Bilder: Vorschau Audi TT

Audi TT: Vorschau

— 17.01.2012

Audi geht dem TT ans Blech

2014 kommt der neue Audi TT. Er wird sportlicher, puristischer und auch leichter – weil er deutlich mehr Aluminium als bisher trägt. Die dritte Generation rückt näher an den R8 und wird Porsche mächtig ärgern.

Der TT gehört zu Audi wie die vier Ringe. Er ist cool und kultig, puristisch, reduziert und charmant. Kein Wunder, dass man in Ingolstadt nach dem gradlinigen TT der ersten Generation und dem deutlich effektvolleren Auto der aktuellen Baureihe auch bei der dritten Auflage alles daran setzt, den Status zu erhalten und auszubauen. Der TT lebt – wie auch der Porsche 911 – von seinen unverwechselbaren Proportionen. Audi hat zwar versucht, mit Varianten wie dem Shooting Brake (Tokio 2005) oder dem Clubsport Spider (Wörthersee 2007), den TT-Erfolg auf eine breitere Basis zu stellen, doch am Ende machten die zu geringen Stückzahlen und der hohe Aufwand den Produktplanern jedes Mal einen Strich durch die Rechnung.

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Porsche-Gegner aus Ingolstadt: Der neue Audi TT wird sportlicher, puristischer und leichter.

Bei der Positionierung der dritten TT-Generation spielten erstmals auch die Interessen von Porsche eine Rolle. Die Schwaben bringen dieses Jahr den neuen Boxster und 2013 den Cayman II auf den Markt. Beide Modelle sollen mittelfristig mit einem Vierzylinder-Boxer angeboten werden und kommen damit dem TT ins Gehege. Für 2015 steht außerdem der noch kompaktere und günstigere Porsche 550 auf dem Wunschzettel. Von dessen neuer Mittelmotorplattform könnte zeitversetzt ein VW-Sportwagen nach Art der BlueSport-Studie profitieren. Für Porsche würde sich der 550 noch überzeugender rechnen, wenn mit Audi ein dritter Partner ins Mittelmotor-Boot käme. Doch Audi ziert sich in Sachen R5 und verstellt ihm mit dem TT den Weg. Vielleicht, weil die Marke fast tatenlos zusehen muss, wie aus dem Q5 ein noch begehrenswerterer Porsche Cajun entsteht, wie Lamborghini wohl ab 2015 alle neuen Modelle in Weissach entwickeln lassen muss und wie schon bald auch die zwei stärksten V6- und V8-TDI-Aggregate in Panamera und Cayenne Furore machen.

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Topmodell mit fast 400 PS: Audi wird auch vom nächsten TT ein RS-Modell bringen.

Diesmal bleiben die Abmessungen fast unverändert, denn schon die Umstellung auf den Modularen Querbaukasten MQB verspricht mehr Platz für Besatzung und Gepäck. Das Design des TT ist evolutionär. Alles andere wäre ein unnötiges Risiko. Der 2+2-Sitzer wirkt noch bulliger und skulpturhafter als seine Vorgänger. Im Profil erinnert das Coupé an den Porsche 911. Der runde Rücken wird nur durch einen kleinen Versatz in der Heckklappe unterbrochen, in die ein ausfahrbares Luftleitblech und ein großer Dachspoiler integriert sind. Beide Elemente sollen fü ausreichend Abtrieb an der Hinterachse sorgen. Frage an Radio Ingolstadt: Wie lange hält Audi noch fest am immer gleichen Gesicht mit dem großen Singleframe-Grill und den grellen LED-Leuchten? Antwort: Die Kunden mögen das Design. Die nächste Entwicklungsstufe beschränkt sich deshalb auf Modifikationen im Detail, wobei das Design der Scheinwerfer und Rückleuchten künftig nicht nur die Marke identifiziert, sondern auch dabei hilft, zwischen den verschiedenen Modellreihen zu unterscheiden.

Der neue TT hält einen Sechseck-Grill in den Fahrtwind. Die sechs Querstreben sind leicht nach innen versetzt und mit schwarzem Hochglanzlack überzogen. Dort, wo man seitliche untere Lufteinlässe oder zumindest Nebellampen vermuten würde, sitzen funktionslose schwarze Kunststoffblenden mit je drei horizontalen Lamellen. Die abermals größeren Scheinwerfer bestehen aus vier Elementen: Blinker, Tagfahrlicht, Abblend-/ Kurven-/Fernlicht, Nebelscheinwerfer (optional). Ähnlich aufwendig sind die LED-Rücklichter gestaltet, die L-förmige Blinker und punktförmige Bremsleuchten tragen. Im neuen TT debütiert – fast zeitgleich mit dem A4-Nachfolger – die nächste Ausbaustufe des MMI-Bediensystems (Man-Machine—Interface), mit der sich Audi einen Vorsprung vor dem BMW iDrive und dem Mercedes Comand sichern will.

Technikvorstand Michael Dick betont, dass Audi an den Topmodellen TTS und TT RS festhält. Da die Leistung des aufgeladenen Fünffzylinders im nächsten TT RS auf 380 PS und 550 Nm steigen soll, dürfte die Luft für den angedachten R5 dünn werden – schließlich trennen den nächsten TT RS und das 450 PS starke künftige R8-Grundmodell nur 70 PS. Obwohl Porsche beim Cayman-Nachfolger noch zulegen kann, bleibt die dritte Evolutionsstufe des TT den Weissacher Mittelmotor-Sportwagen dicht auf den Fersen. Alle Getriebe haben zunächst sechs Gänge, denn die neue Siebengang-S-tronic ist nicht vor Ende 2015 startklar. Allradantrieb ist Serie bei TTS und TT RS, leider nicht mehr beim TDI, der nur mehr als Fronttriebler angeboten wird. Gegen Aufpreis wird nur der 220-PS-Benziner zum quattro. Klar dagegen, dass Start-Stopp und Rekuperation (Energierückgewinnung) serienmäßig an Bord sind.

Weitere Details zum neuen Audi TT und weiteren zukünftigen Modellen aus Ingolstadt gibt es in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel lesen Sie in AUTO BILD 2/2011.
Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Manche Formen sind so stimmig, dass man sie nur ganz behutsam verändern sollte. Audi tut genau das beim neuen TT, der wieder auf Anhieb als solcher zu erkennen ist. Die Revolution findet diesmal unter dem Blech statt, das künftig mehrheitlich aus Leichtmetall besteht. Ganz neu ist das MMI-Bediensystem mit nur noch einem Bildschirm – aber mit viel mehr Funktionen und noch intuitiverem Zugriff.

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