geht – fünf Jahre sind eine Ewigkeit. Und zeigen gnadenlos, wer das Zeug zum Klassiker hat und wessen Zeit abgelaufen ist. Die des Audi TT jedenfalls noch lange nicht. Er steht auch heute noch selbstbewusst und keineswegs angestaubt auf den Rädern. Seine schwerste Krise bewältigte er im zarten Alter von einem Jahr. Heckspoiler und serienmäßiges ESP künden davon, dass Audis Designerstück mal Probleme mit schnellen Autobahnkurven hatte.

Der Imageschaden hielt sich in Grenzen. Was schon der geringe Wertverlust beweist. Von wegen modische Eintagsfliege, der TT ist wertstabil wie nur wenige. Rund 30 Prozent verliert das Coupé mit 180 PS in drei Jahren – sofern der Zustand stimmt. Und das ist meistens der Fall, denn der typische TT-Fahrer pflegt sein Auto.

Audi ist auch nicht ganz unschuldig, denn optisch wurde der TT – mal abgesehen vom Heckspoiler – nicht verändert. Der Spoiler sollte übrigens unbedingt an Bord sein, auch bei älteren Autos. Die Fahrzeuge der ersten Monate konnten nachgerüstet werden, was der Erstbesitzer hoffentlich auch gemacht hat. Andernfalls sollte der Preis heftig gedrückt werden – sofern man tatsächlich mit einem TT ohne ESP leben und fahren will.

Motor und Technik

Welchen nehmen? Die Frage ist bei der Motorwahl rasch beantwortet: 225 PS machen sich vor allem an der Tankstelle und bei der Versicherung bemerkbar. Der 180-PS-Motor bringt eigentlich schon alles rüber, was TT-Fahren ausmacht, also Turboschub und tollen Klang. Der 150-PS-Vierzylinder ist baugleich mit dem 180-PS-Triebwerk, der Unterschied liegt in der Programmierung der Motorsteuerung und kleineren Bauteilen wie etwa dem Schubumluftventil. Diese Motorvariante empfehlen wir dem Roadster, der seinen Reiz garantiert nicht übers Tempo definiert.

Oft sind es nur Kleinigkeiten, die das Verhältnis zwischen TT und Fahrer trüben. Zum Beispiel das leidige Problem der Fensterheber: Beim Öffnen der Türen sowie beim Öffnen des Verdecks werden die Scheiben um etwa zehn Millimeter abgesenkt. Gelegentlich streikt diese Funktion, und die Fenster bleiben unten. Abhilfe: Schalter so lange drücken, bis die Scheibe oben ist. Dann kurz den Schalter loslassen und wiederholt eine Sekunde bedienen. Schon ist der TT wieder wind- und wasserdicht.

Andere Eigenheiten der Elektrik bleiben meist unbeobachtet. Der Außenspiegel friert nicht an, da er bei eingeschalteter Zündung beheizt wird, und die launenhafte Funkuhr macht die Zeitumstellung jährlich zum Erlebnis. Aber sehen so echte Probleme aus? Nicht wirklich, denn selbst beim TÜV war der TT bei seiner ersten Hauptuntersuchung ein Musterschüler und sammelte gute Noten. Bessere als der Golf, mit dem er zahlreiche technische Komponenten teilt.

Von unseren Lesern gibt es Kritik für die Verarbeitung. Vor allem die Hutablage klapperte gern, scheppernde Kabel stören nur bei Fahrzeugen, bei denen Veränderungen an Radio und Boxen vorgenommen wurden. Auch wenn es nicht der letzte Schrei ist, bleibt das Original-Radio bestimmt die beste Lösung. Finger weg auch von Chiptuning, es raubte schon vielen Getrieben die letzten Zähne. Doch ein seriöser Markenhändler wird so ein Auto nicht anbieten – und bei ihm sollten sie kaufen.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 10/95 Vorstellung der TT-Studie (Coupé) auf der IAA in Frankfurt, einige Wochen später des Roadsters auf der Tokyo Motor Show 10/98 In Paris steht der erste Serien-TT (Coupé). Start in Deutschland mit 180 und 225 PS, auch als quattro erhältlich 7/99 Der Roadster bedrängt BMW Z3 und Mercedes SLK. Technik wie Coupé 12/99 ESP serienmäßig an Bord 2/00 Das Fahrwerk wird stark kritisiert, Audi rüstet 20.000 Fahrzeuge mit ESP und Heckspoiler nach

Schwachstellen • das Fahrwerk von Fahrzeugen, bei denen nicht ESP nachgerüstet wurde, kann ungeübten Fahrern Probleme bereiten und sollte mit großem Preisabschlag bedacht werden • die Bremsen punkten beim TÜV zwar mit guten Verzögerungswerten, dennoch beobachten die Prüfer, dass die Bremsscheiben rasch zu tiefen Riefen neigen • die Verarbeitung der ersten Monate gilt als eher nachlässig • ein Blick auf die Scheinwerfer zeigt, ob die Kunststoff-Streuscheibe auch wasserdicht ist • nichts gegen gute Tuning-Fahrzeuge, doch alle Teile sollten (sofern erforderlich) auch eingetragen sein und mit ABE angeboten werden

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Audi TT 1.8, 132 kW/180 PS, Baujahr 2000. Für einen Sportwagen sind die Teile günstig, hier kommen ein Vorteil der Gleichteile-Strategie des VW-Konzerns und die große Fahrzeug-Stückzahl zum Tragen.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Die erste Hauptuntersuchung hat der Audi TT bereits hinter sich, wobei die Statistik das Coupé und den Roadster berücksichtigt. Negative Beurteilungen vergeben unsere Prüfer an die verschleißfreudigen Bremsscheiben und die Scheinwerfer. Alle anderen Werte liegen im grünen Bereich. Bestnoten gibt es für die Rostvorsorge, die Blinker, die Wirkung der vorderen Fußbremse, die Wirkung der Feststellbremse und die Bremsleitungen." Gunnar Dahm, Gutachter TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung Audi TT Roadster 1.8 Turbo (132 kW/180 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 92 Euro im Jahr/D3 Testverbrauch: Werksangabe 8,0 Liter, gemessen 10,9 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (19/500 Euro SB): 1013 Euro. Teilkasko (35/150 Euro SB): 396 Euro. Haftpflicht (12): 674 Euro (Basis: ONTOS-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 200 bis 300 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 29 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 2000 Euro Verlust

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