Aufschwung erst 2003

Aufschwung erst 2003

— 17.05.2002

Bosch im Plus

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt legt beim Umsatz leicht zu, rechnet aber erst 2003 mit einer besseren Auftragslage.

Japan und Amerika könnten für Bosch starke Zukunftsmärkte werden, so die Hoffnung von Hermann Scholl, dem neuen Chef des Geschäftsführung. Denn in Japan öffnet sich der Markt endlich für ausländische Zulieferer und auf der anderen Seite des Atlantiks etabliert sich langsam aber sicher die Dieseltechnik. Die Stuttgarter können dabei vom Diesel-Boom profitieren, der auch durch die von Bosch entwickelte Common-Rail-Technik ausgelöst wurde. Vom amerikanischen Markt gehen laut Scholl bereits seit einigen Monaten positive Signale aus.

Trotzdem rechnet Scholl erst 2003 mit einer erstarkenden Autokonjunktur. Der Umsatz des zweitgrößten Autozulieferers der Welt könne in diesem Jahr nur durch den übernommenen Hydraulik-Spezialisten Rexroth auf knapp 35 Milliarden Euro leicht zulegen (Vorjahr: 34,03), sagte der neue Chef der Bosch-Geschäftsführung, Hermann Scholl, in Stuttgart.

Scholl übte bei der Bilanzvorlage außerdem scharfe Kritik am Tarifabschluss in der Metall- und Elektrobranche. Die vierprozentige Lohnerhöhung blähe die jährlichen Personalkosten bei Bosch um 115 Millionen Euro auf und sei "im Grunde inakzeptabel". Obwohl Bosch zurzeit einen "Beschäftigungsüberhang" habe, "sind aber keine spektakulären Entlassungen geplant", versicherte Scholl. Er deutete jedoch an, dass der Preisdruck im internationalen Wettbewerb Bosch zur weiteren Auslagerung der Produktion ins Ausland zwingen könnte. Von den 221.000 Mitarbeitern sind bisher 54 Prozent außerhalb Deutschlands beschäftigt.

In Zukunft will das schwäbische Traditionsunternehmen die Autohersteller nicht nur mit einzelnen Komponenten versorgen, sondern verstärkt vernetzte Systeme wie zum Beispiel Motorsteuerung und Getriebe im Kombipack anbieten. Dazu werde Bosch auch intensiver an der Entwicklung intelligenter Software arbeiten.

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