Zweisitzer, Roadster, ein seidiger Sechszylinder unter der Haube – der Z4 23i mit 204 PS aus einem sahnigen 2,5-Liter-Reihenmotor verkörpert das sportliche BMW-Image perfekt. Leichtes Spiel also für den Verwandlungskünstler mit elektrischem Klappdach? Klarer Fall von denkste. Denn vor den Sieg in dieser Klasse hat Audi einen 211 PS starken TT Roadster 2.0 TFSI gesetzt. Der offene TT fährt dem Z4 mit Leichtigkeit davon – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn rund 180 Kilogramm weniger Hüftspeck und ein drehmomentstärkerer Motor verhelfen dem Ingolstädter zu rundum besseren Fahrwerten.

Überblick: Alle News und Tests zum Audi TT

Audi TT 2.0 TFSI
Bild: Conrad Piepenburg
Der Turbo macht dem TT ordentlich Beine. Das höchste Drehmoment (350 Newtonmeter) schüttelt der Vierzylinder bei entspannten 1600 Umdrehungen/Minute aus dem Ärmel, der BMW stellt bei fast 3000 Touren klägliche 250 Newtonmeter Drehmoment bereit. Entsprechend vehementer schiebt der Zweiliter-Turbo des Audi beim Durchzug an, liefert für den Sprint ungehemmter Kraft, hängt dabei trotz Aufladung erstaunlich sauber am Gas. Der Elastizitätswert für den letzten Gang von Tempo 80 auf Tempo 120 beweist, wie stark der BMW-Motor abfällt. Nach unseren Messungen nimmt der TT dem Z4 fast vier Sekunden ab – eine Welt beim Überholen. Dabei trinkt der TFSI sogar weniger und läuft trotz zwei fehlender Zylinder nur minimal unkultivierter. Größter Pluspunkt der BMW-Maschine bleibt so eben die Drehfreude.

Überblick: Alle News und Tests zum BMW Z4

BMW Z4 sDrive 23i
Bild: Conrad Piepenburg
Kurven geht der TT ebenfalls beherzter an als der Z4. Wo der BMW am Eingang einer Biegung immer erst in die kurvenäußeren Federn sacken möchte, zackt der Audi bereits mit der Nase um die Ecke. Nachteile der sportlichen Abstimmung: Der Fahrkomfort des Audi leidet, der TT federt steifer, und der Ansatz zum Eindrehen beim Lastwechsel in Kurven kostet ihn neben Komfort- noch Sicherheitspunkte. Der BMW wird an gleicher Stelle nahezu narrensicher vom ESP reguliert. Der TT holt es in anderen Disziplinen wieder herein. Zum Beispiel über die angenehme Schlichtheit des Verdecks. Das Stoffdach des Roadsters lässt kaum mehr Windgeräusche durch als die feste Blechkapuze des Z4. Es öffnet und schließt viel flinker, wird serienmäßig von einem elektrisch betätigten Windschott unterstützt und raubt ungleich weniger Platz im Kofferraum. Bis zu 700 Liter Volumen sind für einen Roadster mehr als üppig – in den BMW passt maximal nicht einmal die Hälfte. Überhaupt die Kosten – das stärkere, schnellere und fahraktivere Auto ist nicht nur sparsamer, sondern auch günstiger beim Kauf. So bleibt der Z4 endgültig auf der Strecke.

Fazit

von AUTO BILD
Vergnügliche Fahrmaschinen sind TT und Z4 gleichermaßen – aber der Audi setzt das Thema vollendeter um. Er ist nicht nur schneller und fahrfreudiger, er macht auch im täglichen Umgang größeren Spaß. Dazu verbraucht sein wunderbarer 2.0 TFSI sogar weniger. In dieser Ausführung ist dem TT der Sieg auf jeden Fall gewiss. Der Sechszylinder des Z4 hält leider nicht, was die Eckdaten versprechen. Der 23i zieht zu verhalten an der Kette, trinkt verhältnismäßig viel und verlangt zu offensichtlich nach höheren Drehzahlen. Das reicht nur für Platz zwei.