Audi TT von Rothe: Kurztest — 21.07.2010

Turbo-TT mit 600 PS

Lange war es ruhig um die Firma Rothe Motorsport. Nun meldet sich der Turbospezialist zurück und präsentiert mit dem TT Edition 600 einen weiteren Höhepunkt seines Schaffens.

Er besitzt zwar keinen akademischen Grad, macht so mancher Maschinenbau-Koryphäe aber dennoch Konkurrenz. Schließlich könnte man Mike Rothe als Vater des Downsizing-Gedankens verstehen. Der Tuner aus Hessen ist neben HGP nämlich das Turbo-Urgestein in VW- und Audi-Kreisen schlechthin und operiert bevorzugt in Leistungsregionen, die gemeinhin als nicht realisierbar gelten. Sein Rezept für den neuen TT Edition 600: viel Handarbeit und über 20 Jahre Erfahrung.

Karosserie/Qualität

Das durchgeknallte Tuningkonzept verrät sich optisch nur echten Insidern. Etwa jenen, die um den Nutzen von Aircap-Haubenverschlüssen, Stack-Zusatzinstrumenten und der RS6-Bremsanlage wissen. Für eine optimale Anströmung des Ladeluftkühlers sorgt die TT RS-Front. Das Interieur weist edle Recaro-Schalen, ein Kombiinstrument aus dem Audi R8 und ein Wildlederlenkrad auf.

Fahrfreude/Antrieb

Auf 300 km/h ist der TT nur 0,9 Sekunden langsamer als eine Corvette ZR1.

Rothe lässt keinen Stein auf dem anderen. Mittels scharfer Nockenwelle macht er dem trägen VR-Mischling Lust auf hohe Drehzahlen, verbaut zudem hochfeste Pleuel, spezielle Pleuellager, Schmiedekolben, eine größere Einspritzeinheit und senkt mittels Zylinderkopfbearbeitung das Verdichtungsverhältnis auf 9,1:1. Zudem installiert Rothe einen riesigen Ladeluftkühler, geänderte Ansaug- und Abgaskrümmer, spezielle Zündkerzen, neue Ventile und eine Abgasanlage mit Klappensteuerung. Für Hochdruck sorgt ein modifizierter Garrett-Lader mit eigens ausgetüftelter Abgasführung. Dank großzügig gewählter Querschnitte braucht die Turbine nur 1,2 Bar Ladedruck, um 600 PS zu generieren. Die maximale Laderdrehzahl von 110.000/min ist absolut im grünen Bereich – der Verdichter dürfte bis 136.000 drehen. Grenzwertiger gestaltet sich die Arbeit am Getriebe. Der Tuner verstärkt das DSG zwar nach allen Regeln der Kunst, hat aber dennoch mit der Haltbarkeit zu kämpfen.

Freudentränen dank Rothe

Kommentar von Rothe Motorsport: "Die Kupplung war lange ein kritischer Punkt. Erst nach dem Test haben wir Scheiben gefunden, die dauerhaft halten. Größtes Problem beim DSG ist aber der beschränkte Bauraum für Verstärkungen. Aus diesem Grund reduzieren wir das Drehmoment auch auf 700 Nm. Der Motor könnte 922 Nm generieren. DSG ist aber kein Muss. Wir verbauen, was der Kunde wünscht, und weisen auch darauf hin, dass mit manuellem Schaltgetriebe bessere Lösungen realisierbar sind!" Ungeachtet dessen verbreitet der brutale TT einen ungaublichen Charme. Besonders unter Volllast, wenn der Lader faucht, der Motor brüllt und aus dem Auspuff eine unbeschreibliche Dezibel-Fontäne jagt, schießen Turbo-Jüngern zwangsläufig Freudentränen in die Augen.

Fahrleistungen

Das Magnetic-Ride-Fahrwerk wurde mit H&R-Federn sowie -Stabilisatoren optimiert.

Längsdynamisch kennt der TT von Rothe fast keine natürlichen Feinde. Auf 300 km/h ist er nur 0,9 Sekunden langsamer als eine Corvette ZR1. Dennoch war der Tuner nicht gänzlich zufrieden. Grund: Das zu kurz übersetzte Getriebe forderte nicht nur die hemmende Drehmomentbegrenzung, sondern sorgte auch für extrem hohe Drehzahlen jenseits von Tempo 280. Bei 7700/min rasselte das VR6-Monster schließlich lautstark in den Drehzahlbegrenzer. Unser GPS-Gerät zeigte dabei 306 km/h. Mit einem länger übersetzten Getriebe – mittlerweile erhältlich – wären bei Beschleunigung und Vmax nochmals bessere Werte möglich!

Fahrwerk/Komfort

Das KW-Fahrwerk beschert dem TT eine satte Straßenlage und sehr sicheres Kurvenverhalten. Dennoch fährt dieses Monster am liebsten geradeaus.

Preis/Kosten

Nichts für Bausparer! Das extreme Tuningprogramm von Rothe Motorsport kostet gutes Geld, glänzt dafür aber mit Haltbarkeit – der Monstermotor hat immerhin schon fast 50.000 Kilometer abgespult.
Technische Daten Rothe TT Edition 600
Motor VR6, Turbo, vorne quer
Hubraum 3189 cm3
Leistung 441 kW (600 PS) bei 7700/min
Drehmoment 700 Nm bei 3250-5400/min
Antriebsart Allrad
Getriebe 6-Gang-Doppelkupplung
Leistungsgewicht 2,5 kg/PS
Messwerte
0-100 km/h 3,4 s
0-200 km/h 10,6 s
Testverbrauch auf 100 km 16,1 l Super Plus
Leergewicht / Zuladung 1473/357 kg
Höchstgeschwindigkeit 306 km/h
Preis Testwagen 103.200 Euro

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Kommentare zum Artikel (12)

Erstellt

Inhalt

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jennu
30.07.2010, 13:26Uhr

naja nen Porsche GT3 für das Geld?? viel Spass beim suchen.
Und wenn dann müsste man den leistungsmässig mit dem Porsche Turbo vergleichen und der spielt in einer anderen Preisliga ... aber auch nur unwesentlich :-)

kalle
30.07.2010, 07:35Uhr

@VW bitte nachdenken !!! was hat der TT mit einen Golf gemeinsam ? Ob so ein Auto gebraucht wird, wers kann warum nicht.
@türke oh ein experte . ewig mit einen Eselkarren unterwegs und heut nur müll schreiben . wünsche allen ein schönes wochenende

türke
28.07.2010, 08:39Uhr

audi ist nichts, ausserdem hat audi beim TT vom türkischen ANADOL abgeguckt. ich fahre seit jahren einen solchen wagen, er trifft den türkischen geschmack und sollte in deutschland eingeführt werden. die türken werden in ein paar jahren die stärkste bevölkerung in deutschland sein, da darf der ANADOL nicht fehlen: http://www.anadol.de/

xyz
26.07.2010, 08:39Uhr

Wow, ein Golf TT mit 600 PS

@@@VW
25.07.2010, 21:09Uhr

Der hellste Stern am Himmel bist du aber auch nicht... :D

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