Audi TT-Studien im Fahrbericht

Audi TT Sportback Concept Audi TT Sportback Concept Audi TT Sportback Concept

Audi TT Offroad / Sportback Concept: Fahrbericht

— 05.12.2014

Die dritte TT-Variante kommt

Der Audi TT wird eine dritte Ausbaustufe bekommen. Doch welche? Die Ausfahrt mit den TT-Studien TT-Q und Sportback-Concept liefert Erkenntnisse.

Video: Audi TT Sportback Concept

Die dritte TT-Variante kommt

Gleich zwei TT-Studien – das Offroad-Concept für die Peking Motorshow im Mai 2014 und das Sportback Concept für den Pariser Salon im Oktober 2014 – wurden von Audi gebaut. Sie unterstreichen Audis Ambitionen, eine dritte Karosserie-Version des TT auf den Markt zu bringen. 2016 oder eher 2017 soll die dritte TT-Variante auf den Markt kommen. Nun loten die Bayern die Stimmungslage an der Basis aus und lassen die Showcars sogar in Cannes auf die Straße. Dort, wo sonst die Hollywoodstars über den rotten Teppich defilieren, flanieren deshalb jetzt zwei millionenschwere Einzelstücke über die Croisette.

TT-Q geizt nicht mit PLatz, bleibt sich dennoch treu

Der TT-Q dürfte dank 408 PS Systemleistung imposante Fahrleistungen ermöglichen. Die Power auszuloten, ist uns leider nicht gestattet worden.

SUVs liegen voll im Trend und deshalb zieht der kanariengelbe Offroad-TT die meisten Blicke auf sich. Nachdem Audi bei Q3 bis Q7 einer eher defensiven Styling-Schiene folgt, sieht der sportlich geschwungene Viertürer mit den großen Rädern, dem bulligen Bug und der knackigen Kehrseite einfach zu gut aus, als dass man ihn nicht ständig anstarren möchte. Außerdem gleitet er lautlos wie ein Ufo über die Uferpromenade, denn er verfügt über den Plug-in-Hybrid-Antrieb des A3 e-tron, der für den Showeffekt freilich ein bisschen modifiziert wurde. Der Benziner leistet deshalb jetzt 292 PS, und weil ein SUV schließlich Quattro braucht, gibt es dank doppelter E-Motoren sogar Allradantrieb. So steigt die Leistung auf 408 PS und der TT-Q lockt mit imposanten Fahrleistungen. Würden die Begleiter nicht jeden Gasstoß mit einem bösen Blick quittieren, möchte man am liebsten ausprobieren, ob das Showcar tatsächlich in 5,2 Sekunden von 0 auf 100 sprintet und ob bei 250 km/h wirklich schon Schluss ist.

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Dass man so schnell gar nicht mehr aussteigen möchte, das liegt auch an der einzigartigen Sitzposition. Denn auf der einen Seite fühlt man sich hier genauso vom Auto vereinnahmt wie im TT Coupé, weil alles auf den Fahrer zugeschnitten ist. Auf der anderen Seite hat man plötzlich so etwas wie Freiraum, kann aufrecht sitzen und gerade nach draußen schauen und sieht im Rückspiegel noch vor der kleinen Heckscheibe die zufrieden Gesichter der Hinterbänkler. Ja, auch der TT kann ein halbwegs praktisches Auto sein, ohne dabei gleich spießig zu wirken. Ein tolles Design, ein zukunftsfester Antrieb und als hochbeiniger Möchtegern-Geländewagen voll im Trend: Je länger man damit durch Cannes cruist, desto eher erscheint einem die Offroad-Studie als logische Fortführung des TT mit andern Mitteln – bis die Designer das Sportback Concept aus dem Laster lassen.

TT Sportback Concept kauert flach über der Straße

Das optisch überzeugendere Konzept? Eine Frage des Geschmacks. Bei der Fahrdynamik ist die Sache klar.

Denn jetzt, wo der größte TT aller Zeiten im Dezembergrau der Cote d'Azur unterwegs ist, wirkt plötzlich auch das viertürige Coupé überraschend stimmig. Stimmig, das bedeutet in Zahlen: zwölf Zentimeter mehr Radstand, insgesamt 29 Zentimeter Längenzuwachs, sechs Zentimeter mehr Breite und drei Zentimeter weniger Höhe. Das Resultat: Der Fahrer fühlt sich am Steuer bestens mit der Straße verbunden. Beim Blick ins Virtual Cockpit findet man alle wichtigen Stilelemente des TT-Interieurs wieder. Aber genau wie die Offroad-Studie überrascht auch der Sportback mit spürbar mehr Platz. Nicht nur im Fond geht es deutlich geräumiger zu als im herkömmlichen Coupé. Sondern auch in der ersten Reihe genießt man mehr Kopf- und Schulterfreiheit. Und dass bei einem 400 PS starken Turbo hinter dem weit aufgerissenen Grill der Spaß nicht zu kurz kommt, versteht sich von selbst. Allerdings: Einmal die vollen 450 Newtonmeter abrufen? Einmal tatschlich in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 stürmen? Oder einmal hören, wie schrill der rotzig-rohe Sound erst wird, wenn der Vierzylinder-Turbo mal über 4000 Touren kommt? "Das lassen wir mal schön bleiben", sagen die Techniker an Bord mit einem Kopfschütteln, das allen Diskussionen ein Ende macht. Schade eigentlich.

Nach zwei Stunden verschwinden die Showcars wieder im Transporter und es beginnt eine Geduldsprobe, die gut und gerne zwei Jahre dauern kann. Aber anders als bei den meisten Filmen, die hier sonst in Cannes so präsentiert werden, ist bei Audi wenigstens ein Happy End versprochen. Zumindest für eine der beiden Studien.

Audi TT-Studien im Fahrbericht

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Autor: Thomas Geiger

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