Aufatmen bei Karmann

Aufatmen bei Karmann

— 01.12.2009

EU-Millionen für Karmann

VW will sich eventuell stärker bei Karmann engagieren als zunächst geplant. Und noch eine gute Botschaft: Es wurden 9,5 Millionen für die Transfergesellschaft des Cabrio-Spezialisten bewilligt.

Volkswagen erwägt ein stärkeres Engagement an seinem künftigen Standort Osnabrück. "Wir prüfen, den Fortbestand der Karmann-Entwicklungsabteilung über die neu zu gründende Volkswagen-Osnabrück GmbH auf Auftragsbasis zu sichern", sagte ein VW-Sprecher jetzt in Wolfsburg. VW übernimmt mit Immobilien und Maschinen Kernteile des insolventen Autozulieferers Karmann und baut an seinem neuen Standort in Osnabrück künftig das neue Golf-Cabrio. Ein Sprecher des Karmann-Insolvenzverwalters Ottmar Hermann sagte, dass es erst noch Gespräche zwischen VW und dem insolventen Unternehmen darüber geben müsse, welche Aufträge Karmann für Volkswagen übernehmen könnte. "Es ist gut, wenn der Teufelskreis der Insolvenz durchbrochen wird und endlich ein namhafter Automobilhersteller unserer Firma neue Aufträge gibt",  so der Sprecher. Das sei ein sehr gutes Zeichen.

Die lange Geschichte von Karmann

Die Leistungsfähigkeit der technischen Entwicklung bei Karmann sei den Herstellern zwar bekannt, bislang aber hätten die Autokonzerne wegen der Insolvenz keine neuen Aufträge vergeben, sagte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Gerhard Schrader. "Das wäre ein positives Signal. Dann könnten auch andere wiederkommen." Damit könnte es wieder eine Chance geben, aus der Insolvenz herauszukommen. "Das kann man nur machen, wenn man Aufträge hat, die längerfristig sind." VW will die insolventen Betriebsteile von Karmann nicht übernehmen, sondern eine eigene Tochtergesellschaft am Standort Osnabrück gründen. Nur Immobilien und Maschinen gehen von den nicht insolventen Karmann-Eigentümern an den Wolfsburger Autokonzern über. Damit verhindert VW, Karmann-Beschäftigte automatisch mitübernehmen zu müssen. Wer bei VW in Osnabrück arbeiten will, muss sich neu bewerben. Aus Sicht von Branchenkennern ist eine Übernahme des insolventen Zulieferers auch gar nicht notwendig, denn VW kann Dienstleistungen – wie schon vor der Insolvenz – bei Karmann einkaufen. Schon das würde der insolventen Karmann GmbH enorm helfen.

Millionen für 1500 Mitarbeiter

Unterdessen erhält die Karmann-Transfergesellschaft für die ehemaligen Beschäftigten 9,5 Millionen Euro. Diese zusätzlichen Mittel zur Qualifizierung stammten zu 65 Prozent aus dem "Europäischen Globalisierungsfonds", der Rest werde von der Bundesregierung finanziert, teilten IG Metall und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit. Von den Mitteln profitieren Ex-Mitarbeiter von Karmann aus Osnabrück und aus dem westfälischen Rheine. Derzeit sind nach Angaben des Betriebsrats noch etwa 1500 Beschäftigte aus beiden Standorten in der Transfergesellschaft. Der Großteil wechselte zum 1. Juli 2009 in eine Transfergesellschaft nach Osnabrück. Mit den Mitteln aus Brüssel und Berlin werden zusätzliche Qualifizierungs- und Unterstützungsangebote für die früheren Karmann-Mitarbeiter finanziert.


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