Formel 4

Auftakt zur neuen Formel 4

— 24.04.2015

Mick Schumacher im Fokus

An diesem Wochenende steigt in Oschersleben der erste Lauf der neuen Formel 4: Dabei blicken alle Augen auf Michael Schumachers Sohn Mick, der sein Formel-Debüt feiert.

Das Renndebüt von Mick Schumacher in der neuen ADAC Formel 4 erreicht fast schon Formel-1-Dimensionen. 180 Medienvertreter haben sich für das Auftaktwochenende in Oschersleben angekündigt. Schirmherr der Einsteiger-Rennserie ist der viermalige Formel-1-Champion Sebastian Vettel. „Er macht das alles schon sehr gut und hat viel Spaß daran. Das ist zunächst mal das Wichtigste”, sagte Vettel zuletzt der „Bild”. Im gegensatz zum Ferrari-Star wird der junge Schumacher, wie schon bei seinem öffentlichen Testauftritt, nichts. Der Kart-Vizeweltmeister des vergangenen Jahres soll sich voll und ganz auf die ersten drei Rennen im Formel-Sport an diesem Wochenende in der Motorsport Arena konzentrieren.

Auf ihn sind alle Augen gerichtet: Mick Schumacher gibt in der Formel 4 dieses Jahr sein Formel-Debüt

„Wir dürfen nicht vergessen: Das ist ein junger Kerl, der ist gerade 16 geworden”, hatte Sabine Kehm, Managerin von Micks Vater Michael, zuletzt betont. Sie bat um Zurückhaltung und dämpfte die Erwartungen. Dennoch wird Mick Schumacher, der für das Team Van Amersfoort Racing unter anderem zusammen mit dem Sohn von Formel-1-Designguru Adrian Newey, Harrison Newey, fährt, mehr als jeder andere der maximal 42 Nachwuchspiloten beobachtet werden. Das große Interesse an ihm sieht der dreimalige Formel-1-Weltmeister Niki Lauda als „riesige Belastung”. Landsmann Gerhard Berger ist indes von Mick Schumacher überzeugt. „Natürlich ist es für Mick ziemlich schwierig, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Aber ich kenne Mick, das ist ein ganz guter Kerl, der mit beiden Beinen am Boden steht“, sagte der ehemalige Grand-Prix-Pilot.

Berger von Schumacher junior überzeugt

Berger: „Mick hat das Racing in sich, ist in diesem Umfeld aufgewachsen und beschäftigt sich den ganzen Tag damit. Er ist nicht anfällig, aus der Balance geworfen zu werden. Ich glaube er geht seinen Weg.“ Mit der Formel 4 hat der junge Schumacher laut Berger „den richtigen Einstieg in den Formelsport“ gewählt. „Ich bin der Meinung, dass er relativ schnell den Weg in die Formel 3 schaffen wird. Dort werden wir dann sehen, wie viel Talent in ihm steckt“, so Berger, der jedoch optimistisch ist: „Er hat im Kartsport schon einiges gezeigt und auch bei den Tests war seine Performance gut. Er versucht das Thema seines Vaters etwas auszublenden und sein eigenes Ding zu machen. Dabei wird er auch sehr stark von seiner Mutter unterstützt. Ich bin überzeugt, dass wir noch einiges von ihm hören werden.“

Ex-Formel-1-Pilot Gerhard Berger hat schon seit vielen Jahren auch immer ein Auge auf den Nachwuchs

Formel 4 - das bedeutet auch ein Stück weit: 'Jugend forscht'. Wie jung die Piloten sind, die immerhin 160 PS starke Einheitsautos mit bis zu 210 Stundenkilometern steuern, zeigt Mick Schumachers nationaler Kart-Dauerrivale: David Beckmann darf an diesem Wochenende noch nicht starten. Er feiert am Montag seinen 15. Geburtstag und erreicht dann erst das Mindestalter. Auch Vettel durchlief in seiner fahrerischen Ausbildung die Einstiegsserie des ADAC, damals war das noch Formel BMW. „Ich werde die Meisterschaft mit Spannung verfolgen, die Jungens werden auf hohem Niveau Rennen fahren und ich bin mir sicher, später auch einige in der Formel 1 wiederzusehen”, sagte Vettel in einer Mitteilung des ADAC am Donnerstag.

Zur Saison 2003 war der Heppenheimer als 15-Jähriger vom Kart in den Formel-Sport umgestiegen, mit 2004 gewann er bereits überlegen die Gesamtwertung - 18 der 20 Rennen beendete Vettel damals auf Rang eins. Vettel sah sich zumindest damals aber noch nicht so einem Hype ausgesetzt wie nun Mick Schumacher, dessen Vater sich weiterhin von seinem Skiunfall am 29. Dezember in Méribel erholt. Der 46-Jährige setzt seit September vergangenen Jahres seine Rehabilitation zu Hause am Genfer See fort, Details über seinen Zustand sind nicht bekannt. Schon bei den Testfahrten auf dem Kurs bei Magdeburg stand sein Sohn im Fokus. Ändern wird sich das auch an diesem Wochenende nicht, wenn nach den ersten Freien Trainingsfahrten und der Qualifikation die Rennen am Samstag (1) und Sonntag (2) steigen.

Übersicht: Das ist die neue Formel 4

Die ADAC Formel 4 ist die neue Einsteigerserie in den Formelsport. Gefahren wird mit Einheitsautos, insgesamt stehen acht Rennwochenenden auf dem Programm.

Teams: 18 Rennställe haben für die Premierensaison gemeldet. Sie kommen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Dänemark und Italien. Die Piloten stammen aus 13 Nationen weltweit. Die maximale Teilnehmerzahl liegt bei 42 Fahrern.

Namen: In der Starterliste tauchen einige sehr bekannte Nachnamen auf. Allen voran der Name Schumacher: Mick, Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher. Er bestreitet seine erste Formel-Saison. Harrison Newey ist der Sohn von Formel-1-Design-Guru Adrian Newey. Jonathan Cecotto der Sohn des ehemaligen Motorrad-Weltmeisters und Ex-Formel-1- und Tourenwagenpiloten Johnny Cecotto.

Wagen: Der italienische Hersteller Tatuus liefert das Chassis.  Der Turbomotor kommt von Abarth. Er hat 160 PS. Der Wagen erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 210 Stundenkilometern und wiegt 570 Kilogramm.

Punkte: Die Punkte werden wie in der Formel1 vergeben: Der Erste bekommt 25, der Zweite 18, der Dritte 15. Dann geht es bis zu Platz zehn mit 12, 10, 8, 6, 4, 2 Punkten und einem Zähler weiter.

Rennen: Gefahren werden drei Rennen pro Wochenende. Acht Rennwochenenden stehen im Programm, damit kommt es zu 24 Wertungsläufen für die Gesamtwertung. (fh/dpa)
Fotos: Picture-Alliance

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